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Mein Name ist Eugen

(Mein Name ist Eugen, 2005)

Durchschnittliche Redaktionswertung

94%



Inhalt

Im Bern der 60er Jahren haben die beiden Lausbuben Eugen und Wrigley nur Flausen im Kopf. Als ihnen Pfadilager-Verbot und Internat angedroht werden, büchsen die beiden kurzerhand aus und machen sich auf die Suche nach Fritzli Bühler, dem König der Lausbuben. Ihre Reise führt sie ins Tessin, wo sich ihnen Bäschteli und Eduard anschließen. Auf der Flucht vor besorgten Eltern, wütenden Bauern und der Polizei erleben die vier zahlreiche Abenteuer und festigen ihre Freundschaft.

Kritik

von Kurt Meinicke

Wertung Kritik

94%

Mit dieser Kinderbuch-Verfilmung ist den Eidgenossen endlich mal wieder ein überzeugender Familienfilm gelungen, welcher nicht nur durch die Geschichte an sich, sondern auch durch die witzige Erzählweise von der ersten bis zur letzten Minute zu Überzeugen weiss. Wer sich auf eine charmante Komödie mit vier Lausbuben, wunderschönen Landschaften und der Crème de la Crème unter den Schweizer Komikern einlassen möchte, kann bei diesem liebevollen Werk eigentlich nichts falsch machen!

Bild aus Mein Name ist Eugen Die Erwartungen an diese Verfilmung des gleichnamigen Schweizer Kinderbuchklassikers Mein Name ist Eugen von Klaus Schädelin aus dem Jahre 1955 waren nach dem mässigen Achtung, fertig, Charlie! (2003) und der sehr schrägen Lord Of The Rings-Persiflage The Ring Thing (2004) nicht gerade hoch. Doch entgegen allen Befürchtungen hat Michael Steiner es geschafft, den Witz und den Charme der Buchvorlage gekonnt auf die Leinwand zu bringen.

Der Film beginnt mit einer sehr gut gegliederten und lustigen Einführung der vier Hauptfiguren: Eugen, Wrigley alias Franz, Bäschteli alias Sebastian und Eduard. Erzähler ist durch den ganzen Film hindurch Eugen selbst, welcher immer wieder mit selbstironischen Kommentaren ein Lächeln auf das Gesicht des Zuschauers zaubern kann. Eugen und Wrigley haben auf dem Dachboden Ihres Hauses eine Schatzkarte gefunden, auf welcher der sagenumwobene Schatz des Titicaca-Sees eingezeichnet ist. Dieser wurde schon vor mehreren Jahren von dem König der Lausbuben Fritzli Bühler - dem grossen Vorbild unserer vier Helden, welcher inzwischen nicht mehr in Bern sondern in Zürich wohnt - gesucht (leider hatte er dazumal seine Schatzkarte vergessen und nie mehr wieder gefunden). Nachdem die beiden in Ihrem Haus einen Wasserschaden verursacht und somit den Zorn Ihrer Eltern auf sich gezogen haben, beschliessen Sie nach Zürich zu fahren um sich zusammen mit Fritzli Büehler auf Schatzsuche zu begeben. Nachdem sich Ihnen im Pfadfinderlager noch Eduard und das Bäschteli anschliessen, geht das grosse Abenteuer erst richtig los. Was folgt ist eine Reise durch die Schweiz der sechziger Jahre - immer dicht gefolgt von Ihren Eltern und der Polizei.

Mein Name ist Eugen hat einfach alles, was eine Familienkomödie braucht: eine mit viel Humor gespickte Handlung, wunderschöne Landschaftsbilder, spannende Momente, eine hervorragende Optik, ein sehr gut aufgelegtes Schauspieler-Ensemble und dazu noch eine Überraschung nach der Anderen. Hier haben wir es einfach mit einem Wohlfühl-Film zu tun, wie es sie viel zu selten gibt. Wer sich in Sachen Schweiz ein wenig auskennt, wird viele bekannte Gesichter entdecken und bestimmt den einen oder anderen typischen Schweizer Schlager - woraus der Soundtrack ausschliesslich besteht - wieder erkennen. Der Film schafft es immer wieder, dass man sich nach dieser Zeit zurücksehnt und hin und wieder in Nostalgie schwelgt.

Manuel Häberli (Eugen), Janic Halioua (Wrigley), Dominic Hänni (Bäschteli) und Alex Niederhäuser (Eduard) wissen allesamt zu überzeugen und können den Film ohne grosse Probleme auf Ihren jungen Schultern tragen. Unterstützung erhalten Sie hierbei von namhaften Schweizer Komikern, wie Patrick Frey (Katzendiebe), Stephanie Glaser (Sternenberg), Viktor Giacobbo (Ernstfall in Havanna), Beat Schlatter (Komiker) und vielen Anderen. Es ist einfach herrlich zuzusehen, wie sich Vater Eugen und Vater Wrigley jegliche Schuld immer wieder gegenseitig zuschieben und dabei nicht gerade zimperlich miteinander umgehen. Diese Szenen gehören mit zu den lustigsten des Films, aber auch alles Andere ist so unterhaltsam, dass man sich am Ende wünscht der Film wäre noch nicht fertig. Genau das hat sich Michael Steiner wohl gedacht, denn eben dieser Schluss wird immer wieder hinaus geschoben, was einen wirklich gelungenen Abschluss bildet. Abgesehen von ein paar Schnitten, welche nicht ideal getimed sind, kann ich an diesem zwar niedlichen aber dennoch höchst sehenswerten Film nichts aussetzen.

Zum Schluss bleibt noch zu erwähnen, dass es sich hierbei um die ungeschnittene Originalversion handelt, doch leider wird der Film für die Kinos in Deutschland wohl synchronisiert werden. Wer immer die Gelegenheit hat diesen Film im Dialekt zu sehen, dem sei dies wärmstens ans Herz gelegt, denn nur dann kann der Charme dieser Geschichte seine volle Wirkung entfalten. Des Weiteren wäre es sehr schade, wenn eine Albtraum-Szene von Eugen, wie angekündigt, wirklich herausgeschnitten werden sollte, da diese sicherlich keinerlei Ähnlichkeit mit aktuellen Folter-Skandalen hat, und dazu sogar einen kleinen aber feinen Hinweis auf eine Schlüsselszene der Geschichte beinhaltet.

Ich persönlich rate jedem, der gerne mal wieder etwas ohne übertriebene Action oder Gewalt, aber dafür mit zum Teil sehr frechem Humor, sehen möchte, sich diese kleine Perle aus einem kleinen Land nicht entgehen zu lassen: Herzlich willkommen in der Welt von Eugen!

Keine weitere Wertung


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