Tom Hanks als Produzent eines Kinderfilms sollte für Erfolg sprechen. Tut es aber nicht, denn Lucas der Ameisenschreck bietet höchstens den Allerkleinsten Unterhaltung. Mit wenigen Ideen für Neues, wirkt das Animationsabenteuer wie ein biologischer Lehrfilm, in dem mit erhobenem Zeigefinger auf den Schutz der Natur hingewiesen wird. Das ist einerseits natürlich richtig, aber möchte man sich dafür ins Kino begeben?
Der zehnjährige Lucas hat keine Freunde. Aus lauter Frust macht er den Ameisen in Garten das Leben zur Hölle. Doch eines Tages schlagen diese mit Hilfe eines Zaubertranks zurück. Sie verwandeln Lucas auf ihre Größe und verdammen ihn zu einem Leben in der Ameisenkolonie. Erst wenn er sich hier echtes Ansehen erarbeitet hat, will man ihn wieder zu den Menschen schicken.
Die Grundidee von John A. Davis' Animationsabenteuer, das auf dem um einige Ideen erweiterten Kinderbuch "The Ant Bully" von John Nickle basiert, ist an sich nicht schlecht. Dass der Mensch das Leben der Insekten nicht immer wahrnimmt, ist bekannt. Umso interessanter ist es zu sehen, wie Ameisen wirklich funktionieren. Das darf Lucas am eigenen Leib erfahren. So muss er nicht nur schwere Arbeit verrichten, sondern sich auch gegen natürliche Feinde, wie z.B. Wespen, zur Wehr setzen. Und merkt nach und nach, wie viel Arbeit dahinter steckt, einen Ameisenbau funktionsfähig zu halten. Schade ist dabei nur, dass uns die Tierchen alle stark an Antz oder Das Große Krabbeln erinnern und in diesen Filmen weitaus liebenswürdiger erschienen. Zudem nervt im Laufe der Zeit der ständig erhobene Zeigefinger, der den Film zu einem biologischen Lehrfilm verkommen lässt.
Natürlich lernt Lucas während seines Lebens als Ameise die wahren Werte kennen, die für das Leben wichtig sind: Freundschaft, Zusammenhalt, Mitgefühl und Mut, sich für etwas einzusetzen. Diese Aussage ist wie immer bei solchen Themen vorhersehbar und deshalb lange nicht mehr überraschend. Was dem Film völlig fehlt, sind wirklich wissenswerte Aspekte über die Ameisen, wie Größe, Lebensdauer oder die Arbeitsleistung. Insgesamt kann Lucas der Ameisenschreck wenige Fakten bieten und weiß sogar kleinere Kinder trotz einer Länge von nur 86 Minuten zu langweilen. Schade!