Das auf dem Kinderbuch von Max Kruse basierende Animations-Abenteuer von Regisseur Holger Tappe kann trotz einfacher Animation durch seine bekannte und größtenteils unveränderte Geschichte überzeugen. So entstand ein liebenswerter, durchweg charmant-witziger Kinderfilm, der den kleinen Zuschauern sowohl soziales Verhalten als auch den Wert von Freundschaft nahe bringt.
Urmel aus dem Eis ist das bekannteste vieler Kinderbücher aus der Feder von Max Kruse, dem Sohn der berühmten Puppenmacherin Käthe Kruse. Die Geschichte um den kleinen grünen Dino, der in einem Eisberg an eine Südseeinsel geschwemmt wird, ist der erste Band aus der berühmten Urmel-Reihe. Kruses Original stammt aus dem Jahr 1969 und wurde seitdem bereits zahlreich umgesetzt. Den wohl größten Bekanntheitsgrad konnte der Saurier als Marionette im Vierteiler der Augsburger Puppenkiste für sich verbuchen, aber auch als TV-Trickserie, Musical und zuletzt als TV-Zweiteiler mit bekannten Comedians fand seine Geschichte das Publikum.
In der aktuellen Umsetzung als Animations-Abenteuer zeichnet sich Regisseur Holger Tappe verantwortlich. Die Geschichte um den knubbeligen Dino, der an die Südseeinsel Titiwu geschwemmt wird und dort von Professor Habakuk Tibatong und einer illustren Schar von Inselbewohnern aufgenommen und aufgezogen wird, orientiert sich in großen Teilen am Original. So sind auch hier die liebenswerten Figuren, wie beispielsweise der mit einem Sprachfehler behaftete Pinguin Ping, oder das zur Haushälterin umfunktionierte Schwein Wutz mit dabei.
Im Gegensatz zu vielen Animations- oder Zeichentrickfilmen, die als kindgerecht daher kommen, spricht Urmel aus dem Eis auch wirklich die Zielgruppe der ganz Kleinen an und versucht gar nicht erst, mit irgendwelchen versteckten Anspielungen auch ein anderes Publikum für sich zu gewinnen. Das mag für Eltern manchmal langweilig sein, die Besonderheit liegt aber darin, das Urmel trotz seiner Einfachheit sehr wirkungsvoll ist. So vermittelt die Geschichte mit Hilfe der durchweg liebenswerten Figuren die Werte von Freundschaft, Loyalität und gegenseitiger Hilfe. Zudem kommt das Abenteuer völlig ohne Gewalt aus und überzeugt mit Witz und Charme.
Auch wenn die Produktion im Vergleich mit großen Animationsfilmen wie Ice Age oder Shrek - Der tollkühne Held nicht mithalten kann, so ist die Geschichte um den Dino ein pädagogisch wertvoller und sehr schöner Kinderfilm geworden. Zudem konnten prominente Sprecher wie Wigald Boning, Anke Engelke oder Wolfgang Völz gewonnen werden. Nur zu empfehlen auch für Erwachsene, die Kind geblieben sind!