|
Nachdem mit Spy Kids und Sky High schon mehrere kindgerechte Versionen der X-Men erschienen sind, muss man einsehen dass es Zoom - Akademie für Superhelden an neuen und innovativen Ideen mangelt, um vollends überzeugen zu können. Auch ist die Handlung zu vorhersehbar, um ein erwachsenes Publikum zu fesseln. Nichts desto trotz bekommen wir aber einen gewohnt überzeugend aufspielenden Tim Allen und jede Menge trickreiche Action geboten, so dass die kleinen Fans dieser Filme auch hiermit sicherlich ein paar unterhaltsame Stunden verbringen werden.
Jack Shepard war früher einmal der Anführer eines Teams von Superhelden. Als "Captain Zoom" galt er als der Tapferste im "Zenith Programm", welches vom Militär ins Leben gerufen wurde. Ziel dieses Programms war es, die Superkräfte der Helden mittels Gamma 13-Strahlung zu verstärken, und somit ein unbesiegbares Team im Dienste der Menschheit aufzubauen. Leider bewirkte die Strahlung bei "Concussion" - Zooms Bruder - eine charakterliche Kehrtwende: er bringt das ganze Team ausser seinem Bruder um und verschwindet in einer anderen Dimension. Heute befürchtet das Militär die Rückkehr des Verräters und reaktiviert das "Zenith Programm". Vier Jugendliche Einzelgänger mit besonderen Fähigkeiten werden ausgewählt um "Concussion" aufzuhalten, und Jack Shepard soll dieses neue Team trainieren. Dieser hat jedoch, nachdem das Projekt ihn um seinen Bruder gebracht hat und er selbst seit dem damaligen Zwischenfall seine Superkräfte verloren hat, wenig Interesse daran, irgend jemanden in dieser Hinsicht besonders behilflich zu sein.
Wie schon bei Sky High ist die Handlung auf Familien zugeschnitten und dementsprechend simpel. Bei Zoom - Akademie für Superhelden fehlt jedoch eine gewisse und nötige Selbstironie, weshalb die konstante Vorhersehbarkeit zu sehr ins Gewicht fällt um darüber hinweg zu sehen. Der Film bietet einfach zu wenig Neues, besitzt somit auch zu wenig Substanz, und nimmt sich dafür auch noch viel zu ernst. Bleibt abzuwarten, ob wir in Zukunft mal eine Geschichte dieser Art geboten bekommen, bei welcher nicht nur viel in die Effekte und Darsteller, sondern auch in das Drehbuch gesteckt wurde.
Tim Allen spielt sehr gut mit dem, was ihm zum Arbeiten geboten wird: er ist - ähnlich wie am Anfang von Galaxy Quest - ein verbitterter Mann, welcher nicht über seine Vergangenheit hinweg kommt. Gerade in den Momenten, in welchen er das alle spüren lässt, landet er viele Volltreffer und kann dem Zuschauer immer wieder ein Lachen entlocken. Man kann durchaus sagen, dass Zoom - Akademie für Superhelden vor allem dank seiner Leistung sehenswert ist, sofern man ein Fan von ihm ist. Courteney Cox spielt so, als wäre sie Juliane Moore in Evolution: sie ist zerstreut, läuft hin und wieder gegen etwas und fällt sonst nur oft um. Chevy Chase und Rip Torn sind eher selten zu sehen, und noch seltener auffallend lustig. Besonders Chevy Chase wirkt hier etwas fehl am Platz, und das sicherlich nicht nur, wegen seines gewöhnungsbedürftigen Äusserem. Ryan Newman, Kate Mara, Spencer Breslin und Michael Cassidy machen ihre Sache als das neue Zenith Team allesamt sehr gut. Gerade das Zusammenspiel mit Tim Allem harmoniert sehr stark in jeder Szene und verleiht der Geschichte somit die nötige Portion Herz.
Peter Hewitt, welcher uns zuletzt Garfield beschert hatte, liefert mit Zoom - Akademie für Superhelden eine solide Fantasy-Action-Komödie für die ganze Familie ab. Die Effekte sind gelungen und es gibt wenige Dinge, wie zum Beispiel kleinere Logikfehler im Handlungsablauf, welche man vom Handwerklichen her bemängeln könnte. Diese Fehler sind jedoch - mal abgesehen von der Tatsache, dass es sich nicht um storyrelevante Fehler handelt - nicht weiter tragisch, da man sie diesem niedlichen Film ohnehin nicht übel nehmen kann.
Bei Zoom - Akademie für Superhelden handelt sich zwar sicherlich nicht um den besten Film seiner Art, und bei Weitem auch nicht um den Interessantesten, doch ist er für das jüngere Publikum wohl durchaus amüsant und sehenswert. Es gibt viele niedliche Momente und dank Tim Allen auch für die älteren Zuschauer den einen oder anderen Lacher, weshalb diese harmlose Unterhaltung bestimmt niemandem weh tun wird. Wer also Lust auf nahezu friedliche Action mit Humor hat, kann getrost mal einen Blick riskieren, sich zurücklehnen und sich mal wieder ganz jung fühlen. |