Herzlichst willkommen und Howdi-Ho an all Euch knochenbrechverliebten Football-Fans da draußen an den Radiofonen. Ich heiße Joe Hallenbeck und Sie nicht. Es ist ein verdammt sonniger Tag hier im bei uns im Stadion. Was soll ich sagen: Der Schweiß steht mir bis quer rechts unterm Kinn, mein Co-Moderator quetscht sich noch immer streng verbissen die Nierensteine durch die Harnröhre und in wenigen Minuten ist der erste Break vorbei und das Spiel geht weiter. Für all diejenigen, die erst jetzt dazugeschaltet haben: SCHÄMT EUCH! Doch bevor mir jetzt alle Sponsoren wieder ans Bein pinkeln, kommt hier schnellstmöglichst eine radiomoderatoren-fachgerechte Zusammenfassung der ersten Spielhälfte:
Müde, müde, müde, nur sehr müde kam der Ball ins Rollen, fand das Spiel seinen Schwung. Der Einlauf der Spieler von Keanu Reeves über Rhys Ifans bis hin zum guten alten Gene Hackmann verlief eher unspektakulär und drohte auf ausgedorte Unterhaltung hinauszulaufen, doch was soll ich sagen liebe Hörer, mit jeder vorranschreitenden Spielminute, wurde es besser und besser. Halleluljah, hatten wir doch tatsächlich ein Spiel vor uns, das zwar total unbedarft und unnotwendig ist, dafür aber so gewisse Momente hatte. Keanu Reeves überzeugte in seiner oberschlumpf-schlurfenden Art als Quaterback nicht mehr als er muß und wußte schon bald seine Mannschaft bei Tempo zu halten. Witzige Randfiguren wie der spindeldürre, englisch blassblob quarkkomische Rhys Ifans gaben der ersten Hälfte die richtige Würze und ihre komischsten Momente. Und die Cheerleader erst: AUTSCH! Heilige Makkaroni ist Brooke Langton eine absolute Jammi Jammi. Routiniert vorhersehbare Spielzüge spannten sich nach dem darmverstopfdrögen Anfang über das erste Drittel, was jedoch hier im Stadion nicht wirklich jemandem auffiel, da jippi spaßig. Doch da, jetzt ist es passiert: Nicht nur das in der Berichterstattungskabiene links neben mir einer der Berichterstatter seinen Bericht bestattet und mein Co-Moderator statt der Nirensteine einen gesunden Jungen von 300 Pfund zur Welt brachte, nein! Auch das Signal zum Weiterspiel dröhnte gerade durch die sabbrige Membran der Stadionboxen.
Da kommen sie aufs Spielfeld: Keanu Reeves allen voran. Nach seinem kurzen Zwischenspiel bei den Morpheus Giants hat er ein paar Schichten Fett mehr auf den Rippen, schaut jedoch immer noch überzeugend genug aus. Noch wenige Sekunden bis zum ersten Kick. Mensch leck mich an der Kröte, was ein granatenstarker Kick. Das Spiel geht weiter und es ist kaum zu glauben, die Mannschaft um, unter und über Keanu Reeves wird gleich immer besser. Das Spiel gewinnt an Tempo, ist aber gleichzeitig wirklich nur den hartgesottensten unter Euch Football-Fans zu empfehlen, da hier bei weitem nicht in der An jedem verdammten Sonntag-Liga gespielt wird, sondern deutlichst einen Schritt dahinter, aber trotzdem wirklich straight nur Football und sonst nix. Das Spiel ist wie schon gesagt nicht von Anfang an so tempodurchsetzt wie dann zum Schluß hin, der Spielverlauf ist mit jedem Muskelzucken vorhersehbar und dennoch riecht man das Gras des Spielfelds und möchte einfach nur reinbeißen.
Dieses Spiel hat so gewisse Momente, in denen es absolut unwiderstehlich ist und wer gegen leichtfüßige Unterhaltung nichts hat, wird hier bestens abgefertigt. Tja und Ups, auf der Flucht vergeht die Zeit im Flug und ich habe sie jetzt total um den weiteren Spielverlauf gequatscht und so bleibt mit nur noch zusammenfassend zu sagen, daß die Leistungen aller Spieler durchwegs genießbar sind, die Footballsequenzen jeden Fan ein klein wenig glücklich aufglucksen lassen und der gesamte Verlauf so beschwinglich wie nur möglich inszeniert wurde. Das ist auch gut so, denn es ist Sonntagnachmittag, die Sonne steht hoch am Zenit, die Unterhose klebt mir am Hintern und ich will einfach nur locker und leicht unterhalten werden. In diesem Sinne: ich heiße Joe Hallenbeck und sie nicht. Bis zur nächsten Spielberichtbestattung alles Gute und Doswedanje.