Die Skandinavier sind auf dem besten Wege, die Engländer in Sachen trockenen und bitterbösen Humor vom Thron zu stoßen. Dies beweist auch Adams Äpfel, der zudem auch noch durch seine tolle Charakterentwicklung, sowie den durchweg überzeugenden Darbietungen des dänischen Casts zu gefallen weiß.
Wenn man den Erfolg des skandinavischen Kinos der letzten Jahre in Europa an einem Mann fest machen will, ist dies sicherlich Anders Thomas Jensen. Seinen schrägen Drehbüchern zu Old Man in New Cars, Wilbur Wants to Kill Himself oder auch Dänische Delikatessen und deren trockenen Humor ist es zu verdanken, dass das skandinavische Kino immer größeren Anklang in Deutschland zu finden scheint.
Dorfpfarrer Ivan, der wohl gläubigste Geistliche auf Erden, hat eine Überzeugung und zwar, dass ein guter Mensch in Jedem steckt. So ist seine Pfarrei Anlaufstelle Nr. 1 um Schwerverbrecher zu resozialisieren, was nicht immer einfach ist, vor allem bei seinem Neuankömmling, dem Neonazi Adam. Dieser hat sich in den Kopf gesetzt alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um den Pfarrer von seinem Glauben abkommen zu lassen; wenn nötig auch mit radikalen Methoden.
Allein mit dieser schrägen Ausgangssituation hat Anders Thomas Jensen wieder voll ins Schwarze getroffen, doch trotz vieler wirklich lustigen Einfällen (bei denen manchmal jedoch das Lachen im Halse stecken bleibt) und der überzeugenden und einfühlsamen Charakterentwicklung, stören einige Faktoren in Sachen Logik. So wird beispielsweise des Öfteren durch die Gegend geschossen oder der Dorfpfarrer wiederholt verprügelt ins Krankenhaus eingeliefert, ohne dass sich Polizei oder ähnliche Behörden auch nur annähernd für diese Geschehnisse interessieren.
Das Who is Who des dänischen Kinos gibt sich die Ehre und läuft dabei zu gewohnt guten Leistungen auf. Hervorzuheben ist hierbei ganz klar die Darbietung des zukünftigen Bond-Bösewichts Mads Mikkelsen, der mit seiner ruhigen, naiven Art einmal mehr den Zuschauer zu begeistern weiß.
Wer auf trockenen und bitterbösen schwarzen Humor steht, kann mit diesem Film eigentlich nichts falsch machen. Auch wenn dabei manchmal die eine oder andere Grenze überschritten wird, fällt dies aufgrund der überzeugenden Charakterentwicklungen nicht weiter ins Gewicht und ist nicht nur für Fans des skandinavischen Kinos ein Blick wert.