Seit dem Release des Originals im Jahre 1974 und angeheizt durch das Remake von 2003 warteten die Fans gespannt auf das Prequel The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning. Leider werden gerade die eingefleischten Fans von dem was ihnen Michael Bay hier vorsetzt äußerst enttäuscht sein. Abgesehen von der übel geschnittenen Fassung, die man in Deutschland zu Gesicht bekommt, wirkt die Story nämlich enorm konstruiert und hingefrickelt.
Auch wenn das Remake von The Texas Chainsaw Massacre schon sehr mainstream-tauglich war und dadurch einiges vom Flair des Original verlor, konnte der Streifen weltweit rund 107 Millionen US-Dollar an den Kinokassen einspielen. Ob dies bei dem jetzt vorgelegten Prequel auch der Fall sein wird, darf bezweifelt werden.
Nachdem man die Geburt von Leatherface und dessen Kindheit im Zeitraffer erlebt, wird aufgedeckt, wie die Familie um den Kettensägen-Killer zu ihrem Status kam. Kaum hat man die erwarteten Details abgehandelt, begnügt man sich wieder mit der 08/15-Geschichte: Der Vietnam-Krieg ist mit großen Verlusten für die USA in einer kritischen Phase und so braucht man neue Soldaten. Zwei davon sind die Brüder Dean und Eric, die gemeinsam mit ihren Freundinnen Chrissie und Bailey durch Texas reisen um noch mal richtig einen drauf zu machen. Als die vier durch eine Motorradbraut bedroht werden, passiert ein schrecklicher Unfall, bei dem Chrissie aus dem Wagen ins Gebüsch geschleudert wird. Als Sheriff Hoyt am Unfallort auftaucht erschießt er die Motorradfahrerin, verspottet die drei verbleibenden Akteure und nimmt sie in seinem Wagen mit. Chrissie versucht nun den Dreien zu Hilfe zu eilen...
Was die Drehbuchschreiber bei dieser Geschichte geraucht oder getrunken haben, muss wirklich verdammt gutes Zeug gewesen sein! Ein Logik-Fehler jagt den nächsten und als sonderlich einfallsreich kann man die müde Story nicht wirklich bezeichnen. Aber nicht nur die Geschichte stößt sauer auf; auch die bei einem solchen Film obligatorischen Splatter- und Gore-Effekte fallen äußerst harmlos aus. Die deutsche Fassung - die so mies zugerichtet wurde, dass die Schnitte sogar dem unbedarftesten Kinozuschauer auffallen - ist also für Fans des blutigen Horrors ein wahres Trauerspiel und eigentlich wollte man doch mit The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning wohl genau diese Zielgruppe ansprechen.
Für Fans zu lasch, für alle Anderen uninteressant. Die Geschichte der Hewitt-Familie ist also nun endlich aufgedeckt. Jedoch leider so wenig zufrieden stellend, dass man nur auf keine weitere Fortsetzung hofft. In der gesamten "Texas Chainsaw Massacre"-Reihe hätte enormes Potential gesteckt, aber immer wieder den gleichen Einheitsbrei aufzutischen, funktioniert in Zeiten von guten Fortsetzungen wie Saw 3 einfach nicht!