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Das Ende einer Odysee. Fast sechs Jahre hat es gedauert bis Regisseur Darren Aronofsky sein ambitioniertes Projekt The Fountain verwirklichen konnte. Dass das cirka 1000 Jahre umspannende Liebesdrama ein Erfolg geworden ist, verdankt der Film nicht nur Aronofskys Hartnäckigkeit, sondern auch seinen Darstellern.
Ein wenig fühlt man sich an Stanley Kubriks 2001 - Odyssee im Weltraum erinnert. Man wird förmlich hin- und hergerissen zwischen psychedelischen Sequenzen in einer frei durch den Weltraum schwebenden Luftblase und sensibel gespielten Szenen der beiden Hauptdarsteller Hugh Jackman und Rachel Weisz, die vor Symbolik nur so strotzen. Dabei waren auch die Dreharbeiten zu Aronofskys neuestem Film fast schon so etwas wie eine Odysee. Da wurde kurzerhand die Hälfte des Budgets von der Produktionsfirma gekürzt, weil der erste Hauptdarsteller, Brad Pitt, "künstlerische Differenzen" mit dem Regisseur hatte. Als dann auch noch Kate Blanchett ausstieg, wurde das ganze Projekt kurzerhand auf Eis gelegt und in einen Comic verwandelt. Dann, knapp zwei Jahre später, konnte Aronofsky doch noch den Film verwirklichen, dieses mal mit Hugh Jackman in der Rolle des wagemutigen Concisdadors Tom Verde, der erkennen muss, dass Unsterblichkeit nicht gleich ewiges Glück bedeutet. In der Zwischenzeit war das Skript aber komplett umgeschrieben und aufgrund des geringeren Budgets mussten die CGI Effekte kurzerhand "echten" Fotografien chemischer Reaktionen weichen.
Genug Stoff also, um aus The Fountain ein Desaster allererster Güte zu machen. Das ist es allerdings ganz und gar nicht geworden. Allerdings auch kein actionreicher Science Fiction Film, wie der Trailer glauben machen möchte. Stattdessen ist die Geschichte um den unsterblichen Eroberer und seine große Liebe ein tiefgründiges Liebesdrama geworden, das mit seinen psychedelischen Ansätzen den Zuschauer schlichtweg erschlägt. Gekonnt werden Maya Mythen, bhuddistische Philosophie und die Suche nach Glück zu einem leisen Drama vermixt, nur an ganz wenigen Stellen gespickt durch die ein oder andere Kampfszene, wenn Hugh Jackman sich durch die Horden seiner Maya Widersacher kämpft. Die Special Effects, die durch das ursprüngliche Budget möglich gewesen wären, wurden kurzerhand durch wenige, dafür umso intensivere Szenen ersetzt, in denen die Darsteller mit ihrer Blase aus Luft durch ein goldenes Sternenmeer gleiten. Dabei wirkt The Fountain aber nie so, als ob die Ideen des Regisseurs nicht eins zu eins umgesetzt werden konnten. Im Gegenteil - durch den konsequenten Verzicht auf CGI werden die Special Effects selbst ein Teil der Symbolik des Films.
Zugegeben, bei all der Metaphorik fällt es oft schwer, dem Roten Faden von The Fountain zu folgen. Schlüsselszenen, die gleich zu Beginn gezeigt werden, werden erst ganz am Ende aufgelöst und wenn schließlich der Abspann läuft kann man immer noch nicht so ganz genau sagen, worum es jetzt letzten Endes ging. Ein ähnlicher Effekt, wie ihn auch schon die Eingangs erwähnte Kubrik Weltraumoper auf das Publikum hatte. Ganz so tiefgründig und philosophisch ist The Fountain dann zwar doch nicht - sehenswert ist er aber auf jeden Fall. |