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Bertrand Blier ist bekannt für seinen provokanten Stil. Der Franzose bringt in seinen Filmen geschickt menschliche Wahrheiten an den Tag, die man stets nicht vermutet hätte. Mit seinem neuen Werk Wie sehr liebst du mich? geht es um die Geheimnisse der Nacht, um Liebe und Verführung, Macht und Unterwerfung. Neben Monica Bellucci spielt Gerard Depardieu in einer erotischen Komödie mit vielen Wendungen.
Daniela arbeitet in einer Nachtbar und verzaubert mit ihrer Schönheit zahlreiche Kunden. Francois möchte nicht nur ein kurzes Abenteuer, sondert bietet Daniela an, gegen Bezahlung mit ihm zusammenzuleben. Nachdem der Preis bestimmt wurde, zieht sie in seine Wohnung ein und führt mit ihm ein eheähnliches Leben. Doch Daniela hat nicht an Charlie, ihren Geliebten und Zuhälter gedacht, der seine schöne Verdienstquelle nicht einfach ziehen lassen will.
Bertrand Bliers Film ist ein Mix aus klischeehaften Bildern und abstruser Komik. Manche Kameraeinstellungen entsprechen einem typisch erotischen Klischee und im Verlauf des Films wird man den diversen Nahaufnahmen von Belluccis Dekolleté überdrüssig. Andererseits weiß Blier auch mit netten Ideen zu überraschen. Dabei agiert er gekonnt ironisch und satirisch an der Gesellschaft, indem er gewohnte Rollenklischees genau gegen den Strich bürstet. Hier und da blitzt schwarzer Humor auf, der zu unterhalten weiß. So ist es äußerst unterhaltsam, wenn sich die stets sehr feminin gekleidete Daniela als Hausfrau versucht und dabei nur scheitern kann.
Die Schauspieler passen allesamt gut in ihre Rollen. Monica Bellucci überzeugt mit ihrer Ausstrahlung, Depardieu spielt den gewohnt trotteligen, nach außen harten Typen mit weichem Kern und Bernard Campan gibt den Loser Francois sehr souverän.
Wie sehr liebst du mich? ist eine erotische Komödie, die mit Ironie und schwarzem Humor zu unterhalten weiß. Dabei fehlt dem Film jedoch die nötige Tiefe, um komplett überzeugen zu können. Die Figuren sind teilweise herrlich gegen den Strich gezeichnet und lassen alle eine gewisse Traurigkeit und Unausgefülltheit an ihrem Leben erkennen. Das Widerspiegeln dieser Gefühle und die damit verbundene Gesellschaftskritik hätten allerdings noch mehr ausgebaut werden können. |