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Telling You

(Telling You, 1998)

Durchschnittliche Redaktionswertung

88%



Inhalt

Anstatt sich nach ihrem College Abschluß irgendeiner Form von Karriere zu widmen und auf ein größeres Ziel hinzuarbeiten, fristen Phil und Dennis ein Dasein als unterforderte Pizzabäcker. Ständig in der Angst einem ihrer alten Klassenkameraden zu begegnen, dümpeln ihre Tage ziemlich unspektakulär in der stets leeren Pizzeria vor sich hin. Während Phil mit einer stark anhäglichen Exfreundin zu kämpfen hat, grübelt Dennis unzufrieden über verpasste Chancen und die Frau seiner Träume nach.

Kritik

von Thorsten Woner

Wertung Kritik

88%

Kennt Ihr sie auch? Die magischen Filme? Filme für die das Kino überhaupt erst erfunden wurden, um uns zu verzaubern, um uns mitzunehmen in ihre eigene Welt, in ihre eigene Logik und in ihre eigene Wunderbarkeit. Meist braucht Hollywood dafür ein ekelhaft hohes Budget oder irgendwas spektakulär-kinnladenrunterfall Neues. Hab ich ja gar nichts gegen: Yipee-kayay dem anspruchsvollen Mainstream. Doch wobei mir so richtig das Herz aufblüht, das ist wenn ich warm schmunzelnd dem Charme einer dieser kleinen Filme ausgeliefert bin. Oftmals passiert das bei Filmen, die einfach nur da sind. Einfach nur da sind? Einfach nur da sind! Will sagen, Filme die nicht von der Grundstruktur her eine klare Linie vorgeben, eine klare Aussage anstreben oder auf ein unübersehbares Ziel zusteuern, sondern einfach nur in ihrer Story dahinslacken und es dem Zuschauer überlassen in wie weit und an welcher Stelle er einsteigen will. Bei dieser Art von Filmen geht es meiner Meinung nach nicht um das Erleben durch die Schauspieler, sondern ums Mitleben. Es tritt nicht der Effekt der totalen Identifikation ein, sondern viel mehr nimmt der Zuschauer an den Gesprächen teil, so als wenn er daneben sitzt und ab und zu seinen Senf dazu gibt. Mit teilnehmen mein ich dieses ganz bestimmt vertraute Gefühl, das sich einstellt, wenn man die ein oder andere Geschichte, die im Film erzählt wird, so auch schon mal erlebt hat, oder wenn auch nur ein Blick oder ein Seufzer der Schauspieler genügen um beim Zuschauer ein ach-ja-kenn-ich-ganz-genau-Gefühl auszulösen.

Telling You ist einer dieser kleinen Filme, in denen eigentlich nichts ungewöhnlich Spektakuläres passiert, der aber trotzdem den Zuschauer in den Arm nimmt und man sich beim Schauen irgendwie ganz doll geknuddelt fühlt. Allein schon die obercremige Anfangs-Eröffnungsstory ist so liebevoll leichtfüßig erzählt, das mir die CherryPepsi gleich noch was besser schmeckte, meine Kissen sich ein wenig leichter und das Leben ein wenig ertragbarer anfühlte. Natürlich sind diese Art Filme in denen nur rumgehangen und mit minimalischstem Aufwand, aber dafür mit viel Herz, im Grunde Nichts gemacht und über diese Nichts tun dann auch noch stundenlang gelabert wird, immer eine schmale Gratwanderung: entweder langweilt man sich von der ersten Sekunde an oder aber es passiert, das man von dem Film ganz persönlich gerührt wird und ihn für immer in sein Herz schließt. All den Gelangweilten mag dies dann unübertrieben maßlos übertrieben scheinen, aber uns Gerührten erscheint dies absolut egal, da wir für einen Film lang bedingungslos glücklich gemacht wurden.

Ich kann Euch nur ans Herz legen, diesen Film zu probieren und hoffe für Euch, das auch Ihr ein kleines, kurze Glück darin finden werdet. Für all die unromatisch risikolosen unter Euch noch eine kleine Trockenanalyse: der Film lebt von seinen jungen Darstellern, von denen Ihr den ein oder anderen wiedererkennen werdet, die meisten aber eher No-Names sind (mit Ausnahme von Jennifer-Loooooove Hewitt). Storymäßig herrscht gelangweilte Trockenflaute, also erwartet keine mitreißenden Plottwists oder Verflechtungen. Trotzdem ist der Film entspannend klischeefrei und auch nicht Marke Standardgeblubber. Regietechnisch läßt sich der Regisseur auf keine ausgefallenen Spielereien ein, sondern konzentriert sich auf seine Darsteller. Alles in allem ein Film der mich im richtigen Moment erwischte und bei mir noch Heute eine wunderschön kribbelnde Gänsehaut auslöst, wenn ich an ihn zurückdenke. Und somit ist dies auch keine herrkömliche Review sondern eine kleine Liebeserklärung an den Film, an der ich Euch teilhaben lassen wollte, in der Hoffnung das der Funke auch bei Euch überspringen mag.

Keine weitere Wertung


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