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Marie Antoinette

(Marie Antoinette, 2006)

Dt.Start: 02. November 2006
DVD: 03. April 2007
Premiere: 24. Mai 2006 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: o.A. Genre: Drama
Länge: 123 min Land: USA
Darsteller: Kirsten Dunst (Marie-Antoinette), Jason Schwartzman (Louis XVI), Rip Torn (King Louis XV), Judy Davis (Comtesse de Noailles), Asia Argento (Madame du Barry), Marianne Faithfull (Maria Theresa), Aurore Clément (Duchesse de Chartres), Rose Byrne (Yolande Martine Gabrielle de Polastron, duchesse de Polignac), Guillaume Gallienne (Comte Vergennes), Clementine Poidatz (Comtesse de Provence), Molly Shannon (Tante Victoire), Steve Coogan (Ambassadeur Mercy), Jamie Dornan (Axel von Fersen), Shirley Henderson (Tante Sophie), Jean-Christophe Bouvet (Duc de Choiseul)
Regie: Sofia Coppola
Drehbuch: Sofia Coppola


Inhalt

Ende des 18. Jahrhunderts wird die österreichische Prinzessin Marie-Antoinette im Alter von 14. Jahren mit König Louis XIV verlobt und lebt fortan am französischen Hof. Dort muss das unvorbereitete und naive Mädchen mit der steifen Etikette, den unentwegten Machtproben und den kursierenden Gerüchten zurechtkommen. Um dem angestauten Frust, der durch ihre leidenschaftslose Ehe und das öffentliche Interesse verstärkt wird, Luft zu machen, gibt sie sich der Lust des Lebens hin und wird so zum Sündenbock für Politik und Adel.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Marie Antoinette hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julia Stache
Marie Antoinette hat eine Wertung von 60%
Basierend auf der Biographie von Antonia Fraser inszenierte Regisseurin Sofia Coppola ein buntes und interessantes Bild von Marie Antoinette. Das Historien-Drama, das beim Filmfestival in Cannes uraufgeführt wurde, zeichnet ein Bild des französischen Adels im 18. Jahrhundert. Die Farbenvielfalt, die Kostüme und die Darsteller sind zwar überzeugend und schön anzusehen. Doch auf ganzer Strecke überzeugen kann Coppola dann doch nicht.

Bild aus Marie Antoinette Die 14-jährige Marie Antoinette (Kirsten Dunst), Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, wird mit dem französischen Thronfolger Louis-Auguste (Jason Schwartzman) verheiratet. Die Hochzeit dient zur Festigung der politischen Beziehungen zwischen den europäischen Königsfamilien. Marie Antoinette muss dazu ihre Heimat und Familie für immer hinter sich lassen. Sie zieht an den Hof von Versailles und soll nach dem Tod des bisherigen Königs an der Seite ihres Mannes regieren. Die lebensfrohe, junge Frau kann sich nur schwer dem königlichen Alltag und seine Riten fügen. Ihre Beziehung zu ihrem Ehemann steht zudem unter keinem guten Stern. Louis-Auguste geht lieber auf die Jagd, als seinen ehelichen Pflichten nachzukommen. Nach dem Tod des Königs wird das Paar zu den neuen Regenten Frankreichs gekrönt. An der schwierigen Beziehung zu ihrem Mann kann das jedoch nichts ändern. Ihre Langeweile versucht die junge Frau fortan mit extravaganten Parties und im Konsumrausch zu ersticken. Dieses überschwängliche Leben führt letztlich zur Revolution des Volkes.

Sofia Coppola schildert Marie Antoinettes Leben in einem wahren Farbenrausch an Bildern und Kostümen. Der Zuschauer fühlt sich dadurch fast erschlagen an optischen Eindrücken. Mit der Wahl ihrer Darsteller bewies Coppola ein gutes Händchen, denn Kirsten Dunst ist für ihre Rolle wie geschaffen. Sie verkörpert die lebensfrohe, junge Marie Antoinette glaubwürdig und berührend. Die ganze Tragik ihres Lebens, der Zwang, bereits blutjung ein Land regieren zu müssen und sich in Konventionen zu fügen, steht ihr ins Gesicht geschrieben. Ihre charmante und unbekümmerte Art sorgt für frischen Wind im Verlauf des Films. Dem gegenüber steht Jason Schwartzman als Ehemann und König Ludwig. Wunderbar eintönig und mit großem Desinteresse an dem Geschehen um ihn herum, spielt er seine königliche Rolle. Beide Darsteller schaffen es deutlich zu machen, dass das politische Geschehen für sie wenig Bedeutung hat. Vielmehr möchten sie ihrem Alter entsprechend ihr Leben ohne Zwang und Regeln leben.

Das Manko an Coppolas Film ist eindeutig die Wiederholung. In immer wiederkehrenden Bildern schildert sie den täglichen Ablauf des königlichen Lebens. Diese Bilder unterscheiden sich nur anhand der Kostüme und Farben. Auf gravierende Einschnitte in das Leben Marie Antoinettes geht sie dagegen nur oberflächlich ein. So werden die Krönungszeremonie oder der Tod des ältesten Sohnes nur oberflächlich gezeigt. Gleiches auch am Ende des Films, der weder bildlich noch in Form eines erklärenden Textes über den weiteren Lebensweg des Paares Auskunft geben mag. Stattdessen legt Coppola ihr Hauptaugenmerk auf die schillernde Darstellung des ausschweifenden Lebens der Königin. Das Desinteresse an politischen Geschehnissen wird zwar angedeutet, aber nicht genug herausgearbeitet.

Untermalt wird die an Originalschauplätzen gedrehte Biographie von überraschend moderner Musik. So kommen neben The Strokes z.B. The Cure oder New Order zu Gehör, um das ausschweifende Leben der Königin zu untermalen. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig und nicht für jedes Ohr gemacht. Entweder kommt man also damit klar, oder muss mit einem weiteren Negativpunkt des Films leben.

Insgesamt ist Marie Antoinette ein optisch großartiger Film mit gut gewählten Darstellern und interessanten Aspekten geworden. Mehr Tiefe und weniger Wiederholung hätten dem farbenprächtigen Film allerdings gut getan. Vieles ist gewöhnungsbedürftig, weil man es schlichtweg nicht erwartet hätte. Damit kann Coppola nicht jeden Zuschauer glücklich stimmen. Wer sich jedoch trotzdem auf den Film einlässt, wird seine Sinne zumindest visuell reizen können.



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