Schön herausgearbeitete Charaktere, gute Darstellerleistungen, eine satirische Geschichte und viel Humor - Little Miss Sunshine ist nicht nur eine bissige Satire auf den Schönheitsköniginnenwahn der Amerikaner, sondern auch eine Familiengeschichte über Zusammenhalt und Verständnis, die auf dem Sundance Festival von sich Reden gemacht hat.
Als Road Movie angelegt, zeigt uns die Geschichte von Little Miss Sunshine die Probleme einer etwas skurrilen Familie, die aber irgendwie doch vollkommen normal ist. Natürlich ist der nicht-sprechende Bruder oder der suizidgefährdete schwule Onkel etwas absonderlich, aber immerhin stehen sie dem heroinsüchtigen Großvater und dem missglückten Motivator-Vater in Nichts nach. Auch der abgewrackte VW-Bus mit dem diese illustre Familie die Reise antritt, passt irgendwie perfekt in das Bild dieser amerikanischen Familie.
Eine Road-Movie-Komödie steht und fällt mit der Situationskomik und ihren Running Gags. Für Ersteres ist der Großvater zuständig, der einen derben Spruch nach dem anderen bringt und damit nicht nur Mutter Sheryl aus der Fassung bringt. Für die vorbereiteten Dauerlacher sorgt der Bruder, der sich geschworen hat, nicht mehr zu sprechen bis er auf die Air Force Academy kann, denn er schreibt alles, was er zu sagen hat. Dies führt ein ums andere Mal zu extrem witzigen "Dialogen", die den Kinozuschauer ordentlich aus dem Sitz heben (man beachte die Poster).
Sehr viel Sorgfalt scheinen die Macher auf den Cast gelegt zu haben, denn sehr gekonnt wurden nicht nur optisch, sondern auch charakterlich perfekt passende Darsteller für die skurrilen Charaktere gefunden. Vor allem Steve Carell als Onkel zeigt zwar seine sehr ruhige Ader in diesem Film, dominiert dafür ein ums andere Mal das Geschehen mit seiner tollen Mimik. Aber auch Toni Collette als etwas bemitleidenswerte Mutter spielt groß auf und versucht den Familienverband immer wieder zusammenzuhalten.
Insgesamt ist Little Miss Sunshine eine wunderbar humorvolle Komödie, die jeden Cent des Eintrittsgeldes wert ist. Glücklicherweise wird hier nicht nur unterhalten, sondern auch eine Message mitgegeben, die aber gekonnt platziert ist und eher unterschwellig als mit der Brechstange kommuniziert wird.