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Das alljährliche Münchner Oktoberfest ist weltbekannt und zieht scharen an Touristen an. Warum nun also noch einen Film zum Oktoberfest machen? Sollen dadurch vielleicht noch die letzten Bier- und Partyverweigerer eines besseren belehrt werden? Regisseur Jay Chandrasekhar hatte da wohl andere Ambitionen, denn in seiner Komödie geht es weniger um das Oktoberfest an sich. Viel mehr präsentiert er eine neue Form der Bierolympiade und das unerwartet sehr unterhaltsam.
Aufhänger des Films sind die beiden amerikanischen Brüder Todd und Jan aus der Familie Wolfhouse. Sie sollen die sterblichen Überreste ihres Großvaters auf der Theresienwiese verstreuen. Dabei stoßen sie rein zufällig auf die streng geheime Olympiade standfester Biertrinker aller Herren Länder, das Bierfest. Der Wettkampf in den Kellergewölben unter der Theresienwiese reizt sie enorm, doch leider sind sie im Biertrinken nicht gerade geübt. Sie scheitern jämmerlich gegen eine Gruppe Deutscher unter Führung ihres Verwandten Onkels Wulfhausen. Nachdem die Brüder nach Amerika zurückgekehrt sind, schwören sie Rache. Es bleibt ihnen ein Jahr Zeit, um eine trinkfeste Mannschaft um sich herum aufzubauen und erneut gegen die Deutschen anzutreten. Schließlich gilt es, die Ehre wieder herzustellen und dem verhassten Onkel eins auszuwischen.
Man sollte sich diese Komödie nur mit äußerst geringen Erwartungen anschauen und wird dann, überraschenderweise, mehr als unterhalten den Kinosaal verlassen. Bierfest zeigt neben erheblichem Konsum des Gerstensaftes auch die typisch bayerischen Klischees von Lederhosen und Kuckucksuhr. Natürlich dürfen auch eine handvoll barbusiger Damen nicht fehlen. Vom eigentlichen Oktoberfest sieht man nicht viel. Lediglich zu Anfang des Films gibt es kurze Originalaufnahmen.
Die schauspielerische Leistung, sei es von namhafteren Darstellern wie Jürgen Prochnow oder Ralf Möller, kann man nicht wirklich beurteilen. Dazu ist der Film einfach zu wenig Ernst zu nehmen und zu klamaukig. Immerhin erhält Möller die Chance, mehrere Sätze fehlerfrei in einem Stück wiederzugeben und es gelingt ihm ausgesprochen gut!
Bierfest muss man einfach gesehen haben, um sich irgendwie eine Meinung zu bilden. Er ist weder richtig schlecht, noch richtig gut, manchmal einfach nur furchtbar blöd. (Auch wenn man das als Kritiker eigentlich nie sagen sollte) Aber lachen kann man unwahrscheinlich viel und auch wenn man kopfschüttelnd das Kino verlässt, hatte man doch irgendwie richtig gute 2 Stunden. |