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Eine Buchverfilmung, die es in sich hat. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von P.D. James zeichnet Regisseur Alfonso Cuaron in ruhigen Bildern ein düsteres Bild einer Menschheit ohne Kinder. Mit dabei, Clive Owen als zynisch gewordener Freiheitskämpfer und Michael Caine als Späthippie der besonderen Art.
Was für ein Tag. Da stirbt der jüngste Mensch der Welt, man ist noch gar nicht richtig wach und kaum hat man sich seinen Kaffee mit einer Extra Portion Whiskey geholt, explodiert auch schon der Coffee Shop, aus dem man gerade gekommen ist. Man merkt schnell, warum Theodore Faron (Clive Owen) ständig mit griesgrämiger Miene durch das England des Jahres 2027 läuft. Seit vor knapp 20 Jahren innerhalb weniger Wochen die gesamte Menschheit unfruchtbar wurde, ist das soziale System aller Länder in sich zusammen gebrochen. Chaos und Anarchie herrschen auf den Straßen, während der Großteil der Bevölkerung in gnadenlose Apathie verfallen ist. Auch Theodore gehört inzwischen zu den Zynikern, obwohl er und seine Ex-Frau Julian Taylor (Julianne Moore) einmal ganz andere Prinzipien hatten. Nach dem Tod ihres Sohnes ist Julian zur Terroristin geworden. Theodore hat aufgegeben und hadert zusammen mit seinem Freund Jasper (Michael Caine) dem unweigerlichen Ende entgegen.
Nett ist es nicht gerade, was Regisseur Alfonso Cuaron dem Publikum da vorführt. In ruhigen, lang gezogenen Bildern zeigt er eine Menschheit, die sich schon längst aufgegeben hat. Für die Aufnahmen, die bis zu 15 Minuten ohne Schnitt auskommen, lies Cuaron seine Schauspieler extra Szene um Szene so lange proben, bis sie aus dem FF wussten, was zu tun war. Gelohnt hat sich dieser Perfektionismus auf jeden Fall. Während die Kamera langsam eine zerbombte Straße entlangfährt, kann man zunächst nur im Hintergrund erkennen, wie ein Panzer vom Straßenrand auf ein Haus zufährt. Bei jedem anderen Film, würde sich der Fokus jetzt sofort auf das große Objekt im Hintergrund legen, in Children of Men bleibt sie jedoch seelenruhig auf den Hauptakteuren. Den folgenden Beschuss des Hauses durch den Panzer bekommt man so zunächst nur aus den Augenwinkeln mit - was die Szene umso schockierender macht. Damit passt sich die Kamera auch ideal an die verdreckte und düstere Atmosphäre von Children of Men an.
Neben der originellen Kameraführung machen auch die Schauspieler einen großen Teil der Faszination von Children of Men aus. Clive Owen schleppt sich mit Hingabe durch den Film und sieht die ganze Zeit so aus, als ob er nur noch schlafen möchte, während Julian Moore gekonnt die letzte Idealistin in einer Welt aus Fatalisten darstellt. Highlight der Besetzung stellt jedoch Michael Caine dar. Zwar spielt er nur eine Nebenrolle, als 60s Rock hörender Althippie stiehlt er den Hauptcharakteren jedoch so manches Mal die Schau.
Gerne übersieht man bei Schauspielern und Kamera auch die ein oder andere Lücke in Hintergrund und Story. Warum die ganze Menschheit auf einmal unfruchtbar geworden ist, wird an keiner Stelle des Films erwähnt. Genau so wenig, warum ausgerechnet England von allen Nationen noch die zivilisierteste zu sein scheint. Ruiniert wird Children of Men durch diese Fehler allerdings auf keinen Fall. Genreliebhaber werden ohnehin daran gewöhnt sein, dass ihnen nicht alles erklärt wird. |