|
Mit Ein Gutes Jahr setzt Hauptdarsteller Russel Crowe die Arbeit mit Regisseur Ridley Scott nach Gladiator fort und präsentiert sich diesmal ganz ohne Action, sondern ruhig sowie tiefgründig. Aber auch wenn man mit diesem Weinberg-Film sicherlich nicht an den Erfolg des römischen Blockbusters anknüpfen kann, so zeigt Ein Gutes Jahr dass das Duo Crowe & Scott auch in diesem Genre punkten kann.
Die Idee zu Ein Gutes Jahr kam dem Romanautor Peter Mayle und Ridley Scott gemeinsam. Nach dem Bestsellererfolg des Buches verfilmte der Erfolgsregisseur den Stoff nun mit Russel Crowe, der sich als arroganter Finanzexperte nach A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn wieder in einer ruhigeren Rolle beweisen kann. Interessanterweise hat man außer Crowe keine weiteren großen Stars engagiert und wollte sich wohl auf die Story mit Tiefgang und Moral verlassen. Leider funktioniert das nur teilweise.
Als kleiner Junge hatte Max Skinner seinen Onkel geliebt, denn die Ferien auf dem französischen Weingut waren eine willkommene Abwechslung zum tristen England. Nicht nur die Schachspiele, sondern auch die Lehrstunden über Wein faszinierten den Jungen. Doch Skinner hat sich verändert und ist ein karriereorientierter Finanzexperte ohne Skrupel geworden. Selbst als sein Onkel stirbt und ihm das Weingut hinterlässt, denkt er nur an den Profit und will alles schnellstmöglich zu Geld machen. Doch der geplante Verkaufskurztrip in die Provence zieht sich durch widrige Umstände über mehrere Tage und wird immer mehr zu einer emotionalen Reise, die dem kalten und scheinbar herzlosen Max zeigt, was die wichtigen Werte im Leben sind.
Russel Crowe erinnert in der Rolle als Max Skinner häufig an seinen hervorragend gespielten und für den Oscar nominierten Part in A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn. Denn auch in Ein Gutes Jahr sehen wir das ruhige und nachdenkliche Gesicht des Neuseeländers. Nicht nur sehr tiefgründig, sondern zeitweise auch humorvoll präsentiert sich die nette Geschichte um den Lebenswandel und die Entdeckung der wahren Werte. Leider ist die Inszenierung nicht immer dicht genug und es entstehen ein paar Längen, die zwar durch wunderbar fotografierte Bilder gefüllt werden, aber dennoch einen Beigeschmack hinterlassen.
Außer Russel Crowe scheint niemand im Cast so recht punkten zu können (oder zu wollen). Er trägt den kompletten Film und wird nur in wenigen Szenen von seinen Mitstreitern wirklich in der Fortführung der Geschichte unterstützt. Auf Dauer wirkt dies - trotz der guten Darbietung des Oscarpreisträgers - sehr einseitig, hier hätte man vielleicht noch eine starke Frau an seine Seite stellen müssen, die ihm ein wenig das Wasser reichen hätte können. Insgesamt ist Ein Gutes Jahr für Russel Crowe-Fans sicherlich perfekt geeignet. Für alle Anderen muss man eine kleine Warnung aussprechen. Denn außer dem Neuseeländer gibt es eigentlich nichts Spannendes zu sehen. Für einen verregneten Abend sind die wunderbaren Bilder der Provence aber auf jeden Fall ein Kinoticket wert. |