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Lange ist es her, daß ich im Kino so herzhaft gelacht habe. Ein Königreich für ein Lama ist auf alle Fälle einer der besten Disney Filme die ich je gesehen habe und bietet vor allem nach dem entäuschenden Disney's Dinosaurier eine ganze Menge Spaß. Wahrscheinlich hat mir der Film deshalb so gut gefallen, weil er nicht unbedingt typisch Disney ist. Normalerweise handeln die Filme von der Mäuse-Company von zurückhaltenden, verletzlichen Personen die im Verlauf der Handlung ihre Träume verwirklichen, am besten gleichzeitig noch ein paar Anekdoten über das Leben sammeln und vielleicht noch ein romantisches Abenteuer bestreiten. Serviert wird der typische Disney-Film mit ein paar stimmungsvollen Songs aus der Feder von Phil Collins und Konsorten.
Ein Königreich für ein Lama schlägt eine ganz andere Richtung ein. Diesmal geht es um einen arroganten und egozentrischen jungen Kaiser, der das Leben erst richtig kennenlernt als er von seiner neidischen Beraterin in ein Lama verwandelt wird und nun mit Hilfe eines gewöhnlichen Dorfbewohners einen Ausweg aus dieser mißlichen Lage finden muß. Natürlich lernt der Jungspund im Verlauf der Geschichte was wahre Freundschaft bedeutet und macht so eine wichtige persönliche Entwicklung durch, das alles verläuft jedoch ganz automatisch nebenher ohne daß der Film groß draufrumreiten muß. In erster Linie geht es bei Ein Königreich für ein Lama nämlich nur um eines: Spaß! Und den haben die Zuschauer zur Genüge. Man sagt ja immer so schön, Disney Filme wären sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gleichermaßen geeignet und bei diesem Film trifft das auch wirklich zu. Die Kiddies werden an den witzigen Figuren ihre wahre Freude haben, aber einen Großteil der Gags wahrscheinlich gar nicht verstehen. Das bedeutet jetzt aber keinesfalls der Film wäre nichts für Kinder, er unterhält sein erwachsenes Publikum eben nur auf einer anderen Ebene.
Auch in Sachen Erzählstruktur und Optik haben die Leute von Disney einiges dazugelernt. Da unterbricht Kuzco, der in der ersten Hälfte des Films auch als Erzähler auftritt, gern mal den Film um uns Zuschauern mittels Rotstifts darauf aufmerksam zu machen auf was wir denn besonders achten sollen. Auch sonst bedienen sich nicht nur die Figuren einer äußerst hippen Sprache sondern auch die rund 400 Zeichner zeigen uns was man mit dem Medium alles so anstellen kann. Vom genialen musikalischen Intro (ich sag nur Tom Jones!) bis hin zum rasanten Showdown zog Regisseur Mark Dindal alle Register und schuf einen Film bei dem der schon fast abgedroschene Vergleich mit einer Achterbahnfahrt echt mal gerechtfertigt ist.
Dabei war der Film ursprünglich als typisches Disney Drama konzipiert gewesen. Als 1994 die Idee zu dieser Geschichte entstand, hieß der Film noch Kingdom of the Sun und sollte in bekannter Disney Manier vor allem durch Musik getragen werden. Der Sänger Sting nahm daraufhin sechs Lieder auf, die für den fertigen Film jedoch allesamt verworfen wurden. Während der Entwicklung des Drehbuchs stellte Produzent Randy Fullmer fest, daß ihm die Produktion des Film nicht so viel Spaß bereitete wie er sich erhofft hatte und als Chris Williams schließlich mit einem ganz neuen und frischen Konzept auftauchte, beschlossen die Jungs von Disney das Thema in Form einer Comedy zu verarbeiten. Man kann nur hoffen, daß Verantwortlichen bei Disney mit dem fertigen Produkt zufrieden waren und wir Zuschauer in Zukunft mehr von diesen stylischen Zeichentrickfilmen zu sehen bekommen. |