|
Nachdem er mit Cabin Fever einen Rieseneinstand feierte, durfte Eli Roth mit dem Gütesiegel "presented by Quentin Tarantino" 2005 Hostel auf die Leinwände bringen. Zwei Jahre später kommt nun also die Fortsetzung, die sich zwar mit ähnlicher aber soliderer Geschichte, dafür weniger Atmosphäre präsentiert.
Dass Eli Roth sein Handwerk durchaus versteht, konnte er mittlerweile beweisen, dennoch war Hostel nicht der "Über-Horror-Thriller-Schocker", den man versucht hat zu propagieren. Das Einspielergebnis stimmte dennoch und so gaben die Geldgeber natürlich das Go für einen zweiten Teil rund um das slowvakische Hostel, das einige All-Inclusive-Leistungen bereit hält.
Der Film schließt nahezu direkt an das Ende von Teil 1 an und zeigt uns den Überlebenden, der von Alpträumen heimgesucht wird und wegen Verfolgungsangst nicht zur Polizei geht. Nachdem Eli Roth dieses Kapitel dann gebührend abgeschlossen hat, wechselt er nach Rom, wo sich drei amerikanische Freundinnen auf einen Trip nach Prag vorbereiten und dabei von einem Model auf eine kleine slovakische Stadt mit heißen Quellen aufmerksam gemacht werden. Die Mädels lassen sich nicht lange lumpen und beschließen spontan diesem idyllischen Örtchen einen Besuch abzustatten...
Im Gegensatz zum Vorgänger bezieht Hostel 2 auch die Seite der "Quäler" etwas ausführlicher mit ein und so dürfen wir die beiden aus der Serie Desperate Housewives bekannten Gesichter von Roger Bart und Richard Burgi von der Abreise in Amerika bis zu ihrer "Aufgabe" in der Slowvakei begleiten. Diese Änderung sorgt für eine positive Stabilität der Geschichte, die in Teil 1 sehr dürftig auffielausfiel. Zu unklar waren damals die Hintergründe der Personen, die sehr viel Geld für die Quälerei und den eigenhändigen Mord an Anderen ausgeben. Diesmal werden die beiden Charaktere tiefer beleuchtet und sorgen damit für mehr Effekt in den Horrorszenen.
Positiv sind auch die Wendungen der Geschichte, die zwar nicht perfekt und absolut überraschend sind, aber zumindest einer oberflächlichen Betrachtung standhalten. Die Atmosphäre hingegen fällt im Vergleich zu Hostel diesmal wesentlich dürftiger aus. Dies liegt wohl vorrangig an den etwas zu sehr ins Witzige gezogenen Splatter-Szenen. Hier wäre weniger mehr gewesen, denn durch das "draufhalten der Kamera" wirken die Brutalitäten zum Teil fast mehr lustig und lächerlich als abschreckend.
Hätte man bei Hostel 2 mehr wert auf Suspense und psychologischen Horror als auf pure Effekte und Splatter gelegt, dann wäre ein durchaus ansehnlicher Film herausgekommen. So ist wie bei Teil 1 ein guter Durchschnitt drin, der Horrorfans zwar einen amüsanten Abend garantiert, aber viel mehr auch nicht zu bieten hat. |