Mit Triff die Robinsons verfilmen die Walt Disney Studios ein Buch von William Joyce, welches in Amerika zwar sehr bekannt ist, aber hierzulande eher den Wenigstens etwas sagen wird. Doch nicht nur die unbekannte Geschichte, sondern auch die holprige Inszenierung und die Masse an Handlungselementen sorgen dafür, dass der Streifen nicht sonderlich kindgerecht wirkt.
Die Erwartungshaltung ist gerade bei Walt Disney-Filmen immer enorm hoch, denn kaum ein anderes Studio hat den Ruf immer wieder tolle Märchen- und Kinderfilme gekonnt zu produzieren. Bei den Animationsfilmen hatte man sich zu diesem Zweck seit 1991 erfolgreich mit Pixar verbündet und dann schließlich Anfang 2006 die gesamte Firma übernommen. Genügend Know-How ist also offensichtlich vorhanden, dennoch zeigt Triff die Robinsons, dass eben auch in einer scheinbar perfekt funktionierenden Maschinerie wie Disney Fehler gemacht werden.
Der kleine Waisenjunge Lewis ist ein kreativer Kopf und erfindet so allerhand tolle Sachen - die leider nie funktionieren. Dennoch gibt er nicht auf, denn mit seiner neuesten Erfindung - einem Erinnerungs-Scanner - will er aus seinem Gedächtnis das Bild seiner leiblichen Mutter holen, um dann nach ihr zu suchen und endlich eine Familie zu haben. Doch die Präsentation der Maschine auf einem Erfinder-Wettbewerb wird durch den bösen Bowler Hat Guy zunichte gemacht und Lewis verwirft den Gedanken einer glücklichen Familie. Doch als der etwas merkwürdige Wilbur Robinsons auftaucht und Lewis mit in die Zukunft nimmt, ändert sich Lewis Leben grundsätzlich...
Triff die Robinsons ist sicherlich kein schlechter Film und überzeugt durch ordentliche Animationen, die mit den mittlerweile üblichen Figurenstilen spielt. Dafür ist die Geschichte diesmal das Haar in der Suppe. Nicht nur, dass man stellenweise sogar als Erwachsener enorm aufpassen muss, um jedes Detail der Geschichte zu erfassen, auch die zwischenzeitlichen Längen werden bei Kindern für unruhiges Rutschen auf den Sitzen sorgen. Weiterhin störend ist die Tatsache, dass Kreativität bei Disney mittlerweile wohl mit "wer klaut am besten" gleichzusetzen ist, denn als witzige Anspielungen auf andere Filme gehen die verschiedenen Figuren aus Minority Report oder Star Wars nicht mehr durch.
Der Widerspruch einerseits viele Details unterzubringen und damit das Zielpublikum zu überfordern, dann aber andererseits mehrere Minuten gähnende Langeweile zu versprühen, schmälert den Spaß bei Triff die Robinsons enorm. Dennoch ist der Film - zumindest für das jüngere Publikum - sicherlich zu empfehlen, da er eine nette Grundgeschichte in gewohnter optischer Qualität verfilmt. Bei Disney sollte man sich aber mit einem guten Mittelmaß eigentlich nicht zufrieden geben, denn Streifen wie Cars zeigen, dass man das Handwerk wesentlich besser beherrscht!