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Wenn die Bösen auch mal gewinnen wollen: Weil der Chefzauberer zum Golfen geht, bauen seine Assistenten richtig Mist. Die Märchen-Bösewichte unter der Führung der bösen Stiefmutter Frieda übernehmen die Macht und nur Küchenjunge Rick, der in (Cinder-) Ella verliebt ist, hat genügend Mumm, um es mit dem bösen Wolf und seinen Kumpanen aufzunehmen. Paul Bolgers farbenfrohe CGI-Märchenparodie wärmt zweitklassige Gags auf und vermischt sie mit einer unausgegorenen Story
Im fernen Märchenland sorgt ein Chefzauberer dafür, dass die bekannten Märchen so ablaufen, wie sie schon immer erzählt wurden. Doch eines Tages wagt er es, in den Urlaub zum Golfen nach Schottland zu fahren. Seine beiden trotteligen Assistenten Munk und Mambo sollen so lange auf Zauberstab und Zauberkugel aufpassen. Es kommt wie es kommen muß. Die Lehrlinge toben herum und schwupp, kommen einige Märchen in Unordnung. Zwar geht zum Beispiel die böse Schwiegermutter Frieda mit ihren bieden Gören noch immer zum Ball des tumben Prinzen und auch (Cinder-)Ella folgt ihnen, von einer Fee verzaubert. Doch allein die Tatsache, dass Küchenjunge Rick total auf Ella steht, haben die Gebrüder Grimm so nicht vermerkt. So kriegt Frieda lange Ohren, als sie im Schloßturm die beiden Assistenten bei der Schadensbegrenzung erwischt. Sie reißt den Zauberstab und damit die Macht an sich. Nun greift sie in die Märchen ein, sammelt alle Bösewichte ein, um den Guten das Happy-End so richtig um die Ohren zu hauen. Also machen sich der Prinz und Rick auf, um Helden zu spielen. Der Prinz, weil man da tolle Posen zeigen kann, und Rick, weil er endlich das Herz seiner Ella erobern möchte. Dafür braucht er allerdings die Hilfe von Munk und Mambo...
John H. Williams, einer der Shrek-Produzenten, hat offensichtlich alle verworfenen Parodie-Ideen für die Abenteuer des grünen Ogers aufgehoben. Aus diesen zweitklassigen Ideen zimmerte er eine drittklassige Handlung zusammen, deren Konsistenz keinem Nachhaken standhält. Es war k'einmal im Märchenland verbindet krude Märchenstrukturen mit modernen Romance-Elementen und lausigen Gags im Kleinkinderformat. Leider können die Kleinen mit der als Parodie zu verstehenden Storyline überhaupt nichts anfangen.
Regie-Debütant Paul Bolger hat keine Chance, sein (eventuelles) Können zu zeigen. In dieser drögen Mischung stimmt wenig und noch viel weniger passt zusammen. Angefangen bei den unausgegorenen Grundstrukturen des Märchenlandes bis zum Handlungsverlauf. Außerdem irritiert die wenig elegante Figurenauswahl, wenn zwischen einigen Märchenfiguren der Grimm-Brüder auch Trolle herumtoben, die man so aus der Gummibären-Bande kennt. Und die Assistenten Munk und Mambo könnten schlechte Kopien der "SimsalaGrimm"-Helden sein. Von Charakterdesign zu sprechen, wäre mutig. Der Einfall, die Wölfe als Mafiosi zu präsentieren, ist da ein Höhepunkt. Einzig der tumbe Prinz bleibt herrlich doof bis zuletzt. Ein Vergleich mit Vorbild Shrek - Der tollkühne Held ist unmöglich. Selbst der niedrig budgetierte Die Rotkäppchen-Verschwörung, die moderne Verballhornung der Märchen als illustre Krimikomödie, vermag ein logischeres Universum zu präsentieren.
Tatsächlich erweist sich Bolgers Lachnummer als willkürlich zusammengeschraubte Gag-Parade ohne Kracher. Ein Knüller, wenn sich die Gute Fee beständig verzaubert, und ein Brüller, wenn Rumpelstilzchen sein Herz für Windelträger entdeckt. Die zentrale Romanze zwischen Rick und Ella wird dank Rückriff auf die üblichen Genremechanismen der Teenagekomödie mit der Sensibilität von Hammer und Amboß zusammengeschmiedet, während das vorhersehbare Finale dank der obligatorischen Dummheit des Bösen natürlich zum märchenhaften Happy-End zusammenbricht. Da sollte der Zauberer gleich nochmal den den Zauberstab schwingen, um alle Erinnerungen an Es war k'einmal im Märchenland zu tilgen. |