Eine Nacht bei McCool's Poster

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Eine Nacht bei McCool's

(One Night at McCool's, 2001)

Dt.Start: 12. April 2001
DVD: 31. Oktober 2001
Premiere: 19. April 2001 (UK)
FSK: ab 16 Genre: Komödie
Länge: 93 min Land: USA
Darsteller: Matt Dillon (Randy), Liv Tyler (Jewel Valentine), Michael Douglas (Mr.Burmeister), Paul Reiser (Carl), John Goodman (Detective Dehling), Reba McEntire (Carls Psychiaterin), Leo Rossi (Joey Dinardo), Ric Sarabia (McCool's Cop), Andrew Silverstein (Utah/Elmo), Eric Schaeffer (Greg Spradling), Daniel Selby (Verwirrter Mann), Mary Jo Smith (Bingo Spieler)
Regie: Harald Zwart
Drehbuch: Stan Seidel


Inhalt

Alles begann eines Nachts bei McCool's als die schöne Jewel in das Leben dreier Männer trat und alles gewaltig durcheinander brachte. Doch Barmixer Randy, Anwalt Carl und Police Detective Dehling haben alle ganz unterschiedliche Erinnerungen an die Ereignisse die auf jene Nacht folgten.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Eine Nacht bei McCool's hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 78%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Brendel
Eine Nacht bei McCool's hat eine Wertung von 78%

Stan Seidel hat mit seinem Drehbuch zu Eine Nacht bei McCool's eine recht originelle Idee zu Papier gebracht. Wir erleben die Geschichte um Jewel und ihre drei Verehrer nämlich nicht wie gewohnt nur aus einer einzigen Perspektive, sondern gleich aus drei verschiedenen. Jede der drei männlichen Hauptfiguren Randy, Carl und Dehling vertraut einer auserwählten Person seine Version der Geschehnisse an. In Randys Fall ist es der Profikiller Burmeister mit dem er sich beim Bingo verabredet hat, Carl konsultiert die Psychiaterin Dr.Naomi Green und Dehling wendet sich als frommer Kirchengänger an einen Pfarrer. Allein diese Gespräche sorgen schon für viel Situationskomik, doch was uns Zuschauer wirklich interessiert ist die Geschichte die diese drei Männer miteinander verbindet, eine Geschichte die eines Nachts bei McCool's ihren Anfang nahm.

Im Zentrum der Ereignisse steht die hübsche Jewel, eine Frau die für jeden der drei Männer etwas anderes symbolisiert. Randy sieht in Jewel seine neue Freundin die ihm viel zu schnell zur häuslichen Ehefrau mutiert. Für Carl ist Jewel das begehrenswerteste Wesen das er jemals gesehen hat, eine Frau die für ihn puren Sex verkörpert. Der einsame Witwer Dehling sieht in Jewel hingegen eine engelsgleiche Gestalt, die ihn aus seinem jahrelangen Koma erwachen und endlich wieder Leben in sich spüren ließ als sie ihm zum ersten mal begegnete. Der Film springt immer wieder zwischen den verschiedenen Sichtweisen hin und her und so ändern sich auch jedesmal gewisse Details. Stück für Stück versuchen die Zuschauer herauszufinden, was sich tatsächlich zugetragen hat, bis man sich schließlich irgendwann die Frage stellt: Gibt es so etwas wie eine objektive und allgemeingültige Wahrheit überhaupt?

Liv Tyler hatte in diesem Film die schwierige wenngleich sicherlich auch spaßige Aufgabe all die verschiedenen Versionen ihrer Figur glaubhaft darzustellen. Das macht sie sogar so geschickt, daß die Zuschauer zwischen den verschieden Darstellungen der Jewel auch einen Blick auf den echten Charakter dieser Figur werfen können. Jewel manipuliert im Grunde jeden der drei Männer um immer das zu bekommen was sie gerade möchte. Es geht ihr eigentlich nie um die Männer selbst, sondern nur um das was sie ihr geben können. Trotzdem bleibt Jewel während des gesamten Films immer Sympathieträger des Publikums. Man darf natürlich auch die Leistungen der anderen Schauspieler nicht vergessen, denn auch Randy, Carl und Dehling treten je nachdem wer gerade die Geschichte erzählt unterschiedlich auf.

Regieneuling Harald Zwart, Kameramann Karl Walter Lindenlaub und Kostümdesignerin Ellen Mirojnick haben ihr übrigens getan, um die drei unterschiedlichen Versionen der Geschichte geschickt visuell umzusetzen. So wurde unter anderem mit verschiedenen Linsen und Ausleuchtungen gearbeitet, um Jewel stets anders wirken zu lassen. Auch ihre Kleidung ändert sich während des Films. In Randys Version trägt Jewel zum Beispiel ein bestimmtest Kleid, daß anschließend in Carls Rückblick viel kürzer ist, um sie etwas heißer, fast schon nuttiger aussehen zu lassen. Es ist in beiden Fällen das selbe Kleid, nur eben in unterschiedlichen Ausführungen. Einige dieser Variationen fallen dem Zuschauer sofort auf, andere wirken jedoch eher unterschwellig und vergrößern dadurch natürlich den gewünschten Effekt.

Leider hat Eine Nacht bei McCool's trotz der originellen Erzählweise in der zweiten Hälfte den ein oder anderen Durchhänger und ist stellenweise fast langweilig. Doch der große Showdown, der nicht nur ein irrwitziges Shootout, eine der coolsten Michael Douglas Slowmotions aller Zeiten und einen dem Film würdigen Schlußgag enthält, entschädigt schließlich wieder für alles.



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