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Produzent Michael Bay bringt mit The Hitcher sein nächstes Horrorfilmremake in die Kinos. Auch diesmal bediente er sich bei einem Genreklassiker und wird damit sehr wahrscheinlich auch wieder für gespaltene Meinungen sorgen. Richtig schlecht ist das Resultat von Dave Meyers' Regiearbeit zwar nicht, aber mehr Atmosphäre und weniger Teeny-Slasher hätten sicherlich nicht geschadet.
Mit Filmremakes ist es ja immer so eine Sache. Sollte man die neue Fassung einzig und allein am Original messen, oder sollte man den Streifen auch als eigenständiges Werk ansehen? Die meisten "älteren" Kritiker tendieren eindeutig zu Ersterem. Meiner Meinung nach sollten aber auf jeden Fall beide Aspekte mit einbezogen werden. Zwar rufen die Neuverfilmungen bei Fans der Originalstreifen häufig Schreie des Zorns und des Entsetzens hervor, finden aber auch durchaus ihr Publikum. Bestes Beispiel hierfür war das Remake des Texas Chainsaw Massacres, das beim jungen Publikum gut ankam. Man darf eben nicht davon ausgehen, dass jeder, der ins Kino geht, auch das Original gesehen und die Vergleichsmöglichkeiten hat, sondern muss auch die Eigenständigkeit des Films mit in die Bewertung einbeziehen. Zudem hat sich auch der Geschmack der Zielgruppe solcher Filme deutlich verändert. Und so sollte man auch The Hitcher eine faire Chance geben.
Anders als im Ursprungsfilm jagt der Highwaykiller diesmal nicht nur eine Person, sondern ein junges Studentenpärchen, gespielt von Sophia Bush und Zachary Knighton. An den Beiden lässt sich an und für sich nichts aussetzen. Sie spielen ihre Rollen solide und dem Film angemessen. Sean Bean sorgt als Hitcher dafür aber für wenig Begeisterung. Dem Vergleich mit Rutger Hauer hält er nicht stand.
Natürlich, wer den Originalstreifen von 1986 kennt, der wird sich mit The Hitcher nur schwer anfreunden können, es gibt aber wesentlich schlimmere Werke als dieses. Sicherlich kommt der Film nicht über den Durchschnitt hinaus und er enthält mehr als eine der berühmten "Wie blöd kann man eigentlich sein"-Szenen, aber zumindest die erste Hälfte bietet einige gut gesetzte Schockmomente. Im zweiten Abschnitt geht es dann blutig und brutal zur Sache und Freunde des gepflegten Splatters kommen auf ihre kosten. Man wird sich wohl an diese neue Generation von Horrorfilm, die in Videoclip- und Werbefilmoptik daherkommt, gewöhnen müssen, denn es gibt dafür anscheinend eine große Zielgruppe. Und so wird sich Michael Bays Produktionsstudio wohl noch so einige Klassiker vornehmen. |