Dass Jim Carrey ein geborener Komiker ist, hat er mehrmals unter Beweis gestellt. Doch auch bei ernsten Rollen wie in Die Truman Show wusste er zu überzeugen. Auch diesmal liegt es nicht an Carrey selbst, sondern vielmehr der Geschichte und Inszenierung, die unspannender nicht sein könnte, denn bei Number 23 sollte man weder Überraschungen noch Thriller erwarten!
Die sagenumwobene Zahl 23 war immer wieder Thema der Filmemacher, doch bisher hat sich keines der Major-Studios die Ehre gegeben. Nun sollte also Joel Schumacher, der bislang eine sehr achterbahnartige Filmqualität an den Tag legte, sich der Thematik annehmen. Dass man sich als Hauptdarsteller ausgerechnet Jim Carrey auserkoren hat, ist im nachhinein betrachtet eigentlich ein Glücksgriff, denn ohne die Darstellerriege, die das maximal Möglichste aus diesem Drehbuch herausholt, wäre es wohl zum Totalausfall gekommen.
Walter Sparrow denkt sich erst einmal nichts dabei, als ihm seine Frau Agatha das Buch Zahl 23 schenkt. Als er jedoch mehr und mehr Parallelen zwischen dem Hauptakteur es Buches und sich selbst entdeckt, wird er neugierig. Die Konfrontation mit der geheimnisvollen Zahl 23, die anscheinend sein gesamtes Leben beherrscht, geht bei Walter so tief, dass er wie ein Besessener die Geheimnisse hinter diesem Buch zu lüften versucht. Und so wird er selbst zu dem Buch-Charakter Fingerling und ist verzweifelt auf der Suche nach der ultimativen Lösung!
Oberflächlich betrachtet ist Number 23 ein nett anzusehender Film mit einem gut agierenden Hauptdarsteller. Doch eine richtige Spannung will in den beiden Handlungssträngen nicht aufkommen und so fühlt sich der Zuschauer von der teils sehr konstruierten Geschichte ein wenig allein gelassen. Zu Gute halten muss man dem Film allerdings sein Tempo und die damit einhergehende Bildergewalt, die bereits im Trailer angedeutet wurde. Leider schafft es Joel Schumacher in zu wenigen Szenen, die mysteriöse Stimmung auf die Leinwand zu bannen und verschenkt somit das spannungstechnische Potential.
Number 23 ist zu oberflächlich und darüber kann auch der obligatorische Twist am Ende des Films nicht hinwegtäuschen. Denn echte Genre-Fans ahnten bereits eine Stunde vorher, worauf alles hinauslaufen wird. Insgesamt enttäuscht der Schumacher-Streifen also in nahezu jeglicher Hinsicht. Einzig Carrey konnte ansatzweise wieder einmal seine gute dramatische Seite präsentieren, die in so grandiosen Streifen wie Vergiss mein nicht! aber wesentlich besser aufgehoben ist!