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Under Suspicion

(Under Suspicion, 2000)

Dt.Start: 03. Mai 2001
DVD: 14. Januar 2002
Premiere: 11. Mai 2000 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 12 Genre: Krimi, Thriller
Länge: 110 min Land: Frankreich, USA
Darsteller: Morgan Freeman (Capt. Victor Benezet), Gene Hackman (Henry Hearst), Thomas Jane (Detective Felix Owens), Monica Bellucci (Chantal Hearst), Nydia Caro (Isabella), Miguel Angel Suarez (Superintendent Miguel), Isabel Algaze (Camille Rodriguez), Pablo Cunqueiro (Detective Castillo), Jackeline Duprey (Maria Rodriguez), Luis Caballero (Paco Rodriguez), Patricia Beato (Darlita), Sahyly Yamile (Reina), Hector Travieso (Peter), Marisol Calero (Sergent Arias), Vanessa Shenk (Sue-Ellen Huddy)
Regie: Stephen Hopkins
Drehbuch: Claude Miller


Inhalt

Ermittler Victor Benezet hat den grauenvollen Tod zweier junger Mädchen aufzuklären. Sein Freund Henry Hearst entdeckte die zweite Leiche und wird ins Präsidium bestellt, um seine Aussage zu wiederholen. Doch während des Gesprächs verstrickt sich der bekannte Anwalt in ein Lügengeflecht und wird vom Zeugen zum Verdächtigen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Under Suspicion hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Straßer
Under Suspicion hat eine Wertung von 80%

Der Thriller Under Suspicion ist ein Remake des französischen Films Garde à Vue aus dem Jahre 1981. Regisseur Stephen Hopkins ging bei der Inszenierung ein großes Risiko ein und stützte den kompletten Film auf die beiden Hauptdarsteller. Doch angesichts der Tatsache, daß Morgan Freeman und Gene Hackman die beiden "Lastenträger" sind, kann man das nicht als Risiko bezeichnen. In den unermüdlichen Verhören und Gesprächen können die beiden ihre Klasse aufblitzen lassen und drücken dem Film ihren Stempel auf.

Der Film spielt zu 90% in zwei Räumen, dem Büro des Inspektors und dem angrenzenden Verhörzimmer mit dem obligatorischen durchsichtigen Spiegel. Die Verhöre laufen meist in ruhiger Atmosphäre ab, nur ab und zu kochen auf Grund der räumlichen Enge und der düsteren Atmosphäre die Emotionen hoch. Die Gefühlsschwankungen werden durch die schwarzweiß Einstellungen der Handkamera zusätzlich intensiviert. Doch wenn die Räumlichkeiten in visualisierten Gedanken oder Flashbacks verlassen werden, ändert sich das schlagartig. Durch harte Schnitte, langsame und schnelle Kamerafahrten wirken die Bilder hektisch und spiegeln den erregten Gefühlszustand des Erzählenden wieder. Geradezu genial ist die Platzierung von Morgan Freeman in den Erinnerungen und Erzählungen der Befragten. Man könnte denken die beiden wären zum Tatort gefahren, um noch ein paar Details zu prüfen, doch stattdessen sind sie immer noch im Büro. Auch die Übergänge von den Flashbacks ins aktuelle Geschehen wurden bravourös gelöst. Die Geschichte des Films wird in den Verhören Stück für Stück aufgedeckt. Der Verdächtige Henry Hearst und seine Frau rücken immer ein wenig mehr von der Wahrheit heraus oder verwickeln sich in Widersprüche. Die daraus resultierenden Plottwists halten die Spannung durchgehend auf hohem Level und den Zuschauer bei Laune. Während des ganzen Films ist man sich nie sicher, ob Henry Hearst nun der Täter ist oder nicht. Seine emotionale Wandlung wird von Gene Hackman wirklich grandios gespielt. Er zieht alle Register seines Könnens und schafft eine glaubwürdige Wandlung vom selbstbewussten Selfmademan zum gebrochenen Selbstzweifler, dessen peinliches Privatleben schonungslos aufgedeckt wird. Ein wichtiges Element der Handlung ist der Spiegel, der das Büro des Inspektors vom Verhörzimmer trennt. Er symbolisiert die emotionale Trennung zwischen den Eheleuten Hearst. Manchmal kann ein Ehepartner nur sehen was im Verhandlungszimmer abläuft, das andere Mal kann er auch zuhören. Das Ende des Films ist, wie nicht anders zu erwarten, eine Überraschung und wird in seinem ganzen Ausmaß nicht sofort klar. Erst beim späteren revuepassieren werden die unzähligen existenziellen und philosophischen Fragen offengelegt.

Regisseur Stephen Hopkins beschert uns in seinem Thriller Under Suspicion wahrlich großes Kino. Eine gelungene Inszenierung gepaart mit makelloser Schauspielkunst garantieren 110 Minuten Spannung auf hohem Level. Diesen Film sollte man sich nicht entgehen lassen.



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