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The Host

(Gwoemul, 2006)

Dt.Start: 29. März 2007
DVD: 20. September 2007
Premiere: 21. Mai 2006 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 16 Genre: Action, Horror
Länge: 119 min Land: Südkorea
Darsteller: Kang-ho Song (Park Kang-du), Hie-bong Byeon (Park Hie-bong), Hae-il Park (Park Nam-il), Du-na Bae (Park Nam-ju), Ah-sung Ko (Park Hyun-seo), David Joseph Anselmo (Donald), Paul Lazar, Dal-su Oh, No-shik Park, Brian Rhee, Scott Wilson, Pil-Sung Yim
Regie: Joon-ho Bong
Drehbuch: Chul-hyun Baek, Joon-ho Bong


Inhalt

Die Einwohner Seouls werden eines Tages von einem Monster heimgesucht, das dem städtischen Fluss entstiegen ist, in dem giftige Chemikalien entsorgt wurden. Es krallt sich neben vielen anderen Hyun-seo, die 12-jährige Tochter des schusseligen Kioskbesitzers Gang-du, der daraufhin die restlichen Mitglieder seiner schrägen Familie mobilisiert, um das kleine Mädchen zu retten. Hierbei können sie allerdings nicht mit der Unterstützung der Polizei oder Behörden rechnen, die den Ausnahmezustand verhängt haben, alle Überlebenden internieren und mithilfe des US-Militärs einen Giftgaseinsatz vorbereiten.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Host hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 90%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Birte Lüdeking
The Host hat eine Wertung von 90%
Die dritte Regiearbeit des Südkoreaners Joon-ho Bong (Memories of Murder) ist einer der einfallsreichsten und effektvollsten Monster-Movies der letzten Jahre: ebenso spannend wie witzig, ästhetisch beeindruckend und emotional mitreißend. Ein versierter Mix aus Horrorfilm und Politsatire, Familiendrama und Komödie, mit einer unheimlich unterhaltsamen Kreatur, die an Godzilla und Alien erinnert und in seiner Biestigkeit nicht ohne Charme ist.

Bild aus The Host In Südkorea brach The Host mit 13 Millionen verkauften Eintrittskarten - in einer Nation mit rund 48 Millionen Einwohnern - alle Kassenrekorde und auch auf zahlreichen internationalen Filmfestivals wurde er von Kritik und Publikum zu Recht begeistert aufgenommen. Ihm gelingt der schwierige Spagat zwischen ernsten und leichten Tönen, actiongeladenen Thrills und staubtrockener Situations- und Dialog-Komik. Einerseits hält er sich an die gängigen Genre-Regeln und lässt Horrorfans auf ihre Kosten kommen, andererseits untergräbt er sie, ist dabei erstaunlich frisch und überraschend und mit seiner Kritik an der amerikanischen Vietnam-, Südkorea- und Irak-Politik herrlich unkorrekt und respektlos.

Die unter anderem von den Spezialeffektkünstlern hinter Der Herr der Ringe und Hellboy großartig animierte amphibische Mutation, die sich gleichermaßen an Land und im Wasser bewegen kann, sorgt einerseits für gelungene Grusel- und Schockmomente, andererseits für zahlreiche Anlässe zum Schmunzeln, wenn sie sich beispielsweise in Tarzanmanier von Brückenpfeiler zu Brückenpfeiler schwingt und ihren verspielten Sinn für Akrobatik demonstriert. Gönnt sie sich ein Mittagsschläfchen, um sich vom vielen Morden zu erholen, hat sie wiederum fast etwas Rührendes an sich. Sie ist wie die überzeugendsten Fantasiewesen vor ihr, sowohl was Aussehen als auch was Charakter betrifft, so komplex und dreidimensional wie die realen Figuren.

"Anders als in den meisten Monsterfilmen, in denen die Hauptfiguren wie Superhelden erscheinen, habe ich so eine Art "Verlierer"-Typen gewählt, die ziemlich gewöhnlich sind", beschreibt der Regisseur seine menschlichen Protagonisten. Am Anfang eine dysfunktionale, unharmonische Familie aus der Arbeiterklasse, wachsen ihre Mitglieder durch die Herausforderungen, die ihnen im Verlauf der Handlung begegnen, über ihre Defizite hinaus. Dagegen zeigen der Staat und das Militär in Zeiten einer Krise sein wahres, unmenschliches Gesicht und stellt sich dabei rücksichts- und skrupelloser als das von ihm verursachte Flussungeheuer heraus. Die gesellschaftspolitischen und sozialkritischen Seitenhiebe wurden in The Host aber mit soviel Humor eingebaut, dass der große Spaß und Adrenalinkick, den dieser Genre-Querschnitt bereitet, in keiner Minute getrübt wird. Trotz einiger Ungereimtheiten und Längen bietet er hervorragend gefilmtes und inszeniertes Popcorn-Kino - mit Tiefgang, zumindest für die, die danach suchen.



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