"Rudi rennt wieder" heißt es im Untertitel von Rennschwein Rudi Rüssel 2 und nichts könnte treffender sein. Denn knapp 10 Jahre nach dem ersten Rudi Rüssel bringt Regisseur Peter Timm eine Fortsetzung des bekannten Kinderfilms ins Kino, die zwar nichts mit dem Original zu tun hat, Kinder aber dennoch gut unterhalten wird.
Die Idee, nach 10 Jahren ein weiteres Mal mit Rennschwein Rudi Rüssel auf Abenteuer zu gehen hatte der Regisseur und Drehbuchautor, nachdem er die Erfolge seiner Kollegen gesehen hat. "Die Erfahrung zeigt, dass Fortsetzungen von Kinderfilmen Erfolg haben können, wenn sie gute, eigenständige Geschichten erzählen", erklärt Timm und gibt damit auch gleich den Grund, warum der neue Rudi Rüssel nichts mehr mit seinem Vorgänger gemeinsam hat. Es ist eine Szene am Ende aus Teil eins, in der die jetzt erwachsenen Hauptcharaktere zusammen sitzen, die ein weiteres Abenteuer des alten Rudi ausgeschlossen hat. Dementsprechend kommt jetzt ein neues Schweinchen, um die Familie des jungen Nickel (Maurice Teichert) ins Chaos zu stürzen. Damit zumindest ein wenig Bindung an den alten Rudi Rüssel gegeben ist, wird das neue Schwein gleich zu seinem Urenkel gemacht, und zu einem mindestens genau so exzellenten Läufer wie der ehrenwerte Urgroßvater.
Damit hören die Gemeinsamkeiten von Rudi Rüssel senior und junior allerdings auf und der Film kann damit auch sehr gut von Leuten gesehen werden, die noch nie von dem Rennschwein gehört haben. Mit Auge auf die "kleine" Zielgruppe wechselt Peter Timm dabei gekonnt zwischen einer abenteuerlichen Suche nach einer Heimat für den neuen Rudi Rüssel und der schwierigen Situation, in der sich Nickel befindet. Sein Vater will nach dem Tod der Mutter noch einmal heiraten - und das passt dem Jungen ganz und gar nicht. Nicht zu vergessen ist auch das herzige Schweinchen, dass sich schon von Minute eins in die Herzen von Kindern und Eltern schnuffelt und damit seiner Hollywood Konkurrenz wie Schweinchen Wilbur und seine Freunde oder dem berühmten Schweinchen namens Babe fast die Schau stielt. Auch sonst bleibt Rennschwein Rudi Rüssel 2 angenehm kindgerecht. Die Story wird schnell und ohne große Pausen erzählt und ist dadurch selten langweilig. Manchmal wirken die einzelnen Szenen allerdings schon arg willkürlich aneinander gereiht. Rettung kommt dann meistens in der Gestalt von Rudi, der durch irgendeine "Schweinerei" auch die größeren Logiklücken auf charmante Art schließt.
Nur die Eltern sollten sich dieses Mal vielleicht überlegen, ob sie die lieben Kleinen nicht vielleicht alleine ins Kino lassen. Denn die Romanze zwischen Nickels Vater Thomas (Sebastian Koch) und seiner Stiefmutter in spé Anja (Sophie von Kessel) ist einfach nicht genug, um den Film sowohl Kind- als auch Elterngerecht zu machen.