Rutger Hauers hervorragende Interpretation des titelgebenden, kaltblütigen Serienkillers, der mit seinen Opfern auf grausame und kompromisslose Weise spielt, ist das Highlight dieses hochspannenden Thrillers. Zwar muss auch dieser mit den typischen Genreproblemen kämpfen, kann jedoch eine unglaubliche Gänsehaut erzeugen, die den Zuschauer anderthalb Stunden zu fesseln vermag.
Das Genre des Highwaythrillers ist nicht nur überschaubar, sondern hat auch qualitativ meist wenig zu bieten. Meist geben sie nicht genügend Spannung her um den Zuschauer über die komplette Laufzeit zu unterhalten. Filme wie Joyride - Spritztour oder Jeepers Creepers - Es ist angerichtet sind sicherlich nett anzusehen, aber wenn es um das Thema Hochspannung in diesem Genre geht, darf im Grunde nur ein Film genannt werden: The Hitcher!
Auf einem einsamen Highway in der Wüste entlangfahrend kämpft der junge Tim einen langen verzweifelten Kampf gegen seine eigene Müdigkeit. Als er kurz vor dem Einschlafen ist, sieht er am Straßenrand einen Anhalter. Froh über einen Wegbegleiter, ahnt Tim noch nicht, dass er sich damit in tödliche Gefahr gebracht hat, denn der Fremde, der sich als John Riley vorstellt, ist einer der grausamsten Serienkiller die die Filmleinwand je gesehen hat.
Filme über Highwaykiller sind in der Regel simpel gestrickt und weisen meist die gleiche Rahmenhandlung auf, was sie extrem vorhersehbar macht. Auch The Hitcher muss sich diesen Malus gefallen lassen, denn die konstruierte Handlung, die sich in einem übertriebenen Finale gipfelt, sind Störfaktoren in dem ansonsten so fesselnden Thriller. Die Inszenierung Robert Harmons hingegen ist überaus gelungen. Er weiß es Spannung zu erzeugen, die auch in den ruhigeren Momenten nicht abflachen will. Grund hierfür ist die Präsenz mit der er seinen Killer in Szene setzen kann, so dass der Zuschauer ihn an jeder Ecke vermutet und die Spannung hochgehalten wird.
Der Film lebt jedoch einzig und alleine von einem unglaublich guten Rutger Hauer, dessen grandiose Interpretation des Serienkillers eine beängstigende Leinwandpräsenz erzeugen kann. Kein Vergleich im Gegensatz dazu bieten die weiteren Darsteller um Jennifer Jason Leigh und dem mäßig begabten Hauptdarsteller C. Thomas Howell, die im Vergleich zu Hauer mehr als nur schlecht aussehen.
Rutger Hauers Spiel, der Kompromisslosigkeit des Filmes und der unglaublichen Spannung ist es zu verdanken, dass sich The Hitcher zu den besten Filmen seines Genres zählen darf und zurecht Kultstatus bei Horrorfans besitzt. Gespannt darf man jedenfalls schon sein, ob das angekündigte Remake mit Sean Bean als titelgebende Figur in die Fußstapfen seines Originals treten kann.