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Vier Jahre nach dem Horrorschocker 28 Days Later kommt nun die Fortsetzung des britischen Überraschungserfolgs in die deutschen Kinos. Fast mehr noch als der erste Teil besticht 28 Weeks Later durch seine radikale Inszenierung und seinen schnellen Schnitt. Leichte Schwächen zeigt der Film hingegen beim Thema Logik, worüber man aber durchaus hinwegsehen kann.
London, 28 Wochen nach dem Ausbruch des Virus: Die Metropole an der Themse gleicht einer Geisterstadt, aber die Epidemie scheint bezwungen. Nun beginnt das Militär mit der Wiederbesiedelung und fliegt erste Menschen aus dem Exil zurück nach Großbritannien. Doch die Freude der Rückkehrer währt nicht lange und die blutige Flucht vor dem Unheil bringenden Erreger beginnt aufs Neue.
In Sachen Stil spielt 28 Weeks Later in der oberen Liga der Horrorfilme mit. Lange wurde ein Gruselstreifen nicht mehr so aufwändig in Szene gesetzt wie dieses Werk. Die Bilder des postapokalyptischen Londons lassen eine beängstigend dichte Atmosphäre entstehen und die mehr als gelungene, fast schon melancholische Musikuntermalung trägt ihr Übriges zur Spannung bei. Danny Boyle, Regisseur des erfolgreichen ersten Teils, fungierte diesmal als Produzent und unterstützte so die Fortsetzung seines Schockers aus dem Jahr 2002.
Etwas bitter stoßen einem hingegen die doch groben Logiklücken auf: Da entwischen zwei Jugendliche kinderleicht einer Hochsicherheitszone, da wird eine potentiell infizierte Frau völlig unbewacht alleine gelassen und auch der gewählte Treffpunkt für die finale Rettungsaktion lässt einen (ob gewollt oder ungewollt) ein wenig ins Schmunzeln geraten. Aber wer nach Logik sucht ist im Horrorgenre ohnehin meist falsch.
Trotz kleiner Schwächen ist 28 Weeks Later bedenkenlos zu empfehlen. Wem der erste Teil gefallen hat, der wird auch an der Fortsetzung seine Freude haben. Regisseur Juan Carlos Fresnadillo schafft es, die beklemmende Stimmung aus dem Vorgänger fortzuführen und manchmal sogar zu übertreffen. Teilweise grandiose Bilder trösten über einige übertrieben blutige Szenen und das arg gezwungene Ende hinweg. 28 Weeks Later ist jedenfalls ein Film, der sich erfrischend vom Durchschnittshorror abhebt. |