Grind House heißt das von Rodriguez und Tarantino ins Leben gerufene Double-Feature Projekt. Ausgenommen in den USA, bekommt man die beiden Filme aber nur einzeln zu sehen und so ist Death Proof von Tarantino der erste der beiden Streifen, der die deutschen Leinwände erblickt. Und was uns Tarantino hier präsentiert ist für die Fans ein Geniestreich, für den Mainstream ein schwacher Actionfilm.
Rund 20 Minuten länger ist die vom deutschen Verleih Senator als Director's Cut titulierte internationale Version von Death Proof - Todsicher. Eine andere Version wird von der amerikanischen Produktionsfirma gar nicht erst an die Verleiher ausgeliefert, dennoch will Senator den deutschen Kinos zumindest die beiden internationalen Versionen als Double Feature-Filme anbieten. So sollen auch die deutschen Zuschauer in den Grind House-Genuss kommen und bereits hier sei vorrausgeschickt: Die längere Version von Death Proof wirkt nicht nur runder, sondern zeigt auch mehr von der Genialität, die Tarantino in jeder Sekunde des Films unter Beweis stellt.
Im ersten etwas dreckigeren Teil sehen wir DJane Jungle Julia (Sydney Poitier) und ihre attraktiven Freundinnen Arlene, Shanna und Pam wie sie auf Männerjagd gehen. Doch Stuntman Mike (Kurt Russel) hat es auf die vier abgesehen und dieser Serienkiller macht keine halben Sachen. Der zweite Teil von Death Proof ist gezeichnet von den starken Frauen rund um Stuntfrau Kim (Tracie Thoms), die es ebenfalls mit Stuntman Mike zu tun bekommen, doch diesmal hat der Killer falsch gerechnet und bekommt von den Mädels ordentlich eins auf die Fresse!
Quentin Tarantino stellt mit diesem Streifen wieder einmal unter Beweis, dass er Filme macht, weil er Spaß dran hat. Kommerzielle Aspekte scheinen nebensächlich, die Hommage an das Grindhouse und die zugehörigen Filme sind das Zentrum. Im Hintergrund tonnenweise Anspielungen und Nebensächlichkeiten, die einem auch bei der 100sten Sichtung noch Neuigkeiten präsentieren werden - das ist Death Proof und so muss man es lieben!
Zumindest als Tarantino-Fan, der weiß was er zu erwarten hat, denn für Mainstream-Action wird zu viel gesprochen. Die Dialoge sind zwar wichtig für Tarantino und seine Fans, doch es wird viele geben, die sich genau daran stoßen und dann sofort das Wort "Langeweile" in den Mund nehmen. Wenn man sich aber ein wenig mit Death Proof beschäftigt, erkennt man, dass alles perfekt inszeniert ist, nichts unnötig oder unwichtig, alles hat seinen Platz! So ist zum Beispiel die Besetzung von Zoe Bell (Stuntdouble von Uma Thurman in Kill Bill) als Stuntfrau oder der Klingelton von Kim nur die Spitze des Anspielungs-Eisberges, die Tarantino parat hat.
Death Proof wird die Kinogänger genauso in zwei Teile spalten, genauso wie es der Film auch ist. Es wird auf der einen Seite die geben, die sich eben einen Tarantino anschauen wollen und auch verstehen, warum der Film so ist, wie er ist. Aber auf der anderen Seite auch die Action-Fans, die auf heiße Verfolgungsjagden und tolle Special Effects hoffen. Den Zweiteren sei gesagt, dass Death Proof kein gewöhnlicher Action-Film ist, sondern sehr viel Wert auf den Film und das Kino legt, denn Tarantino ist und bleibt nun mal ein Film-Geek im positivsten Sinne!