Girlfight - Auf eigene Faust Poster

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Girlfight - Auf eigene Faust

(Girlfight, 2000)

Dt.Start: 08. Februar 2001
DVD: 11. Juli 2008
Premiere: 22. Januar 2000 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 110 min Land: USA
Darsteller: Michelle Rodriguez (Diana), Santiago Douglas (Adrian), Jaime Tirelli (Hector), Ray Santiago (Tiny), Paul Calderon (Sandro), Elisa Bocanegra (Marisol), Alicia Ashley (Ricki Stiles), Thomas Barbour (Ira), Louis Guss (Don), J.P. Linton (Mr. Price), Iris Little Thomas (Ms. Martinez), Herb Lovelle (Cal), Jack R. Marks (Pawnbroker), Diane Martella (Gym Coach), Belqui Ortiz (Karina)
Regie: Karyn Kusama
Drehbuch: Karyn Kusama


Inhalt

Diana Gzuman wohnt in Red Hook, muß ihren nichtsnutzigen Vater ertragen, hängt perspektivenlos in einem brutalen Viertel fest und baut ihren Frust hin und wieder mal in kleinen Schlägereien ab. Eines Tages überredet sie den Boxtrainer Hector sie zu unterrichten. Innerhalb des Rings wird Diana eins mit sich selbst, lernt sich zu kontrollieren und schließlich auch sich zu verlieben.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Girlfight - Auf eigene Faust hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 87%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thorsten Woner
Girlfight - Auf eigene Faust hat eine Wertung von 87%

Im Ring bist du allein. Nur du, der Gegner und dein eigenes, brodelndes Adrenalin daß dir durch den Kopf rauscht. Alles um dich herum verstummt und all die schreienden Stimmen verkommen zu einem kühlen Luftzug der dir ein wenig Aufwind verschafft. Deine Muskeln zerfließen zu hartem Stahl und deine Sinne zielen unabwendbar auf jede einzelne Bewegung deines Gegners. Angst und Mut werden Eins, allein der Instinkt zählt noch, bricht aus dir heraus und muß zu einem trainierten Reflex gebändigt werden. Deine Haut brennt heiß dem nächsten Punch entgegen und du fühlst dich so lebendig wie noch nie zuvor. Denn es geht nur um dich, niemand ist bei dir, hilft dir oder fängt dich auf. Niemand.

Und auch niemand hilft dir bei diesem Film. Du bist ganz allein, du und dein Gefühl. Kein aufgeblasener Hollywoodpathos wird dich in Sicherheit wägen und dafür sorgen, daß du weich fällst, daß du keine Angst zu haben brauchst vor dem was da kommen mag. Denn in diesem Film gibt es keine Vorhersehbarkeiten, in diesem Film gibt es kein schwarz-weiß Drehbuch. Nichts ist bloß schwarz und nichts ist bloß weiß. Alles ist irgendwie grau, so wie im richtigen Leben. Dieser Film ist echt! Es erwartet Euch kein Klischeetamtam oder Fanfarenhappyend. Auch berechnende Slowmotions oder kalkulierte Gefühlslenkungen in Form von ausgeklügelsten Bildkompositoinen fehlen. Alles was Ihr von diesem Film bekommen werdet, alles was er Euch zu bieten hat, ist der lodernde, der pulsierende Blick von Michelle Rodriguez. Ein Blick der mehr sagt als tausend Worte und der alles erklärt. Wer von diesem Film ein Rockylikes Heldentum erwartet der sollte besser drauf verzichten. Nicht weil es in diesem Film keine Helden gibt. Es gibt sie, aber sie sind Helden weil sie überleben, ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen und sich befreien, etwas verändern. Sie sind nicht Helden weil der Kameraman sie (die amerikanische Flagge im Hintergrung wehend) gut ausgeleuchtet und toll schwitzend abgefilmt hat. Dies ist ein Film der mit fast dokumentarischem Minimalismus so nah an der Realität inszeniert wurde, das er stets emotionslos aber in jeder Sekunde fesselnd und interessant wirkt. Zugute kommt dem Film dabei das die Regisseurin auch gleichzeitig das Drehbuch verfasst hat und somit wird verhindert, das aus der ehrlichen Story ein Wischiwaschifilm wurde (Wischiwaschifilm = Gute Story die in tolle Bilder verpackt ihre Seele verliert und eine Gegensätzlichkeit aus Geschichte und Bildern schafft).

Girlfight - Auf eigene Faust ist ein sehr nüchterner Film, ein budgetfreies Regiedebüt das vor Energie nur so strahlt. Dies hat der Film zu 100 Prozent seiner atemberaubenden Hauptdarstellerin zu verdanken. Michelle Rodriguez ist mit dieser Rolle wohl zu einem der größten Hollywoodwunder aller Zeiten geworden: nicht nur das sie vorher noch nie geboxt hat, ist es zudem auch noch ihr Schauspieldebüt (ohne Schauspielschule!). Also wie zum Tyler hat sie das nur gemacht? Es ist unglaublich wie sie es schafft trotz all ihrer Härte den Zuschauer für sich zu fesseln und zu faszinieren und (aus der Sicht eines Mannes) dabei auch noch so verdammt lecker auszusehen. Sie umgibt eine Art mystische Aura die sie voll und ganz in die Rolle einzubringen versteht. Ihr Spiel ist ein lauter Schrei nach eigener Persönlichkeit, ihr Blick eine alles überschattende Suche nach sich selbst. Michelle Rodriguez gehört die Zukunft.



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