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Goodbye Bafana

(Goodbye Bafana, 2007)

Durchschnittliche Redaktionswertung

75%



Inhalt

Ende der 60er Jahre lehnt sich die unterdrückte schwarze Bevölkerung Südafrikas zunehmend gegen die weiße Minderheit auf. Um ihre Macht zu behalten, verbietet die weiße Regierung alle schwarzen Widerstandsorganisationen und inhaftiert viele der politischen Anführer auf die Gefängnisinsel Robben Island vor der Atlantikküste Südafrikas. Unter den Gefangenen befindet sich auch der spätere südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der auf Robben Island von dem rassistischen Wärter James Gregory bewacht wird. Der im ehemaligen Stammesgebiet der Xhosa aufgewachsene Wärter ist ein typischer weißer Afrikaner, der Schwarze für Untermenschen hält. Doch die Zeit mit dem charismatischen Nelson Mandela verändert ihn nachhaltig und so beginnt er seine Einstellung zu überdenken.

Kritik

von Harald Witz

Wertung Kritik

75%

Weißer Rassist gegen smarten "Kaffer" - aus dem Duell eines Gefängniswärters mit dem langjährigen Gefangenen und ANC-Führer Nelson Mandela gehen die Toleranz und die Zuschauer als Sieger hervor. Mit Goodbye Bafana verfilmt Bille August routiniert die Memoiren von Nelson Mandelas Gefängniswärter und setzt dem Freiheitskämpfer ein Denkmal.

Bild aus Goodbye Bafana Im Januar erzählte Phillip Noyce in seinem Drama Catch a Fire den Weg eines schwarzen Kleinbürgers im südafrikanischen Apartheidssystem zum Kämpfer des ANCs. Nach Blood Diamond und Der Letzte König von Schottland setzt der neueste, politisch-dramatische Film über Afrika dem ANC-Führer und ehemaligen Staatspräsidenten Nelson Mandela ein Denkmal. Fast 30 Jahre saß dieser unter unwürdigen Bedingungen im Gefängnis und schaffte es mit Geduld und einer expliziten Politik der Versöhnung ins höchste Amt Südafrikas.

Bille August porträtiert den charismatischen Führer und Staatsmann aus den Augen eines Feindes. James Gregory war Jahrzehnte lang Mandelas Gefängniswärter, weil er als einziger Weißer die Sprache Xhosa aus Mandelas Heimat beherrschte. Seine Biographie hält die Begegnung und Freundschaft mit Mandela fest und gibt dem dänischen Regisseur die Gelegenheit, die Zuschauer auf die Reise in die späten 60er Jahre auf die Gefängnisinsel Robben Island vor der Küste von Kapstadt mitzunehmen. Dort lassen die weißen Herren in Pretoria vornehmlich Schwerverbrecher und die politischen Gefangenen festhalten. Hier tritt James Gregory (Jospeh Fiennes) hoffnungsvoll seinen Dienst an, ohne zunächst zu wissen, was da auf ihn zukommt und warum. Gregory sieht wie jeder andere Weiße die göttliche Ordnung durch Terroristen-Kaffer wie Mandela (Dennis Haysbert) und Konsorten gefährdet. Aufgrund seiner Loyalität und Sprachfertigkeit erhält er über die Sicherheitspolizei überraschend den Job des Gefängniszensors. Neben der Kontrolle der Gefängnispost belauscht er die Gespräche zwischen den Gefangenen sowie bei den halbjährlichen Besuchen für die Gefangenen. Alles Bemerkenswerte berichtet er pflichtgemäß an seinen Vorgesetzten.

Als er jedoch seine gelieferten Informationen mit mörderischen Taten in Verbindung bringen kann, kommen Gregory Zweifel an der Rechtmäßigkeit seines Tuns. Mittlerweile haben nämlich die kurzen Wortwechsel mit dem prominenten Gefangenen ihre Wirkung getan. Die angeblichen Terroristen predigen gar keinen Weißenhass sondern scheinen nur auf gleiche Rechte zu pochen. Während seine Frau Gloria (Diane Krüger) den Kindern noch kräftig einbleut, Schwarze als Untermenschen zu betrachten, liest Gregory die verbotene Charta des ANC und übergibt Nelsons Frau Winnie heimlich eine Süßigkeit als Weihnachtsgeschenk. Zwischen den beiden Männern entwickelt sich ein Band des Respekts füreinander...

Bille August entwirft trotz des isolierten Spielraums eines Gefängnisses ein breites Bild des Apartheid-Terrorsystems, das die Afrikaner im Namen von Rassismus und Ignoranz knechtete. Gleichzeitig bemüht er sich darum, Licht ins Dunkel des Erkenntnisprozesses zu bringen, mit der ein Umdenken vom Rassismus zur Toleranz möglich wird. August umhüllt die Ausführungen mit einer Familiengeschichte, die ihr Leben vermeintlich in Freiheit und doch hinter Mauern lebt.

Dafür stellen August und Co-Autor Greg Latter nicht den Friedensnobelpreisträger in den Mittelpunkt der Handlung sondern einen weißen Rassisten, der zunächst wenig Reflexionsvermögen aber dafür viel Verachtung parat hat. Joseph Fiennes gibt den kleinen Beamten als schmale und unscheinbare Persönlichkeit, die erst mit dem einsetzenden Erkenntnisprozess auch körperlich eine Veränderung durchmacht. Im Kontrast dazu steht Dennis Haysberts statueske, gelassene Freundlichkeit ausstrahlende Performance als Mandela. Um diesen kreist trotz des Fokus auf James Gregory letztlich alles. Wie ein Epizentrum zieht dessen physische Ruhe die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich und dürfte so einiges von Mandelas legendärem Charisma erklären. Da nimmt man gerne in Kauf, dass das Werk die Historie in jeder Richtung, sowohl was die Unterdrückung der Nicht-Weißen als auch was die Politik des ANC angeht, überaus simplifiziert und geschönt dargestellt wird.

Goodbye Bafana, Bafana bedeutet in der Xhosa-Sprache "Freund", erweist sich trotzdem als ein gelungener, aber kommerzieller Beitrag zur Aufarbeitung der Apartheid und Entdeckung eines lange ignorierten Kontinents. Und das ist immer noch sehenswert.

Keine weitere Wertung


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