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Rushmore

(Rushmore, 1998)

Dt.Start: 08. März 2001
DVD: 17. April 2003
Premiere: 17. September 1998 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 6 Genre: Komödie, Romanze
Länge: 93 min Land: USA
Darsteller: Jason Schwartzman (Max Fischer), Bill Murray (Herman Blume), Olivia Williams (Rosemary Cross), Seymour Cassel (Bert Fischer), Brian Cox (Dr. Guggenheim), Mason Gamble (Dirk Calloway), Sara Tanaka (Margaret Yang), Stephen McCole (Magnus Buchan), Luke Wilson (Dr. Peter Flynn), Dipak Pallana (Mr. Adams), Andrew Wilson (Coach Beck), Marietta Marich (Mrs. Guggenheim), Ronnie McCawley (Ronny Blume), Keith McCawley (Donny Blume), Hae Joon Lee (Alex)
Regie: Wes Anderson
Drehbuch: Wes Anderson, Owen Wilson


Inhalt

Max Fischer ist zwar einer der schlechtesten Schüler der ehrenwerten Rushmore Academy aber gleichzeitig auch der enthusiastischste. Tag für Tag eröffnet er irgendwelche Arbeitsgruppen und leitet eine wilde Theatergruppe die Filme in Bühnenstücke umwandelt. Sein ausgeglichenes Dahindümpeln auf der Academy gerät jedoch ins Wanken als er sich in seine Lehrerin verliebt, die aber eine Beziehung mit Maxes Magnaten hat. Für Max beginnt nun der Kampf um die Liebe der Lehrerin, seinen Ausschluß von der Academy und um sein größtes Arbeitsgruppenprojekt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Rushmore hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 82%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thorsten Woner
Rushmore hat eine Wertung von 82%

Max Fischer, Theatrist: "Theater! Ich lieb es! Meine Welt, meine Berufung. Sekunden bevor der Vorhang sich öffnet, dieses Magenkribbeln, dieses Herzrasen. Theaterspielen ist für mich kein Hobby, sondern eine Passion. Ich liebe und lebe für die magische Verbindung mit dem Publikum, das vorgetragene Wort im Dunst der knirschenden Holzplanken unter mir. Licht aus, Spot an und alles ist still. Angespannt atmen mir die Zuschauer ihre Erwartung entgegen. Ich lenke mich vom Zittern meiner Knie mit einem ungeplanten Schweißausbruch ab. Der Vorhang öffnet sich in stoischer Langsamkeit und sein riechender Staub kitzelt mir in der Nase. Es geht los. Eröffnungsapplaus. Dann Stille und alles wartet auf mich, meine erste Regung. Theater! Ich liebe es! Die Anspannung, die Echtheit, der tosende Beifall, die Explosionen..." Explosionen?: Ladies and Gentlemen! Welcome to a Max Fischer Theatergroup Production. Was sie hier zu sehen bekommen, sprengt jeden nur erdenklichen Rahmen all der uns bekannten Theaterformen. Kein Shakespeare, kein Tennesse Williams, sondern vielmehr werden hier Filmklassiker wie Armageddon, Out of Sight oder Serpico in explosivste Bühnenstücke umfunktioniert und zwar mit allem was nur so dazu gehört: Explosionen, Feuerwaffengefechte und Autoverfolgungsjagden. Theater mal ganz anders, Film mal ganz anders. Welches Genre beansprucht Rushmore für sich? Er ist zu hintergründig gespielt für einen Teeniefilm, zu durchdacht für eine Komödie und zu selbstständig für ein Drama. Ist es also ein Mischmasch? Eine Dramödie? Nein so leicht macht es uns der Film da wirklich nicht. Rushmore ist eigentlich durch und mit seinen tollen Darstellern ein Genre an sich.

Jason Schwartzman gibt mit diesem Film sein Schauspieldebüt und legt direkt einen Spagat der Extreme hin. Schauspielerisch zerreißt er sich förmlich aus einem Gegensatz eines Charakters, der äußerlich alles andere als hip oder cool ist, sich daran aber nicht stört und das mit einer unbrechbaren Portion selbstbewußtem Auftreten ausgleicht. Mal ist er romantisch, reif und entspannt höflich und dann im nächstenm Moment ein trotziger Kindskopf, ein unüberlegter Angeber. Bei dieser schmalen Gradwanderung bleibt Jason erstaunlicherweise immer glaubhaft und todes interessant. Er ist ein Underdog der so richtig schön Kitschfrei ein Plädoyer für den Individualismus hält und sich dabei eines der besten Leinwandduelle der letzten Jahre liefert und zwar als sein Charakter Max wie auch als Schauspieler denn sein Gegenpol des Films geht ebenso strahlend in seiner Rolle auf, wie er selbst: Bill Murray so gut wie noch nie. Der Kampf zwischen den beiden entsteht unüblicherweise mal durch Dialoge und Feinstschauspiel, hier und da mal überraschende Situationskomik aber den Fäkalhumor der in letzter Zeit erschienenen Teeniekomödien (offiziell wird ihm der Stempel dieses Genres aufgedrückt) sucht man hier vergebens. Rushmore verstrahlt eine sehr eigenwillige Stimmung und nach dem ersten Mal weiß man danach gar nicht ob man jetzt einen bodenlos Aussagelosen Film oder ein kleines Meisterstück gesehen hat. Ist wahrscheinlich auch Geschmakssache aber generell muß man den Film als einfach fesselnd loben. Extremst überragende Schauspieler und ein mal etwas anderes Drehbuch die sich ergänzen und ein cremig gutes Gesamtbild ergeben, das passiert nicht allzu oft in good ol' Hollywood.

Ein weiteres Highlight sind auch noch die Theateraufführungen von Max Fischer die ich hier unbedingt noch schnell mitloben muß: da inszeniert er doch tatsächlich Kriegs- und Actionfilme als Bühnenstücke. Und dabei wird nicht grad leise mit den jeweiligen Stoffen umgegangen: da explodierts und kracht und knallts auf der Bühne, das einem ganz warm wird vor tiefer Verneigung der tollen Ideen der Drehbuchschreiber. Diese Idee jedoch und die eigenartig krude Grundstimmung bzw. die genreundefinierbare Geschichte wird sich wohl einem breiteren Mainstreampublikum verschließen aber allen offenherzigen Kinoexperimentatoren wird der Film sicherlich gefallen. Ihr seid offen für alles und könnt Euch auch über die Grenzen des streng-nach-Regel-Films hinaus freuen? Na dann Vorhang auf und Bühne frei: It's Showtime.



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