Na das ist doch mal eine Überraschung: Vor dem Film hätte man es kaum geglaubt, dass man sich mit Oliver Pocher auf der großen Leinwand wirklich amüsieren kann! Allen Vorurteilen zum Trotz kann die - nach längerer Pause - erste Eigenproduktion aus dem Hause Senator nahezu komplett überzeugen. Pocher-Fans werden den Film lieben und alle anderen können sich über die gelungenen Gags, des Drehbuchautoren köstlich amüsieren!
Wenn ein deutscher Film heutzutage aus verschiedenen Film-Fonds gefördert ist, dann deutet dies leider oft schon darauf hin, dass der Stoff anscheinend zu schlecht war, um Geldgeber zu finden. So war die Erwartungshaltung vor Oliver Pochers Kino-Debüt nicht allzu hoch, denn dass der VIVA-Moderator mit der steilen Comedy-Karriere auch öfter mal unlustige Rohrkrepierer im Gepäck hat, ist keine Seltenheit.
Simon Peters (Oliver Pocher) ist scheinbar am Ende seines Lebens angekommen: Er steht auf dem Fenstersims seiner Innenstadt-Wohnung und wird von seiner besten Freundin Paula (Tanja Wenzel) angefleht, dass er nicht springen soll. Simon hat Tage hinter sich, die man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht, denn als gefühlt frischer Single, der gerade von der Liebe seines Lebens vor die Tür gesetzt wurde, gleicht der Alltag einem Spießrutenlauf. So tappt Simon von einem Fettnäpfchen ins Nächste und trifft schließlich auf Marcia P. Garcia, die Kaffee-Verkäuferin! Simon ist jetzt klar: Sie muss seine Frau werden und eine Familie mit ihm gründen - dummerweise weiß sie davon noch Nichts!
Der Roman von Tommy Jaud, der sich als Headwriter der Sat1-Wochenshow einen Namen machte, bietet natürlich perfekten Stoff für eine Verfilmung. Fraglich war nur, ob es wirklich die große Leinwand sein und man ausgerechnet den Meinungsspalter Oliver Pocher als Hauptrolle besetzen musste. Nach dem Film ist man sich als Zuschauer absolut sicher: Sowohl die große Leinwand, als auch Pocher bieten dem Film die Möglichkeit seit Langem wieder eine deutsche Komödie in den Lichtspielhäusern zu zeigen, die nicht geprägt ist von schlechten Witzen oder durchgekauten 08/15-Stories!
Das zentrale Augenmerk bei einer Komödie sollte natürlich auf den Gags und der Geschichte liegen und gerade hier scheint Vollidiot nahezu perfekt zu sein! Denn ohne aufdringlich zu wirken erzählt uns Simon Peters sein Leben und das so authentisch und nachvollziehbar, dass er einem fast schon leid tun könnte... wenn es nicht so urkomisch wäre, wie er verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Liebe (oder zumindest einer Frau) ist und sich dabei ständig über alle Grenzen hinwegsetzt.
Mit Vollidiot ist Senator ein großer Wurf gelungen, der nach mehr schreit! Man kann nur hoffen, dass man das Niveau der Komödie zum Anlass nimmt, um weiterhin so witzig, unaufdringlich und gerade deswegen so gut zu unterhalten. Der Film ist gerade auch deshalb jedem zu empfehlen, der vielleicht nicht gerade Pochers bester Freund ist, aber auf gut getimte Witze und einige skurrile Szenen steht.