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The Cemetery Club

(Moadon beit hakvarot, 2006)

Dt.Start: 29. März 2007 Premiere: 2006 (Israel)
FSK: ab 12 Genre: Dokumentation
Länge: 90 min Land: Israel
Darsteller: Lena Bar, Tali Shemesh
Regie: Tali Shemesh
Drehbuch: Tali Shemesh


Inhalt

Jeden Samstag trifft sich eine Gruppe alter Menschen am Nationalfriedhof Mount Herzl in Israel. Ausgerüstet mit Klappstühlen und Essensboxen machen sie es sich im Schatten einer ausladenden Pinie bequem und beginnen ihre wöchentliche Tagung der "Mount Herzl Academy". Zwischen den Gräbern israelischer Würdenträger diskutieren sie dabei über die Geschichte, moderne Philosophie und das Schicksal der jüdischen Nation.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Cemetery Club hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
The Cemetery Club hat eine Wertung von 80%
Tali Shemesh beobachtet ihre Großmutter, wie sich sich jede Woche auf dem Jerusalemer Nationalfriedhof mit anderen Überlebenden des Holocaust zum Picknick trifft. In ihrer berührenden Doku The Cemetery Club macht sie das Trauma des Holocaust begreiflich. Genauso wie aktuell Die Fälscher ist ihr ein wichtiger Film gelungen.

Bild aus The Cemetery Club Der Friedhof "Mount Herzl" ist jede Woche Schauplatz eines Rituals. Eine Gruppe Senioren trifft sich dort unter einer Kiefer zum Picknick, wo sie über Gott und die Welt diskutieren. Die regelmäßigen Treffs sorgen für Gesprächsstoff unter der Woche und die alten Herrschaften fühlen sich nicht so allein. Ein anderer Grund ist ihre gemeinsame Vergangenheit. Die meisten sind Überlebende des Holocaust und sie machen kein Hehl aus dem Schrecken, der ihr Leben überschattet hat.

Filmemacherin Tali Shemesh begleitet ihre Großmutter Minya, die zusammen mit ihrer Schwägerin so etwas wie die Wortführerin und Organisatorin des "Cementery Clubs" ist. Shemeshs Kamera ist Auge und Ohr für die eifrigen Diskussionen über Kant und seine Relevanz für die Ideologie der Nazis ebenso wie für Alltagsgeschichten und Lebenserinnerungen. Es ist der Horror des Holocaust, der immer sich immer wieder in die Gespräche der Überlebenden mischt. Gerade, wenn wieder einer der betagten Teilnehmer verstorben ist, brechen jene Erinnerungen auf, die zu Schmerz und Tränen führen. Ein jeder hat seine eigene Geschichte und muss täglich aufs Neue mit Terror von Tod und Vernichtung fertig werden. Am Beispiel von Minya wird klar, zu welchen Zerrüttungen der Holocaust geführt hat.

Auch wenn man an anderen Themen seine Freude hat und eifrig der Diskussionslust frönt, so kommt es gleich zu einer Unterkühlung, wenn die Frage auftaucht, ob Herbert einen deutschen Dichter auch in der deutschen Sprache zitieren darf. Tränen und sofortige Ressentiments kommen auf. Ein Indiz dafür, dass auch 60 Jahre danach das Grauen direkt unter die Oberfläche sitzt. Das Erstaunliche ist allerdings, dass The Cemetery Club keineswegs eine Bestandsaufnahme des Holocausts ist wie zum Beispiel Die letzten Tage. Vielmehr ist es das Porträt des Lebens im Bewußtsein des Horrors.

Die Mitglieder des Clubs kämpfen jeden Tag dagegen an, weil sie Ja zum Leben sagen. Das spürt man nicht nur an ihrer Streitlust sondern auch an ihren Witzen und bissigen Kommentaren, die der Doku eine Leichtigkeit verleihen, die man ob der Schwere des Themas nicht erwartet. Trotzdem das Sterben unter den Überlebenden längst eingesetzt hat, bleibt ihr Wille zu leben und zu lachen ungebrochen. Tali Shemesh tut gut daran, Holocaust und Lebenslust für die Nachwelt festzuhalten.



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Dt. Start: 08. März 2007
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