Erfrischend und anders, so könnte man Sung Hyung Chos Film prägnant beschreiben. Denn auch wenn die Dokumentation zeitweise einige Längen aufweist und zu wenig von dem eigentlichen Highlight zeigt, das Gesamtbild des kontroversen Zusammentreffens zwischen der Dorfbevölkerung und den Massen an Festivalbesuchern ist sehr positiv.
Ein Heimatfilm soll die Dokumentation über das Zusammentreffen der kleinen Wackener Dorfgesellschaft und den Besuchern der internationalen Metal-Festivals "Wacken Open Air" sein. Und tatsächlich wirkt Full Metal Village auch irgendwie so, denn die ersten fast 60 Minuten verbringt Regisseurin Sung Hyung Cho ausschließlich damit, den Zuschauern die Öde und Einfachheit des Lebens in Wacken näher zu bringen. Leider übertreibt sie es hier auch schon ein wenig und die ersten Szenen, die den Festivalaufbau einläuten, kommen einerseits zu spät und dann auch noch zu sporadisch.
Als es dann mit dem Festival endlich losgeht und man als Zuschauer sehnsüchtig auf die Massenszenen wartet, die durch das sehr lange Intro angedeutet und fast schon forciert werden, ist es auch schon vorbei. Ein wenig enttäuscht lässt einen der Film im Kinosessel zurück, denn wie gerne hätte man Luftaufnahmen (die existieren und daher nicht extra hätten gedreht werden müssen) gewünscht und die Verhältnisse dieses Mega-Events zum kleinen Dörfchen Wacken gesehen. Es scheint, dass sich Cho zu sehr in ihre Protagonisten des kleinen Dörfchens verliebt hat, denn die (zwar witzigen, aber durch die Masse viel zu erdrückenden) Szenen in denen die Dorfbewohner am Ende des Filmes wieder im Alltag gezeigt werden, wirken vollkommen deplatziert.
Full Metal Village hat sicherlich zu Recht den Max Ophüls-Preis gewonnen, denn die Dokumentation über das skurrile Zusammentreffen kommt erfrischend und zugleich witzig daher. Leider kommt der Umschwung von Dorfidylle zu Metal-Festival viel zu spät und das Event selbst muss sich das Publikum wohl live ansehen, denn die wenigen Minuten, die dafür aufgebracht werden, enttäuschen komplett.