Man ist leicht versucht diesen Film mit Good Will Hunting zu vergleichen. Schließlich ist Forrester - Gefunden nicht nur das neue Werk von Gus Van Sant sondern hat auch thematisch einige Gemeinsamkeiten mit dem Film der Matt Damon und Ben Affleck damals allerlei hübsche, goldene Statuen einbrachte. Im Zentrum des Geschehens steht auch diesmal wieder ein überdurchschnittlich intelligenter und äußerst talentierter junger Mann, der mit Hilfe eines Mentors versucht seinen Platz im Leben zu finden. Trotz dieser durchaus vorhandenen Parallelen zu Good Will Hunting sollte man Forrester - Gefunden jedoch als eigenständige Geschichte betrachten, alles andere würde dem Film nämlich nicht gerecht werden. In vielen Szenen erinnerte mich der Film sogar eher an Dead Poets Society als an den guten alten Willie.
Die Hauptfigur des Films Jamal Wallace unterscheidet sich von Will Hunting bereits darin, daß er seine eigenen Talente recht früh erkennt und alles dafür gibt sie bestmöglich zu entwickeln. In William Forrester, einem älteren Schriftsteller der in der Vergangenheit nur einen einzigen Roman veröffentlichte und sich danach für immer aus dem öffentlichen Leben zurückzog (man muß hier unweigerlich an Schriftsteller wie J.D.Salinger denken, die für diese Figur mit Sicherheit Pate standen), findet Jamal nicht nur einen Förderer seiner Begabungen sondern auch einen wahren Freund. Schnell wird klar, daß Jamal zu diesem Zeitpunkt einen mindestens genauso wichtigen Einfluß auf William hat, wie dieser auf ihn und so lebt der Film vor allem von der Interaktion und der Harmonie zwischen den beiden Hauptdarstellern.
Das ist auch schon der entscheidende Grund, warum dieser Film so gut funktioniert: Das Zusammenspiel von Sean Connery und Robert Brown. Es ist vollkommen klar, daß Sean Connery wieder einmal eine hervorragende Performance abliefert, schließlich ist ihm diese Rolle wie auf den Leib geschrieben und er ist halt nun mal einfach Sean Connery. Doch wirklich bewundernswert ist die Darstellung von Robert Brown. Der gibt hier nämlich sein Debüt und noch dazu ein wirklich überzeugendes, dabei hat der Junge noch nie eine Schauspielschule von innen gesehen, ein echtes Naturtalent eben. Auf der Leinwand wirken die beiden Figuren stets ebenwürdig, nie hat man den Eindruck Connery's Präsenz würde Brown's Figur oder der Handlung im Wege stehen und die Geschichte wirkt stets natürlich und ungezwungen. Das ist meiner Meinung nach schon erstaunlich. Abgerundet wird das ganze mit durchwegs eindrucksvollen wenn auch nicht unbdingt spektakulären Darstellungen von Anna Paquin, F. Murray Abraham und Busta Rhymes (Ja, sogar der hat ganz passabel gespielt). Also dann mal ab ins Kino!