Wie man eine Fortsetzung am Besten in den Sand setzt, beweist uns Steve Carr auf eindrucksvolle Art und Weise. So bietet sein Film nicht nur eine Kalauerparade en Masse, auch die Charakterentwicklung lässt zu Wünschen übrig. Gäbe es nicht John McGinley in einer großartigen Nebenrolle, könnte man dieses Werk wohl komplett in die Tonne werfen.
Sind wir schon da? war in den USA ein großer Überraschungserfolg. Was liegt also näher als die Geldkuh noch ein wenig zu melken und einen Nachfolger auf die Leinwand zu bringen. Es ist dabei immerhin erfreulich zu sehen, dass die Macher andere Wege gehen wollten und ihren Film eher an Geschenkt ist noch zu teuer orientierten, anstatt einen lieblosen Aufguss des Originals zu kreieren.
Nick Persons hat es geschafft: Nachdem er neben seiner Traumfrau Suzanne auch die Gunst ihrer Kinder gewonnen hat, scheint alles in bester Ordnung zu sein. Doch die Wohnung von Nick wird ihnen bald zu klein, so dass die Familie beschließt ein idyllisches Haus auf dem Lande zu kaufen. Dabei haben sie die Rechnung ohne den Immobilienmakler Chuck gemacht, der ihnen nicht nur ein renovierungsbedürftiges Haus aufschwatzt, sondern auch ihr Leben zur Hölle macht.
Dass Filme dieser Art bestens funktionieren können, hat uns Geschenkt ist noch zu teuer bewiesen, in dem Tom Hanks samt Gattin ein abbruchreifes Haus alleine Instand setzen muss. Ähnliches passiert auch Familie Persons, jedoch bleibt dabei überraschenderweise der Witz vollkommen auf der Strecke. So bietet das Drehbuch kaum Lacher und auch die angestrebten Gags haben aufgrund ihrer Plattheit eine Trefferquote unter 10%.
Hat Ice Cube in Teil 1 noch alle Sympathien auf seiner Seite, verspielt er diesen Kredit hier völlig. Seine Leistung ist nicht nur indiskutabel, auch die vergleichsweise andere Interpretation seines Charakters lassen ihn mehr als nur schlecht aussehen. Ganz anders sieht es mit dem einzigen Lichtblick des Filmes aus: John Dr. Cox McGinley, der hier als Bösewicht Chuck alle Register seines Können zieht und alleine dank seiner übertriebenen, enthusiastischen Spielfreude im Grunde alle guten Szenen des Filmes für sich verbuchen kann.
So ist es schon erstaunlich wie aus dem wirklich unterhaltsamen Vorgänger so ein Vehikel geschaffen wurde. Gäbe es nicht den großartigen (zugegeben am Rande des Overacting spielenden) John McGinley, dann würde Sind wir endlich fertig? eine Tiefstwertung für sich verbuchen müssen. So zieht er den Karren wenigstens noch ein bisschen aus dem Dreck, was jedoch am Gesamteindruck dieses miesen Films nicht viel ändern kann.