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Obwohl der erste Film des Dreiteilers eine positive Überraschung war und einige Kritiker eines Besseren belehrt hatte, fällt die Fortsetzung jetzt enorm schwach aus. Gerade den Fußballfans, die als klare Zielgruppe ausgemacht wurden, werden die Unzulänglichkeiten und Logikfehler überhaupt nicht gefallen. Aber auch in der Dramaturgie fällt Goal II gegenüber seinem Vorgänger deutlich ab.
Schade eigentlich, dass ein guter Ansatz in der Fortsetzung wieder verheizt wird. Auch wenn Goal! - Der Film immer als Trilogie angelegt war, fragt man sich im Nachhinein, wo man die Geschichte für Teil zwei und drei hernehmen wollte, so dünn und hanebüchen wie Goal II jetzt daher kommt. Da es sich aber um einen Fußballfilm handelt, hat man ja noch die Szenen mit Beckham, Raul, Zidane & Co., doch auch hier scheint man - fast schon absichtlich - alle Logik über Board zu werfen und verpasst damit die Chance der Zielgruppe wenigstens noch in diesem Punkt zu gefallen.
Santiago Munez bekommt ein Angebot von Real Madrid, dem er - trotz aller Zweifel seiner Verlobten Roz - nachgehen will. Doch so einfach, wie sich Santiago die Fernbeziehung und den Ruhm als Stürmer der Königlichen vorstellt, ist es dann leider doch nicht. Und so beginnt die Beziehung zu Roz mehr und mehr zu bröckeln. Als dann die Presse dem jungen Fußballer auch noch eine Affäre nachsagt, scheint alles verloren. Doch nicht nur mit der Freundin gibt es Probleme, denn ein kleiner Junge behauptet Munez' Bruder zu sein. Als dieser der Sache nachgeht, findet er heraus, dass es sich wirklich um seine leibliche Mutter handelt, die die Familie vor vielen Jahren im Stich gelassen hatte.
Am Inhalt merkt man schon recht deutlich, dass die ausgewogene Mischung zwischen Fußballfilm und Drama, die der erste Teil noch hatte, diesmal starke Schlagseite bekommen hat. Nur ab und an sieht man ein Stadion oder ein Fußballspiel. Der Sport scheint in den Hintergrund gerückt zu sein, man konzentriert sich mehr auf das Leben und die Hintergründe. Das selbst wäre nicht zu verurteilen, wenn man sich nicht so sehr verkünstelt hätte und jegliche Realität vermissen lassen würde. So wird unser Superstar von Real Madrid von der spanischen Polizei ins Gefängnis eingesperrt und kommt erst einen Tag später frei. Obwohl sonst überall Presse zu finden ist, scheint davon Niemand Wind bekommen zu haben - mal ganz davon abgesehen, dass ein Superstar die Kaution sofort zahlt und nicht eine Nacht im Knast verbringt.
Aber auch beim Fußball fehlt diesmal der echte Flair, denn trotz der Möglichkeit im Bernabeu-Stadion zu drehen, wird die knisternde Atmosphäre kaum gezeigt. Man verlässt sich lieber auf schlecht geschnittene Fußballsequenzen, die einem Drittliga-Spiel ähneln. Einziger Pluspunkt ist hier die gute Integration der Schauspieler in das Spielgeschehen der echten Profis. Leider wird dies sofort durch kleinere Logikfehler wieder aufgewogen, die einem Fußballfan sofort ins Auge fallen und (wenn auch noch so klein) das Vergnügen trüben.
Goal II vernichtet die schön aufgebaute Geschichte der Trilogie komplett. Denn ohne die notwendige Genauigkeit scheint man hier einfach nur irgendeinen Streifen mit ein paar Superstars auf die Leinwand werfen zu wollen. Man kann nur hoffen, dass die Fans das mit einem Boykott heimzahlen, denn die Kinokarte ist dieser Film sicher nicht wert. Da sollte man das Geld lieber für die DVD von Goal! - Der Film ausgeben! |