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Blutmond

(Manhunter, 1986)

Dt.Start: 29. Januar 1987
DVD: 14. August 2001
Premiere: 22. August 1986 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Krimi, Thriller
Länge: 124 min Land: USA
Darsteller: William L. Petersen (Will Graham), Kim Greist (Molly Graham), Joan Allen (Reba), Brian Cox (Dr.Hannibal Lecter), Dennis Farina (Jack Crawford), Stephen Lang (Freddie Lounds), Tom Noonan (Francis Dollarhyde), David Seaman (Kevin Graham), Benjamin Hendrickson (Dr. Chilton), Michael Talbott (Geehan), Dan Butler (Jimmy Price), Michele Shay (Beverly Katz), Robin Moseley (Sarah), Paul Perri (Dr.Sidney Bloom), Patricia Charbonneau (Mrs. Sherman)
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Michael Mann


Inhalt

Detective Will Graham quittiert seinen Job als er bei der Jagd nach dem Serienkiller Hannibal Lecter fast seinen Verstand verliert. Er zieht sich mit seiner Familie zurück und führt ein ruhiges Leben bis er von einem Freund dazu überredet wird bei der Jagd nach einem bei Vollmond mordenden Serienkiller zu helfen. Zwei abgeschlachtete Familien und keinerlei Hinweise treiben Graham direkt wieder zurück in die Arme Hannibals da der ihm bei der Suche helfen soll. Wird Graham diesmal bei klarem Verstand bleiben?
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Blutmond hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 68%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thorsten Woner
Blutmond hat eine Wertung von 68%

"Roter Drache", "Das Schweigen der Lämmer" und "Hannibal", die Trilogie des guten Geschmacks. Eine Geschichte über das Faszinorium am Bösen, am durchdacht Verbotenem, greifbar gemacht durch den lauernden Blick und die alles bedeckenden Worte Hannibal Lecters. Teil 1, Blutmond: Der erste Blick. Die Verfilmung von "Roter Drache" aus der Feder von Thomas Harris ist der erste von bisher drei Filmen über den Serienkiller Hannibal Lecter, geht im Momentanen Hannibal-Hype jedoch vollkommen unter und wird selbst von großen, renomierten Zeitungen bzw Fernsehberichten ständig übersehen wenn von der Hannibal-Trilogie und einer geplanten Fortsetzung der Lecter-Serie die Rede ist. Schlechter Journalismus! Aber nun zum Film selbst:

Blutmond ist im direkten Vergleich zum Das Schweigen der Lämmer um einiges schlechter aber immer noch um Längen besser als Hannibal. Er vermag als Thriller nicht so ganz funktionieren da er sich in seiner eigenen Struktur spaltet. Er ist ganz klar in drei Abschnitte unterteilbar die jeder für sich gut gelungen sind aber leider keinen einheitlichen Erzählfluß bilden sondern sich voneinander isolieren. Damit nimmt er dem Zuschauer die Möglichkeit sich in die Geschichte miteinzubeziehen und wird somit zu einem zwar spannenden aber in keinster Weise fesselnden Film. Der erste Abschnitt konzentriert sich auf Detective Will Graham, der Mann der Hannibal Lecter zur Strecke brachte und sich dabei in dessen kranken Gedanken selbst verlor. Der Schauspieler William Petersen ist das absolute Highlight des Films. Mit minimalistischstem Aufwand schafft er seiner Figur sehr viel Tiefe und kommt dabei vollkommen ohne große Gestik oder viel Laberrababer aus. Mit jedem Blick spürt man seine Angst davor wieder abzugleiten, sich erneut den Gedanken eines Serienkillers zu stellen und den Kampf erneut zu verlieren. Als er sich damals in Hannibal Lecters Vorgehensweise hineinversetzte schafft er es zwar ihn zu stellen, landete danach aber beim Psychater und lief Gefahr nicht mehr zu sich selbst zu finden. Genau deshalb quittierte er seinen Dienst. Das spannendste am gesamten Film ist dann auch wirklich Graham dabei zu beobachten, wie er sich langsam wieder an seine Fähigkeiten als Profiler herantastet. Angstschweiß bricht beim Zuschauer immer dann aus, wenn Graham sich in das Haus der abgeschlachteten Familie begibt und in einem inneren Kampf mit sich selbst dem Denken des Täters nährt.

Die eigentliche Handlung, die Jagd nach dem roten Drachen ist dabei zwar nur Nebensache, kann aber ein ungemein Straffes Tempo vorweisen und wenn der Regisseur es geschafft hätte dieses beizubehalten, na heilige Makrele, dann wäre das ein ungemein toller Stirnschweißfilm geworden, aber leider kommt dann ein Stilbruch und der Film beginnt so lala vor sich dahinzudümpeln. Im zweiten Abschnitt soll dann ganz schlau der Effekt erzielt werden, das man den Täter kennt, weiß wie er aussieht und sich dann ersteinmal vor seiner folgenden Onemanshow gruseln soll. Klappt aber nicht so ganz denn obowhl der Schauspieler ziemlich überzeugend ist, bietet er dem Zuschauer keine Angriffspunkte, bleibt dann doch allzusehr verschlossen und so wird man aus der mitfiebernden Position in die beobachtende gezwungen. Ein Bruch der unheimlich bitter schmeckt und leider alles irgendwie ein bißchen versaut. Der abschließende Teil ist dann der Showdown, der sich von der Psychologie abwendet und stattdessen einen brachialen Shootout zeigt. Unnötig.

Zusammenfassend ergibt das dann einen Thriller mit einem ungemein interressanten Hauptdarsteller der alles andere an die Wand spielt und zum Glück ein wenig von der Zerfahrenheit des Storieaufbaus ablenkt bzw. den gesamten Film trägt. Erwähnenswert wären da bloß noch die Eröffnungssequenz: schleichend, bedrohend, einfach unheimlich. Und wo bleibt bei all dem Hannibal? Das jetzt zu bewerten ist ein wenig schwierig. All denjenigen die die Folgefilme noch nicht kennen wird er kaum auffallen oder im Gedächtnis bleiben. Gespielt wird er noch nicht von Sir Hopkins sondern von Brian Cox. Der schafft es zwar irgendwie clever zu wirken aber nutzt die Möglichkeiten seiner Rolle nicht aus, ist im Gegensatz zu Hopkins viel zu agil und unmysteriös. Er kann gegen William Peterson (Garahm) einfach nicht bestehen in Bezug auf Intensität und Glaubwürdigkeit. Insgesamt ist er vielleicht eine halbe Stunde lang zu sehen und das wars dann auch schon. Interressant wird das Ganze dann nur, wenn man Hannibal oder zumindest Das Schweigen der Lämmer schon kennt und weiß was alles in Hannibal Lecter steckt, wozu er fähig ist und das er noch lange nicht auf dem Höhepunkt seiner Karriere angeommen ist sondern grade erst beginnt sich warm zu spielen. Als Appetietmacher reichts also gerade noch, zum Gruslen jedoch nicht.



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