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Motel

(Vacancy, 2007)

Dt.Start: 19. Juli 2007 Premiere: 20. April 2007 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Horror, Thriller
Länge: 85 min Land: USA
Darsteller: Luke Wilson (David Fox), Kate Beckinsale (Amy Fox), Frank Whaley (Mason), Ethan Embry (Mechaniker), Scott G. Anderson (Killer), Mark Casella (Lkw Fahrer), David Doty (Highway Patrol)
Regie: Nimrod Antal
Drehbuch: Mark L. Smith


Inhalt

Der kurz vor der Scheidung stehenden Ehepaar Amy und David Fox befindet sich gerade auf dem Rückweg von einer Geburtstagsfeier, als ihr Auto mitten im Nirgendwo liegen bleibt. Notgedrungen nehmen sie sich ein Zimmer in einem verlassenen Motel, um auf den Mechaniker der angrenzenden Tankstelle zu warten. Als sie es sich vor dem Fernseher gemütlich machen wollen, entdecken sie zahlreiche Kassetten mit Snuff-Filmen, die offensichtlich in ihrem Zimmer angefertigt wurden. Als sie schließlich noch Videokameras entdecken, wird ihnen klar, dass sie die nächsten Protagonisten eines solchen Videos sein werden.
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Kritik

Motel hat eine Wertung von 87%
Dieser Motel-Aufenthalt ist nichts für schwache Nerven. Der geradlinig inszenierte Horror-Thriller von Nimrod Antal (Kontroll) verzichtet zwar auf Splatter und Gore, arbeitet aber dafür effektiv mit klassischen Stilmitteln des Genres. Das Resultat ist ein nervenaufreibendes Katz- und Mausspiel mit nachvollziehbar handelnden Protagonisten, bei dem die Spannungsschraube kontinuierlich angezogen wird.

Bild aus Motel Mein Name ist David Fox. Nach dem überraschenden Tod meines Sohnes stehen meine Frau Amy und ich vor den Trümmern unserer Ehe und sind kurz davor die Scheidungspapiere zu unterzeichnen. Gerade befinden wir uns auf dem Heimweg von der Geburtstagsfeier meiner Schwiegermutter, auf der wir der Verwandtschaft das perfekte Eheglück vorgespielt haben. Doch dem ist beileibe nicht so, wie mir die endlose Heimfahrt durchs Nirgendwo unterstreicht - jegliche Konversation endet in einem kleinen Streit und jeder verschießt behände seine Giftpfeilchen. Als ob dies noch nicht genug wäre, haben wir nach der Bekanntschaft mit einem Waschbären auch noch eine Panne und müssen notgedrungen in einem schäbigen Motel absteigen, um auf einen Mechaniker zu warten...

Dies sind die ersten 20 Minuten des US-Debüts von Regisseur Nimrod Antal, der sich zuvor durch seinen fast ausschließlich im Budapester U-Bahnsystem spielenden Horror-Thriller Kontroll empfohlen hatte. Er nimmt sich für die ausführliche Vorstellung seiner beiden Protagonisten, die von Kate Beckinsale und Luke Wilson verkörpert werden, viel Zeit und schärft damit das Verständnis des Zuschauers für deren aktuelle Gefühlslage. Und sind wir mal ganz ehrlich - wem ist es noch nicht passiert, dass man mit seinem gerade zerstrittenen Partner auf der Heimfahrt war und sich am liebsten mit einem Fingerschnipp aus dem beklemmenden Beisammensein befreit hätte. Just in dieser Situation, in der man sich darauf freut den jeweils anderen erstmal nicht mehr zu sehen, müssen Amy und David auch noch eine gemeinsame Nacht in einem schäbigen Motel verbringen.

Doch dies ist erst der Anfang ihres als Beziehungsdrama gestarteten Horrortrips. Als sie es sich in ihrem Zimmer vor dem Fernseher gemütlich machen wollen, entdecken sie dort eine Reihe von Snuff-Videos, die offensichtlich in dem Zimmer aufgenommen wurden, in dem sie sich gerade befinden. Als sie schließlich zahlreiche Kameras im Zimmer entdecken und durch mysteriöse Klopfgeräusche an der Tür auf Trab gehalten werden, wird ihnen klar, dass sie die nächsten Opfer der dreiköpfigen Killerbande sein werden. Doch was tun? Ihr Schicksal scheint besiegelt, da sie sich durch die Kameras unter ständiger Überwachung befinden, zahlenmäßig unterlegen sind, keine Hilfe holen können und über keinerlei Waffen verfügen, um die mit Messern ausgestatteten Killer zu stoppen.

Im Folgenden entfaltet Regisseur Nimrod Antal ein hochspannendes und nervenaufreibendes Katz- und Mausspiel, das mit klassischen Stilmitteln des Horror-Genres arbeitet - Splatter und Gore wie bei Saw und Hostel sind tabu, der Horror spielt sich im Kopf ab. Auch das Thema Snuff-Film, das dem Zuschauer bereits bei 8mm und Gothika den Angstschweiß des Unfassbaren auf die Stirn trieb, funktioniert hier wieder prächtig und fügt sich perfekt in den minutiös ansteigenden Spannungsbogen ein. Im Verlauf des Films beginnt sich auch die ausführliche Charakterstudie der Protagonisten auszuzahlen, da sich der Zuschauer mit deren Situation und mit deren Handeln identifizieren kann und noch mehr mitfiebert. Gleichzeitig nutzt Nimrod Antal die räumliche Enge des in den 60er oder 70er Jahren stehen gebliebenen Motels hervorragend aus, um das Gefühl der Ausweglosigkeit zu unterstreichen. Untermalt wird das ganze schließlich durch einen Score, der als Hommage an Genre-Legende Alfred Hitchcock gewertet werden kann. Folglich ist Motel eine kleine Perle, die sich erfolgreich gegen den aktuellen Trend im Bereich Horror-Thriller stemmt. Weniger Blut ist manchmal mehr Horror bzw. Thrill...

von Thomas Straßer


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