In seiner dritten Regiearbeit widmet sich David S. Goyer einem schwedischen Thriller des Autors Mats Wahls und liefert eine Mischung aus Drama und Krimi, angereichert mit tiefgehenden Teenieproblemen, ab. Eine präzisere Struktur und ein ordentlicher Spannungsbogen hätten ein gutes Standbein abgegeben. So gelingt ihm ein nur mäßiges Remake des Originals.
Nick Powell (Justin Chatwin) steht kurz vor seinem Schulabschluss und lebt nach dem Tod des Vaters zusammen mit seiner Mutter (Marcia Gay Harden). Diese ist zwar sehr Stolz auf die Intelligenz ihres Sprösslings, plant aber im Gegenzug sein Leben fast minutiös durch. Ohne das Wissen seiner Mutter plant Nick, nach London zu gehen, um dort an seiner Literaturlaufbahn zu arbeiten. Doch die Nacht vor seiner Abreise gestaltet sich anders als geplant. Aufgrund einer Verwechslung wird er von der Außenseitergang um Anführerin Annie (Margarita Levieva) überfallen und brutal zusammengeschlagen. In der Annahme, Nick ermordet zu haben, werfen sie ihn in ein tiefes Loch im Wald. Doch Nick liegt nur im Koma und versucht fortan, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten, damit er gerettet wird. Dabei spielt insbesondere Annie eine entscheidende Rolle.
Genrespezialist David S. Goyer, bekannt u.a. durch seine Regiearbeit an Blade: Trinity, widmet sich mit seiner dritten Arbeit einem Remake des schwedischen Thrillers Invisible - Gefangen im Jenseits. Das Original basiert auf einem Roman des bekannten schwedischen Jugendromanautors Mats Wahl und hat es bei uns nur auf DVD geschafft. Der schwedische Fantasy-Thriller kann mit viel Spannung und intelligenter Erzählweise aufwarten, leider trifft das auf Goyers Umsetzung nicht zu. Zwar lässt er sich viel Zeit, um seine Protagonisten und ihre schwierigen Lebensumstände ausführlich einzuführen. Doch nimmt diese Einführung einen Großteil des Films ein und wird auf Dauer dann doch ermüdend. Bei aller Länge wird jedoch deutlich, dass Unsichtbar - Zwischen zwei Welten nicht nur als reiner Thriller aufgebaut ist, sondern sich als Hintergrund Teenieprobleme vornimmt, die einmal fern der üblichen Klischees liegen. So hat es Annie nach dem Tod der Mutter mit einem völlig veränderten Vater und einer unleidlichen Stiefmutter zu tun und flüchtet sich aus diesem Grund als taff erscheinende Anführerin in eine gewalttätige Gang. Einzig ihr kleiner Bruder bindet sie noch an ihr Zuhause, Nick dagegen kann den Tod des Vaters und die damit einhergehende Veränderung seiner Mutter nur schwer verarbeiten. Beide Protagonisten bringen somit ein schwieriges Elternhaus mit sich und flüchten sich jeweils in ihre eigene Interessen.
Nach dem Überfall an Nick verliert der Film dann allerdings rapide an interessanten Momenten. Im weiteren Verlauf sieht man ihn "unsichtbar" für sein Umfeld durch die Gegend laufen mit dem Versuch, auf sich aufmerksam zu machen. Dabei ist es insbesondere Annie, an deren Fersen er sich heftet und dabei ihre Lebensumstände kennen lernt und sich zudem abzeichnet, dass nur sie zu seiner Rettung verhelfen kann. Durch ungeklärte Umstände kann Annie Nick dann auch plötzlich wahrnehmen und fungiert in einem äußerst kitschigen Schluss als seine Retterin.
Ende gut, Alles gut, trifft hier leider nicht zu. Wäre die zu ausführliche Einführung und das unmögliche Ende nicht gewesen, könnte Unsichtbar - Zwischen zwei Welten als mäßig spannender Fantasy-Thriller durchgehen. So bleibt ein schaler Thrillertatsch gemischt mit Teenie-Drama zurück.