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"Roter Drache", "Das Schweigen der Lämmer" und "Hannibal", die Trilogie des guten Geschmacks. Eine Geschichte über das Faszinorium am Bösen, am durchdacht Verbotenem, greifbar gemacht durch den lauernden Blick und die alles bedeckenden Worte Hannibal Lecters. Teil 3, Hannibal: Der Kampf. Was ist bloß passiert? Wie konnte das geschehen? Anstatt das mir der Schweiß kalt den Rücken runterläuft mußte ich einen Film ertragen, der nicht auch nur in einer Minute spannend oder glaubhaft war. Ein Film der sich in irgendwelchen melancholischen Europaschwelgungen verrennt und dabei so vieles übersieht. Aber fangen wir einmal beim allerschlimmsten an: der Grund weshalb wir uns alle auf den Film gefreut haben war Dr.Hannibal Lecter. Der Mann hat uns im Das Schweigen der Lämmer zutiefst beeindruckt und uns in seinen Bann gezogen. Er hatte etwas ganz undefinierbar Anziehendes, man wollte mehr von ihm wissen und mehr von ihm sehen. Ihn umgab eine schwebende Aura, eine angenehme Wärme, ein Mysterium. Aber all dies wurde jetzt zu Nichte gemacht. In Film Hannibal verkümmert Dr.Lecter zu einer Witzfigur. Ständig zerreißt das dämliche Drehbuch das intensive Spiel von Hopkins indem es Hannibal strunzdoofe Onliner und flapsige Sprüche aufsagen läßt. Einmal hätte das Ganze ja gereicht, hätte zur Rollenerweiterung beigetragen, aber leider baut es ganz und gar darauf auf daß Hannibal vor jeder Tötung sein Sprüchlein abläßt, ganz im Stil von Freddie Krüger. Damit wird eine tolle, einzigartig fesselnde Rolle kaputt gemacht.
Kann da Clarice helfen und trösten? Nur bedingt. Julianne Moore spielt die Rolle der Clarice wirklich überzeugend und vermittelt mit jedem Blick, was Hannibal aus ihr gemacht hat. Man spürt ihren verlorenen Kampf nicht aufzugeben. Aber das wars dann auch schon wieder denn an dieser Stelle stoppt ihre Entwicklung und tritt dann auf der Stelle, was wahrlich nicht Juliannes Fehler ist, sondern der des Drehbuchs. Das Drehbuch wirkt so, als wenn man lediglich darauf bedacht war alle Highlights der Romanvorlage miteinzubringen auch wenn man dafür irgendeine Form von Aufbau opfern muß. Und genau das ist geschehen denn alles wirkt sehr konstruiert und aneinandergeleimt. Hier und da gibts tolle Aufnahmen und Gary Oldman als gesichtsloses Opfer ist erschreckend aber das reicht nun mal leider nicht. Also laßt mich mal zusammenfassen: Lecter ist ein Witz, Clarice tritt auf der Stelle, die Story hat keinen Aufbau, allzuviel ist einfach unlogisch, nichts wirklich glaubhaft und der Schluß ist uns allen bekannter Mainstreamquark. Dafür soll ich mich erwärmen? Das soll mich wirklich unterhalten? Hollywood will uns das tatsächlich als Weiterentwicklung des Meisterwerkes Das Schweigen der Lämmer verkaufen? Niemals!!!
Hannibal enttäuscht auf ganzer Linie. Als Thriller gesehen ist er zu unlogisch und zu unspannend und als Sequel gesehen: na hör mir auf. Ich weiß nicht warum Sir Anthony Hopkins sich für so einen Popartmist verkauft hat. Der Film gleicht in seinen schockierendsten Momenten mehr einem Teenieslasher als einem intelligenten Psychologikum. In diesem Sinne: R.I.P Dr. Hannibal Lecter. |