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Als bei Fiona (Julie Christie) Alzheimer festgestellt wird, weist sie sich zum Entsetzen ihres Mannes Grant (Gordon Pinsent) selbst in ein Pflegeheim ein. Als Grant sie nach 30 Tage Eingewöhnungszeit endlich besuchen darf, trifft er eine völlig veränderte Frau an. Fiona, 44 Jahre lang immer an seiner Seite, erkennt ihn nicht und schenkt all ihre Aufmerksamkeit lieber einem anderen Patienten. Sarah Polley erzählt in ihrem Drama An ihrer Seite vom langsamen Abschied einer Liebe. Doch das Porträt eines Ehepaares unter dem Eindruck einer schweren Krankheit läuft im Weichspülprogramm des Starkinos.
30 grausame Tage sind vorbei, als Grant (Gordon Pinsent) hoffnungsfroh das Foyer des komfortablen Heimes für Alzheimer-Patienten betritt. Noch ahnt er nicht, dass ihn ein Schock erwartet: Nach vierundvierzig unzertrennlichen Ehejahren, in denen es auch einige Turbulenzen gab, hat seine Frau Fiona (Julie Christie) einen folgenschweren Entschluss gefasst. Nachdem es viele kleine Anzeichen gegeben und eine Untersuchung die Diagnose "Alzheimer" gestellt hat, wies sich Fiona selbst ins Heim ein, solange ihr Verstand noch einigermaßen klar ist, um ihrem Mann keine Bürde zu sein.
Doch die Karenzzeit von 30 Tagen zur ungestörten Eingewöhnung hat Fiona total verändert. Sie verbringt nun ihre ganze Zeit mit dem Patienten Aubrey (Michael Murphy) und hat Grant total vergessen. Der Schock sitzt tief bei dem hilflosen Ehemann, der fortan als fremder Besucher nur toleriert aber nicht willkommen ist. Kaum hat sich der frustrierte Grant in dieser Situation zurechtgefunden, als Aubrey von seiner Ehefrau Marian (Olympia Dukakis) wieder heimgeholt wird, weil sie die Kosten für die Unterbringung nicht mehr bezahlen kann. Fiona ist am Boden zerstört und ihr Zustand verschlechtert sich rapide. In seiner Not wendet sich Grant an Marian, um sie davon zu überzeugen, Aubrey wieder zu Fiona ins Heim zu bringen...
Liebe bis zur Selbstaufgabe verspricht das Regiedebüt von Sarah Polley. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Alice Munro inszeniert sie großes Starkino mit Doktor Schiwago-Ikone Julie Christie, der ewig jungen Olympia Dukakis und Kanada-Star Gordon Pinsent (Schiffsmeldungen). Weil es Polley vor allem um die Darstellung der Liebe geht, fällt ihr Bild von der Alzheimer-Erkrankung und des Pflegeheimes geradezu naiv und idyllisch aus. Psychologen und Betroffene werden hier weder etwas Neues noch eine realistische Darstellung des Krankheitsverlaufes entdecken. Von der Realität in Pflegeheimen oder der Situation des Pflegepersonals möchte man schon gar nicht anfangen.
Die 28jährige Schauspielerin und Regisseurin (Das geheime Leben der Worte) porträtiert den langsamen Abschied zweier Menschen, die ein Leben lang zusammen waren und nun nicht durch den Tod aber durch eine siechende Krankheit getrennt werden. Gordon Pinsents Grant durchläuft dafür alle Stufen von Hoffen und Bangen, Frust, Ohnmacht, Resignation bis Motivation, nur um am Ende zu kapitulieren und das Schicksal anzunehmen. Folglich gelangt er zu der Erkenntnis, dass er nicht mehr erwarten kann, Liebe von Fiona zu bekommen. Er kann ihr nur noch Liebe geben - und das, was ihr in ihrem Zustand am wohlsten tut: Aubrey.
So interessant und ehrenrührig diese Überlegungen sind, so wenig Stoff bieten sie für ein 109-minütiges Drama. Übersimplifiziert, ohne Ecken und Kanten wirkt die heile Welt dieses Dramas, das mit schönen Bildern von kalten Schneetagen aufwartet, einem rustikal-kuscheligen Haus und einem Grand Hotel-artigen Pflegeheim. Das dargebotene emotionale Drama langweilt so die Zuschauer zwar nicht, es fesselt mangels äußerer Widrigkeiten aber auch nicht. Die Grundproblematik des Werkes ist der mangelnde Realismus.
Wenn am Ende Grant sogar mit Marian zusammenzieht und es mit ihr probiert, läuft diese Wendung nicht nur der grundlegenden Handlungsidee und der dramaturgischen Ernsthaftigkeit zuwider sondern auch der zwischenmenschlichen Logik, dass zwei "Alte" nicht mehr voneinander lassen können, gerade wenn ihre Liebe so stark ist. Auch wenn Dukakis und Pinsent ihre finale Liaison möglichst gefühlsneutral präsentieren, so wirkt genau dieses Ende doch aufgesetzt und wenig glaubhaft. Wenn's so einfach wäre, den Lebenspartner zu tauschen, wäre jede bedingungslose Liebe obsolet.30 grausame Tage sind vorbei, als Grant (Gordon Pinsent) hoffnungsfroh das Foyer des komfortablen Heimes für Alzheimer-Patienten betritt. Noch ahnt er nicht, dass ihn ein Schock erwartet: Nach vierundvierzig unzertrennlichen Ehejahren, in denen es auch einige Turbulenzen gab, hat seine Frau Fiona (Julie Christie) einen folgenschweren Entschluss gefasst. Nachdem es viele kleine Anzeichen gegeben und eine Untersuchung die Diagnose "Alzheimer" gestellt hat, wies sich Fiona selbst ins Heim ein, solange ihr Verstand noch einigermaßen klar ist, um ihrem Mann keine Bürde zu sein.
Doch die Karenzzeit von 30 Tagen zur ungestörten Eingewöhnung hat Fiona total verändert. Sie verbringt nun ihre ganze Zeit mit dem Patienten Aubrey (Michael Murphy) und hat Grant total vergessen. Der Schock sitzt tief bei dem hilflosen Ehemann, der fortan als fremder Besucher nur toleriert aber nicht willkommen ist. Kaum hat sich der frustrierte Grant in dieser Situation zurechtgefunden, als Aubrey von seiner Ehefrau Marian (Olympia Dukakis) wieder heimgeholt wird, weil sie die Kosten für die Unterbringung nicht mehr bezahlen kann. Fiona ist am Boden zerstört und ihr Zustand verschlechtert sich rapide. In seiner Not wendet sich Grant an Marian, um sie davon zu überzeugen, Aubrey wieder zu Fiona ins Heim zu bringen...
Liebe bis zur Selbstaufgabe verspricht das Regiedebüt von Sarah Polley. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Alice Munro inszeniert sie großes Starkino mit Doktor Schiwago-Ikone Julie Christie, der ewig jungen Olympia Dukakis und Kanada-Star Gordon Pinsent (Schiffsmeldungen). Weil es Polley vor allem um die Darstellung der Liebe geht, fällt ihr Bild von der Alzheimer-Erkrankung und des Pflegeheimes geradezu naiv und idyllisch aus. Psychologen und Betroffene werden hier weder etwas Neues noch eine realistische Darstellung des Krankheitsverlaufes entdecken. Von der Realität in Pflegeheimen oder der Situation des Pflegepersonals möchte man schon gar nicht anfangen.
Die 28jährige Schauspielerin und Regisseurin (Das geheime Leben der Worte) porträtiert den langsamen Abschied zweier Menschen, die ein Leben lang zusammen waren und nun nicht durch den Tod aber durch eine siechende Krankheit getrennt werden. Gordon Pinsents Grant durchläuft dafür alle Stufen von Hoffen und Bangen, Frust, Ohnmacht, Resignation bis Motivation, nur um am Ende zu kapitulieren und das Schicksal anzunehmen. Folglich gelangt er zu der Erkenntnis, dass er nicht mehr erwarten kann, Liebe von Fiona zu bekommen. Er kann ihr nur noch Liebe geben - und das, was ihr in ihrem Zustand am wohlsten tut: Aubrey.
So interessant und ehrenrührig diese Überlegungen sind, so wenig Stoff bieten sie für ein 109-minütiges Drama. Übersimplifiziert, ohne Ecken und Kanten wirkt die heile Welt dieses Dramas, das mit schönen Bildern von kalten Schneetagen aufwartet, einem rustikal-kuscheligen Haus und einem Grand Hotel-artigen Pflegeheim. Das dargebotene emotionale Drama langweilt so die Zuschauer zwar nicht, es fesselt mangels äußerer Widrigkeiten aber auch nicht. Die Grundproblematik des Werkes ist der mangelnde Realismus.
Wenn am Ende Grant sogar mit Marian zusammenzieht und es mit ihr probiert, läuft diese Wendung nicht nur der grundlegenden Handlungsidee und der dramaturgischen Ernsthaftigkeit zuwider sondern auch der zwischenmenschlichen Logik, dass zwei "Alte" nicht mehr voneinander lassen können, gerade wenn ihre Liebe so stark ist. Auch wenn Dukakis und Pinsent ihre finale Liaison möglichst gefühlsneutral präsentieren, so wirkt genau dieses Ende doch aufgesetzt und wenig glaubhaft. Wenn's so einfach wäre, den Lebenspartner zu tauschen, wäre jede bedingungslose Liebe obsolet. |