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Der Film Duell - Enemy at the Gates entführt uns an einen der schrecklichsten Orte europäischer Geschichte: Stalingrad. Fast zwei Millionen Menschen kamen dort im Winter 1942 auf grausame Weise ums Leben. Der Film beschäftigt sich aber weniger mit den Grausamkeiten und der Sinnlosigkeit des Krieges, sondern konzentriert sich vielmehr auf die Geschichte des russischen Scharfschützen Vassili Zaitsev. Bis zum heutigen Tage gilt dieser Mann in Russland als Volksheld und sein Gewehr ist im Geschichtsmuseum in Wolgograd ausgestellt. Jean-Jacques Annaud beschreibt in seinem Film den Aufstieg des einfachen Soldaten zum Volkshelden und beschäftigt sich mit dem einsamen Duell zwischen ihm und dem deutschen Major König. Anders als zum Beispiel in Joseph Vilsmaier's Film Stalingrad, dient der Krieg nur als Rahmenhandlung und fließt nur ansatzweise in die Handlung ein.
Der Film beginnt im Stile eines klassischen Anti-Kriegsfilms und man beginnt sich der Handlung hinzugeben, immer daran denkend, welches Glück man hat, nicht ich dieser Zeit zu leben. Der Film arbeiten am Anfang viel mit Massenszenen, die allerdings in anderen Filmen weitaus besser umgesetzt wurden. Auf die im Trailer gezeigten innovativen Schlachtenszenen wartete man im Film übrigens vergebens. Doch das Blatt wendet sich recht schnell und konzentriert sich mehr und mehr auf unseren Helden Vassili Zaitsev. Der Aufstieg eines Mannes zum Hoffnungsträger einer ganzen Nation wird in einer viertel Stunde und somit viel zu hastig durchgezogen. Anschließend wird noch eine Frau ins Spiel gebracht, um schnell ein Beziehungsdreieck aufzuspannen. Um schließlich noch den letzten Charakter für den Hauptteil vorzustellen, rollt postwendend der Sonderzug des Major König in Stalingrad ein.
Wir haben zu diesem Zeitpunkt eine halbe Stunde absolviert und sind bereit für den großen Showdown der beiden Meisterschützen. In einem zerbombten Modehaus treffen die beiden das erste Mal aufeinander und man bekommt einen ersten Eindruck der taktischen Arbeitsweise eines Scharfschützen. Doch leider gehen dem Film mit der Zeit die Ideen aus und somit wird es etwas langatmig. Das lag vor allem daran, daß es nicht gelungen ist, die Spannung einzufangen, die das Duell mit sich bringt. Das Horrorszenario eines jeden Scharfschützen ist aufzufliegen, denn dann schickt der Gegner eine Panzer oder ein paar Soldaten vorbei und er kann den Löffel abgeben. Aber solche Ängste werden im Film gar nicht thematisiert. Das Duell allein gäbe jedoch genügend her, um den Film spannend zu gestallten, denn jede Minute kann es vorbeisein und jeder Schuß kann der Entscheidende sein. Doch dazu ist schon etwas mehr Erzählgeschickt von Nöten, als alle fünf Minuten in die stählernen Augen des durch das Zielfernrohr blicken Soldaten zu zoomen.
Durchsetzt wird das endlose Warten der beiden Schützen durch die Liebe von Vassili und Tania. Durch den geschichtlichen Hintergrund erhält dies natürlich seine Rechtfertigung, aber es wäre auch nicht verkehrt gewesen, diese Episode einfach zu übergehen. Das Ende ist in seinem Ablauf der totale Gegensatz zum Film und wirkt mehr als unglaubwürdig. Vor allem wurde die Geschichte zum Schluß arg zurechtgebogen und wirkte ein ums andere mal konstruiert. Zum Abschluß noch ein Wort zu den Schauspielern: Jude Law und Joseph Fiennes hab im kalten Stalingrad nicht wirklich überzeugt und konnten ihren Charakteren nicht den erwarteten Schliff verleihen. Einzig und allen Ed Harris konnte mal wieder überzeugen, aber die Figur das Major König war ihm zugegebenermaßen auf den Leib geschneidert.
Duell - Enemy at the Gates ist eine der aufwendigsten und teuersten europäischen Produktionen. Aber angesichts eines verkorksten Drehbuchs und blasser Schauspieler ist der Film nur Mittelmaß. Es kommt einfach nie richtig Spannung auf und man langweilt sich zu oft. Aber hey, es geht nun einmal um Scharfschützen und deren Hauptarbeit ist nun mal das Warten. In diesem Sinne... |