Troja - Director's Cut Poster

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Troja - Director's Cut

(Troy - Director's Cut, 2007)

Durchschnittliche Redaktionswertung

85%



Inhalt

Im Jahre 1193 vor Christus spannte Paris, der Prinz von Troja, dem Griechischen König Menelaus seine Frau Helena aus. Um diese Schmach zu rächen, schickte Menelaus seine von Archilles angeführte Armee nach Troja. Doch der Widerstand der Trojaner um Heeresführer Hector war stärker als erwartet, weshalb die Stadt über zehn lange Jahre belagert wurde.

Kritik

von Harald Witz

Wertung Kritik

85%

Frauenklau mit Folgen, denn die Griechen machen die Trojaner platt! Der bombastische Sandalenfilm von Wolfgang Petersen kommt drei Jahre nach seinem Kinoerfolg erneut in die Kinos. Doch diesmal legt Wolfgang Petersen seinen persönlichen Troja - Director's Cut vor und überzeugt auch seine Kritiker.

Bild aus Troja - Director's Cut Mit dem weltweiten Erfolg von Ridley Scotts Gladiator erlebte der Sandalenfilm eine underwartete wie spektakuläre Renaissance. Dem wurde in kommerzieller Hinsicht zunächst nur noch Wolfgang Petersens Troja gerecht. Doch dem weltweiten Einspiel von fast $500 Mio. standen nicht wenige vernichtende Kritiken entgegen.

Diese werden Petersen nicht überzeugt haben, nochmals $3 Mio. für eine Überarbeitung des ohnehin fast $200 Mio. teuren Projektes hinzulegen. Aber offensichtlich war Petersen mit dem Endprodukt weit weniger zufrieden, als es bislang den Anschein hatte. Und der nun vorliegende Director's Cut, der auch noch mit einer neuen digitalen Projektionstechnik präsentiert wird, gibt ihm recht. Aus den 160 wurden 201 Minuten und aus einem mäßigen, ein herausragender Unterhaltungsfilm.

Basierend auf Homers "Ilias" erzählen Regisseur Wolfgang Petersen und Autor David Benioff noch immer den Krieg um Troja nach, der mit der Entführung von Königin Helena (Diane Krüger) durch den trojanischen Prinzen Paris (Orlando Bloom) seinen unheilvollen Anfang nimmt. Der gehörnte Sparta-Fürst Menelaos (Brendan Gleeson) bittet sofort seinen Bruder Agammenon (Brian Cox), die Schmach blutig zu tilgen. Das reiche Troja auf der anderen Seite der Ägäis, regiert vom weisen Priamos (Peter O'Toole), ist dem machtgeilen Herrscher über fast alle griechischen Königreiche schon lange ein Dorn im Auge. Also setzt sich Agammenon an die Spitze einer 50.000 Mann starken Streitmacht und schifft sich ein, die unbezwingbaren Mauern von Troja niederzureißen und die Trojaner auszulöschen...

Troja - Director's Cut und das Original sind zwei verschiedene Filme. Fast möchte man behaupten, zwischen beiden Filmen läge eine ganze Epoche - statt nur drei Jahre. Noch immer kreist die Handlung um den aufsässigen Krieger Achilles (Brad Pitt) und dessen Counterpart Hector (Eric Bana). Noch immer brauchen die Griechen erschreckend wenig Zeit für iher zerstörerisches Werk (Homer spricht von Jahren der Belagerung, Petersen gibt ihnen ein paar Tage). Doch diesmal sind die erzählerischen Lücken gestopft, wirken die Themen wie Achilles' (Todes-)Sehnsucht nach einem unsterblichen Namen rund und erhalten alle Figuren mehr Raum und Gewicht. Plötzlich glänzen auch Brian Cox als blutrünstiger Diktator und O'Toole als feinsinniger Fatalist. Auch die Frauen wie Saffron Burrows (Andromache) und Rose Byrne (Briseis) haben mehr als nur eine bloße Ausstattungsfunktion.

Einzig Orlando Bloom zieht noch immer das Los des Filmtrottels. Doch auch hier sorgt Petersen für Abschwächung. Insgesamt wirken alle Figuren wesentlich interessanter und alle Handlungsstränge trotz der viel längeren Laufzeit erheblich spannender. Dazu trägt auch der neue, subtilere Soundtrack bei - keine Spur mehr vom unsäglichen, säuselnden Jammergesang. Damit gelingt Petersen der Anschluss an die großen Epen des Sandalensfilms. Die größte Wendung im Vergleich von Original und Director's Cut liegt allerdings in der gänzlich neuen Konnotation der Erzählung. Wirkten Griechen und Trojaner in ihrer Motivation und Darstellung vorher geradezu verwaschen, so sind sie nun scharf von einander abgegrenzt und definiert. Von wegen kultivierte Griechen! In barbarischen rotblonden Dreadlocks machen sich die blutrünstigen Machtmenschen über die in Togas gewandeten, dunkelhaarigen Feinsinnigen her. Petersen führt sämtliche Hollywoodklischees ad absurdum. Trotzdem sorgen Figuren wie der smarte Odysseus und die Killermaschine Achilles, die zum Dienst für Agammenon "gezwunden" sind, nun für kaum geahnte Komplexität.

Jetzt fällt auch die Zuordnung der Kommentare zum Zeitgeist nicht mehr schwer. Troja darf im Director's Cut als böse Anklage gegen eine militaristische Politik verstanden werden, die eine Zerstörung anderer Kulturen billigend in Kauf nimmt. Damit stellt sich das Werk auch klar gegen Scotts Gladiator, der wegen seiner offenen Glorifizierung des imperialen Selbstverständnisses der USA als Erben des Römischen Reiches oft kritisiert wurde. Auch der Vergleich mit dem gerade angelaufenen 300 dürfte zugunsten von Troja - Director's Cut ausfallen, auch wenn sich beide in punkto Gewalt nichts schenken. Zack Snyders Zutaten zu Frank Millers Comic-Epos rücken den politischen Subtext leider exakt auf dieselbe Linie wie Gladiator, was der Konsistenz abträglich ist, während Petersens Konzept plötzlich überzeugend wirkt.

Die Neubearbeitung hat sich für Petersen schon jetzt gelohnt, denn Troja - Director's Cut versöhnt jedenfalls alle seine Kritiker. Bleibt zu hoffen, dass dem Werk in Deutschland trotz einer kleinen Kopienzahl ein Erfolg nicht verwehrt bleibt. Jetzt darf man getrost von einem sehenswerten Film sprechen.

Keine weitere Wertung


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