Obwohl sich das neueste Werk von Dai Sijie einige Längen gefallen lassen muss, liefert uns der Regisseur hier ein einfühlsames Drama über eine verbotene Beziehung ab. Neben der romantischen Geschichte besticht er dabei vor allem durch die ruhige, wundervoll bebilderte Atmosphäre, sowie eine perfekt eingesetzte Musikuntermalung.
Schon mit seinem Golden Globe nominierten Arthousedrama Balzac und die kleine chinesische Schneiderin konnte Regisseur Dai Sijie gute Besucherzahlen vorweisen. Ähnliches wird ihm sicherlich auch mit seinem neuesten Werk, eine Art weibliche Version von Brokeback Mountain gelingen, da der Film mehr als ein im Fahrwasser des Oscargewinner schwimmendes Werk ist.
Der Botaniker Chen gehört zu den Besten seines Faches, so ist es für die Waise Li eine Ehre ein Praktikum bei ihm zu absolvieren. Als sie sich jedoch in dessen Tochter An verliebt muss das Verhältnis geheim bleiben, da eine gleichgeschlechtliche Beziehung in China zu diesem Zeitpunkt undenkbar war. Um auch nach Ablauf des Praktikums die geheime Liebe aufrecht zu erhalten willigt sie ein Chens ahnungslosen Sohn Dan zu heiraten.
So schön, romantisch und einfühlsam die Geschichte, die uns die Drehbuchautoren Dai Sijie und Nadine Perront präsentieren, auch sein mag: Während der Sichtung beschleicht den Zuschauer von Minute zu Minute immer mehr das Gefühl, dass die Story nicht genügend Stoff für anderthalb Stunden Laufzeit hergab und sich in einigen Momenten schier endlos in die Länge zieht. Überraschenderweise stößt dies nicht allzu sehr auf, denn Dai Sijie macht diesen Makel größtenteils mit seiner eindrucksvollen Inszenierung wieder gut und bietet er gleich ein ganzes Arsenal an wunderschönen Szenen auf. Hinzu kommt mit dem botanischen Garten noch ein unglaublich atmosphärisches Setting, das tolle Bilder verspricht und dank der herrlichen musikalischen Untermalung von Eric Levi gleichzeitig noch ein Fest für die Ohren ist.
Ebenfalls keinen Grund zu klagen gibt es bei den Leistungen der beiden Hauptdarsteller Mylene Jampanoi und Xiao Ran Li, die ihre verbotene Zuneigung gekonnt zum Ausdruck bringen. Während Wei-chang Wang in einer Nebenrolle extrem blass bleibt (was sich auf dessen einfach ausgelegten Charakter zurückführen lässt), erweist sich die Besetzung von Ling Dong Fu als kleiner Glücksgriff, der alleine durch seine Leinwandpräsenz sein Publikum begeistern wir.
Obwohl sich dieser Film und Brokeback Mountain sowohl bei der Geschichte, als auch bei seiner Inszenierung ähneln, sollte man dieses Werk nicht als ein einfaches Plagiat abstempeln. So ist der romantische Die Töchter des chinesischen Gärtners es alleine schon wegen seiner wundervollen Bebilderung Wert gesehen zu werden und Freunde des ruhigeren Kinos sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren.