Als titelgebender Serienkiller liefert Kevin Costner eine der besten Leistungen seiner langen und erfolgreichen Karriere ab. Doch nicht nur sein Schauspiel ist Grund dafür, dass dieser Film sich vom Einheitsbrei abhebt, auch die spannende Geschichte, sowie vor allem die perfekt geschriebenen Charaktere machen ihn zu einem Genrehighlight.
Vor 15 Jahren hätte man sich sicher sein können, dass dies einer der erfolgreichsten Filme des Jahres werden würde. Heute jedoch ist es um die damaligen Stars Kevin Costner und Demi Moore ein wenig ruhiger geworden, so dass das Einspielergebnis in den USA verhalten ausfiel. Schade eigentlich, denn Mr. Brooks - Der Mörder in Dir hätte durchaus ein wenig mehr Beachtung verdient.
Soeben erst zum Man of the Year gewählt, dazu ein harmonisches Familienleben um ihn herum: Mr. Brooks hätte keinen Grund zu Klagen, gäbe es in ihm nicht den Drang zu Morden. Ein paar Jahre hat er nun seine Sucht bekämpft, doch ein letztes Mal will er noch zuschlagen. Pech für ihn dass er dabei beobachtet wurde und daher fortan von einem Mr. Smith erpresst wird. Inzwischen hat sich zudem die talentierte Polizistin Tracy Atwood an seine Fersen geheftet.
Im zweiten Film von Regisseur und Drehbuchautor Bruce A. Evans steckt mehr als man zunächst glauben mag. Anstatt die Taten von Brooks in den Vordergrund zu stellen, legt er sein Augenmerk auf die Charaktere, was dem Film ungemein gut tut. Dank dieser Tiefe erwischt man sich sogar dabei Sympathien für den Killer zu entwickeln, der sich als ganz normaler Mensch mit einem kleinen Problem erweist. Auch die Nebenplots, das großartige Finale und dessen Abschluss überzeugen, so dass man gerne über ein paar kleine Zufälligkeiten hinweg sehen kann.
Dass sich Evans auch inszenatorisch viele Gedanken gemacht hat merkt man nicht nur bei der besonderen Atmosphäre die sein Film ausstrahlt, sondern auch bei seinem großen Kniff: Während die meisten Filme ein Gewissen mit einem Voice-Over veranschaulichen, wird es hier personifiziert in Form von William Hurt, der Mr. Brooks zur Seite steht und ihn bei schweren Entscheidungen unterstützt. Gerade diese Szenen erweisen sich als Stärke des Filmes und zeugen von großem Einfallsreichtum.
Vieles hat Kevin Costner schon gespielt, doch noch nie einen Bösewicht (Perfect World kann man da sicher außen vor lassen) und mit diesem Imagewechsel gelingt ihm sogar eine der besten Leistungen seiner Karriere. Gerade in Interaktion mit dem ebenso großartigen William Hurt lässt sich eine unglaubliche Spielfreude erkennen, die Mr. Brooks wohl zum sympathischsten Killer seit Hannibal Lecter macht. In den Nebenrollen bemühen sich zudem der gegen den Strich besetzte und überraschend gute Dane Cook sowie Demi Moore und die etwas unterforderten Serienstars Marg Helgenberger (CSI Las Vegas) und Reiko Aylesworth (24).
Alleine die Tatsache Kevin Costner mal als Serienkiller zu sehen, dürfte einige neugierig machen. Allerdings hat Mr. Brooks - Der Mörder in Dir mehr zu bieten als die meisten Genrefilme: Die Charaktere sind komplex, die überraschend blutige Inszenierung hat einen ganz besonderen Flair, der Hauptdarsteller erweist sich als Bestbesetzung und auch in Sachen Story gibt es keinen Grund zu klagen. Neben Finchers Zodiac - Die Spur des Killers wohl der beste Serienkillerfilm der letzten Jahre.