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Red Planet

(Red Planet, 2000)

Dt.Start: 01. März 2001 Premiere: 06. November 2000 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Horror, Sci-Fi
Länge: 106 min Land: Australien, USA
Darsteller: Val Kilmer (Gallagher), Carrie-Anne Moss (Commander Kate Bowman), Benjamin Bratt (Ted Santen), Tom Sizemore (Burchenal), Simon Baker (Chip Pettengill), Terence Stamp (Chantilas), Jessica Morton (Website Fan), Caroline Bossi (Website Fan), Bob Neill (NASA Stimme)
Regie: Antony Hoffman
Drehbuch: Chuck Pfarrer


Inhalt

Wir schreiben das Jahr 2050, die Erde leidet schwer unter den Menschen und wird nicht mehr lange als Heimatplanet dienen können. Es wurden bereits Algenstämme auf den Mars geschossen, um dort eine Sauerstoffatmosphäre zu schaffen und den Planeten für eine Besiedlung vorzubereiten. Obwohl sich die Algen gut entwickeln, bildet sich kein Sauerstoff und es wird die erste bemannte Mission zum Mars geschickt, um diesen Umstand zu erkunden. Bis zur Ankunft am roten Planeten läuft für die Crew aus Astronauten und Wissenschaftlern alles planmäßig.
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Kritik

Red Planet hat eine Wertung von 39%

Der Mars ist eines der interessantesten Themen der Raumfahrt und die erste bemannte Mission zum roten Planeten wird nach der Monderoberung das prestigereichste Projekt der NASA. Aber bis sich der erste Mensch auf die lange Reise begibt werden noch viele Jahre voller mühsamer Forschung vergehen. Zum Glück gibt es die Leute aus Hollywood, die uns niederem Fußvolk einen ersten Eindruck vom Mars vermitteln wollen. Letztes Jahr lieferte uns Brian De Palma in Mission zum Mars erste Impressionen unseres roten Nachbarn. Doch sein Filmchen war so schlecht, daß man sich hinterher frustriert vor dem heimischen PC zurückzog, um nochmals die Highlights der Sojourner-Mission Revue passieren zu lassen. Nun schiebt Hollywood mit Red Planet den nächsten Mars Streifen nach und wir alle hoffen inständig, daß es diesmal besser wird. Der Film sollte eigentlich Mars heißen und wurde nachträglich umbenannt, um Verwechslungen mit De Palma's Weltraumschrott zu verhindern. Ein erster Schritt in die richtige Richtung?

Die neue Mission zum Mars ist auf einem soliden Fundament gebaut und man freut sich auf eine interessante Geschichte. Der Film beginnt mit der Reise zum Mars und schenkt sich dankenswerter Weise jegliches Vorgeplänkel. Die Zeit wird zwar mit stumpfsinnigen Dialogen über Gott und die Wissenschaft überbrückt, aber darüber kann man noch wohlwollend hinwegsehen. Mit Bowman alias Carrie-Anne Moss ist eine Frau auf der Mission dabei und sie hat gleich mal das Kommando. Wer denkt wir hätten es mit hier mit einer starken Frau zu tun der irrt jedoch. Die gute Carrie-Anne läuft leicht bekleidet auf dem Schiff herum, wird für eine Romanze mißbraucht und darf ihre Mutterinstinkte ausleben, während sich die Jungs auf dem Mars durchschlagen. Nach einer sechsmonatigen und vor allem problemlosen Reise kommt die Crew guter Ding am Ziel an und wie durch ein Wunder geht dann alles schief. Nach dem Chaos befinden sich die Männer auf dem roten Planeten und versuchen sich zu ihrer Bodenstation durchzukämpfen, Bowman versucht derweil das Mutterschiff wieder flott zu kriegen. Selbstverständlich gibt es keinen Funkkontakt, sonst wäre es ja langweilig.

Nachdem die Männer etwas dezimiert wurden, finden sie heraus, daß die Marsatmosphäre genug Sauerstoff zum Atmen enthält. Aber theoretisch ist das gar nicht möglich, denn die Algen die ihn produzieren sollten sind nirgendwo zu entdecken. Aufgrund der Tatsache, daß zumindest einer der Männer überleben muß (Genrepflicht) ist die Sauerstofffrage das einzige wirkliche Rätsel des Films. Am Ende kommt dann die mit Spannung erwartete Auflösung und wie erwartet haben sich die Drehbuchschreiber nicht besonders angestrengt und eine drittklassige Erklärung hingeschustert. Nun noch ein Wort zum Forschungsroboter AMEE. Welcher hirnverbrannte kranke Mensch hat dieses Tierchen in die Handlung eingebaut. Es geht schon mal so los, daß AMEE nicht nur Steine analysieren kann, sondern auch eine militärische Killermaschine ist. Zweitens fehlt ihr auf dem Mars jegliche Daseinberechtigung, denn der Container, in dem sie sich befand, wurde beim Landanflug abgesprengt und fiel aus großer Höhe ungebremst auf die Marsoberfläche. Aus diesen beiden logisch höchst fragwürdigen Umständen resultiert dann das, womit absolut jeder Zuschauer rechnet nachdem er AMEE zum ersten mal gesehen hat. Allein diese Storykonstruktion würde schon genügen, um den Drehbuchschreiber zum Soap-Texter zu degradieren, aber der Mann sorgt bis zum Ende des Films dafür, daß er wohl nie wieder einen Job in der Branche bekommen wird.

Hollywood's zweiter Trip zum Mars ist immerhin einen Tick besser als der erste, doch wirklich gutes Kino haben wir diesmal wieder nicht erlebt. Es kommt einfach keine Spannung auf und die Schauspieler bleiben erneut ziemlich blaß. Die Handlung bringt nichts neues und das Marsrätsel ist gelinde gesagt ein Witz. Also macht auch bei aller Liebe zum durchaus interessanten Thema einen großen Bogen um diesen Film und wartet bis die erste echte bemannte Mission zum roten Planeten aufbricht. Meine letzte Hoffnung beruht noch auf John Carpenter's John Carpenter's Ghosts of Mars, bitte enttäusch uns nicht alter Junge.

von Thomas Straßer


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