Kellnerin Jenna (Keri Russell) erlebt nur beim Backen von außergewöhnlichen Kuchenkreationen Ruhe und Frieden. Ihr eifer- und kontrollsüchtiger Redneck-Ehemann behandelt sie wie eine Dienerin. Doch dann wird Jenna schwanger und hat mit dem verheirateten Frauenarzt Pomatter (Nathan Fillion) eine Affäre, die ihr Selbstwertgefühl stärkt. Adrienne Shellys liebenswerte Tragikomödie Jennas Kuchen - Für Liebe gibt es kein Rezept ist ihr sehenswertes Vermächtnis geworden.
Solche Ehen soll es nicht nur in provinziellen Südstaaten-Käffern geben. Die schüchterne und wunschlose Jenna (Keri Russell) ist kuschende Dienerin für ihren Redneck-Ehemann Earl (Jeremy Sisto), einem ganz besonders egozentrischen Macho. Längst sind die stillen Stunden am frühen Morgen, wenn sie die leckeren und weithin bekannten Kuchen für den Diner backt, ihre Lieblingsstunden. Zuhause leidet sie nur unter dem Terror ihres Mannes, der sich nicht entscheiden kann, ob er mehr eifersüchtig oder mehr kontrollsüchtig sein soll. Lachen kann Jenna nur mit ihren Kolleginnen Dawn (Adrienne Shelly) und Becky (Cheryl Hines), denen sie ihr Leid klagt und die ihr zu einer Affäre raten. Doch auch dieses Lachen vergeht ihr gerade, denn sie glaubt, schwanger zu sein. Zu ihrer Bestürzung hat die alteingesessene Frauenärztin zu Jennas Bestürzung ihre Praxis an einen Mann, Dr. Pomatter (Nathan Fillion), verkauft. Dieser Fremde bereitet ihr eine doppelte Überraschung. Zum einen bestätigt er ihre Schwangerschaft. Zum zweiten interessiert sich Pomatter für sie als Mensch und als Frau. Über so viel Aufmerksamkeit und Freundlichkeit ist Jenna irritiert. Konfus kehrt sie in ihren Alltag zurück, doch der ist fortan nicht mehr so, wie er mal war.
Zwischen den exotischen Kuchenmischungen und den Zurechtweisungen ihres Mannes hat es "Klick" gemacht. Immer öfter findet Jenna einen Grund für einen Arztbesuch, bis es zwischen ihnen zu einer lustvollen Affäre kommt. Doch das kann nicht lange gut gehen. Der nette Dr. Pomatter ist nämlich verheiratet und auch Earl ist über Jennas Schwangerschaft geschockt. Diese bedeutet nämlich in letzter Konsequenz, dass er wegen des Babys bald nicht mehr ganz im Mittelpunkt stehen wird, und das kann nicht sein. Doch seit dem leisen "Klick" in Jennas Kopf können derartige Rückschläge sie nicht mehr umwerfen. Jenna beginnt, Entscheidungen zu treffen...
Jennas Kuchen - Für Liebe gibt es kein Rezept ist eine zarte und melancholische Komödie über eine schleichende Emanzipation. Beim Sundance Festival uraufgeführt, sorgte die fantasievolle Independent-Produktion an der Boxoffice mit einem Einspiel von $18 Mio. für Furore. Doch leider konnte ihre Macherin Adrienne Shelly (Buch, Regie, Nebenrolle) diesen Erfolg nicht mehr erleben, da sie kurz vor Fertigstellung tragisch ums Leben kam.
Ihr Vermächtnis zeichnet sich durch eine liebevolle Gestaltung und Inszenierung aus, die mit klaren Bildern und bisweilen märchenhaften Handlungselementen die Zuschauer fesselt und zu Komplizen der wie aus einem Traum erwachenden Jenna macht. Keri Russel versprüht als Kellnerin und Zuckerbäckerin Jenna zerbrechliche Schönheit, devote Schüchternheit und starken Willen. Und das ohne Widerspruch. Regisseurin Shelly findet für alle, selbst für Earl, Verständnis und bricht über niemanden den Stab. Ihre Beobachtungen menschlicher Schwächen wirken oft tragikomisch und bleiben bei aller Lust zur Situationskomödie immer ernsthaft und authentisch.
Jennas Kuchen - Für Liebe gibt es kein Rezept ist eine erwachsene US-Komödie, wie man sie gerne öfters sehen würde. Sexualität und Selbstbestimmung finden hier eine adequate Visualisierung ohne falsche Scham. Das ist erfrischend, zumal ihr auch die überraschungslose und konturlose Beliebigkeit der konstruierten Studioproduktionen abgeht. Die Komödie, in der Männer nun gar keine Helden sind, ist deshalb nicht unbedingt ein reiner Frauenfilm. Die Tragikomik ist tatsächlich für beide Geschlechter unterhaltsam und mitunter lehrreich.