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Spuren eines Lebens

(Evening, 2007)

Dt.Start: 10. Januar 2008 Premiere: 09. Juni 2007 (Festival, USA)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 117 min Land: USA
Darsteller: Claire Danes (Junge Ann), Patrick Wilson (Harris Arden), Meryl Streep (Lila Wittenborn), Glenn Close (Mrs. Wittenborn), Toni Collette (Nina), Hugh Dancy (Buddy Wittenborn), Vanessa Redgrave (Ann Grant Lord), Natasha Richardson (Constance Lord), Eileen Atkins (Mrs. Brown)
Regie: Lajos Koltai
Drehbuch: Michael Cunningham


Inhalt

Am Sterbebett lüftet Ann Lord gegenüber ihren Töchtern Constance und Nina ein lang gehütetes Geheimnis, indem sie nach dem Mann ruft, der für viel zu kurze Zeit ihre große Liebe gewesen ist. Fünf Jahrzehnte ist es her, dass die junge Ann als Trauzeugin bei der Hochzeit ihrer besten Freundin Lila Wittenborn den smarten Harris Arden kennen gelernt hat. Eine Begegnung mit Folgen.
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Kritik

Spuren eines Lebens hat eine Wertung von 43%
Drehbuchautor Michael Cunningham bewies schon bei Ein Zuhause am Ende der Welt ein gutes Händchen für gefühlvolle Stoffe und emotionale Situationen. Bei seiner Adaption von Susan Minots Roman Hochzeitsnacht verhält es sich nicht anders, nur hat er dieses Mal etwas Witz herausgenommen und lässt seine Figuren etwas zu lange in der Gefühlswelt verweilen.

Bild aus Spuren eines Lebens Spuren eines Lebens ist definitiv ein Frauen-Film. Er erzählt die emotionale Geschichte von Ann Grant (Vanessa Redgrave), die auf dem Sterbebett liegend von feenhaften Krankenschwestern fantasiert und sich an den schönsten und traurigsten Tag ihres Lebens erinnert. Mit der Erwähnung ihrer großen Liebe Harris (Patrick Wilson) und der Mitschuld an einem Tod, gibt Ann ihren ungleichen Töchtern (Natasha Richardson und Toni Collette) so manche Rätsel auf, da sie nicht wissen, was Fantasie und was Realität ist. Immer wieder vermischt der Film gekonnt die Zeitebenen und zeigt dem Zuschauer, was sich vor knapp 50 Jahren wirklich ereignet hat. Die Hochzeit von Anns bester Freundin Lila (Mamie Gummer) sollte ein wunderschöner Moment werden, doch wie ein Schatten legten sich die Ereignisse dieses Tages für immer auf das Herz von Ann (Claire Danes). Zum einen möchte sie ihre Freundin vor einem Fehler bewahren, da sie merkt, dass Lilas Gefühle für jemand anderen stärker sind, als die für ihren zukünftigen Bräutigam. Zum anderen hat auch Ann selbst mit ihrem Herz zu kämpfen. Sie ist zwar mit Lilas Bruder Buddy Wittenborn (Hugh Dancy) liiert, doch fühlt sie sich auch zu dem attraktiven Arzt Harris (Patrick Wilson) hingezogen. Aber wie so oft liegen Freud und Leid sehr nah beieinander.

Mit Stars wie Natasha Richardson (Stellas Versuchung), Eileen Atkins (Ask the Dust), Toni Collette (The Dead Girl), Glenn Close (Glück in kleinen Dosen), Meryl Streep (Von Löwen und Lämmern) und ihrer Tochter Mamie Gummer (The Hoax), ist das überwiegend weibliche Ensemble sehr stark besetzt worden. Aber auch die Herren der Schöpfung, Hugh Dancy (Der Jane Austen Club) und Patrick Wilson (Krass), brauchen ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Nur an die überragende Darstellung von Oscargewinnerin Vanessa Redgrave (Abbitte) kommen sie nicht heran. Obwohl ihre Figur vom Alter und der Krankheit sehr stark gezeichnet ist, wirkt sie in jeder Einstellung sehr sympathisch und liebenswert. Gekonnt spielt sie sich in die Herzen der Zuschauer, was aber bei dem Sujet auch kein großes Kunststück ist.

Lajos Koltais Film erzählt von Liebe, der unermüdlichen Suche nach Glück, Fehlern, die jeden weiteren Schritt beeinflussen und was passiert, wenn die Idealvorstellungen vom Leben Bekanntschaft mit der Realität machen. In Spuren eines Lebens geht es aber auch um das Band zwischen Müttern und Töchtern, Geheimnisse, Wünsche und Hoffnungen. Somit ist für jede Frau mindestens ein Thema dabei, das sie berühren könnte. Wer kennt nicht das Gefühl eines gebrochenen Herzens oder die Rivalität unter Geschwistern, Schuldgefühle und Hilflosigkeit. Doch leider bleibt Drehbuchautor Michael Cunningham bei seiner Adaption von Susan Minots Roman Hochzeitsnacht nur an der Oberfläche. Er reißt diese Dinge nur an, schneidet sie nur und versucht nicht, sie etwas tiefer zu ergründen. Er stellt sie nur zur Schau und Regisseur Lajos Koltai gestaltet das emotionale Drama zwar sehr liebevoll und unterlegt es mit einem ausgesprochen stimmungsvollen Score, doch spart auch er echte Konflikte aus. Das, was wirklich interessant wäre, bleibt dem Publikum leider verwährt. So kann der Film für einige Zuschauer eine Spur Langeweile hinterlassen, da außer der Gefühlswelt kaum nennenswerte Themen angesprochen werden, während andere durch die sentimentalen Szenen berührt werden.

von Kiara Wellington


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