Das Dritte Welt-Drama basiert auf dem Roman "Chamelle" von Marc Durin-Valois und erzählt die tragische Geschichte einer Familie auf der Suche nach Wasser. Der Film ist sowohl erschütternd, bewegend als auch spannend. Nebenbei wird uns Europäern die afrikanische Lebensweise näher gebracht und zum Nachdenken angeregt.
Ein kleines afrikanisches Dorf steht vor dem Aufbruch, da sämtliche Brunnen in der näheren Umgebung versiegt sind. Ihrem Instinkt folgend, ziehen die meisten Bewohner nach Süden. Nur der Dorflehrer Rahne hält das für falsch und geht mit seiner Frau Mouna und seinen drei Kindern nach Osten, obwohl dort Krieg herrscht. Seine einzigen Besitztümer sind ein paar Ziegen und das Dromedar Chamelle. Ihr Marsch führt sie von Hoffnung zu Hoffnung, begleitet von der ständigen Angst vor Soldaten und stets der brennenden Sonne ausgesetzt.
Regisseurin Marion Hänsel, bekannt für ihre Filmprojekte mit brisanter Thematik, wie No Man's Land oder 25 Grad im Winter, nahm sich für ihr aktuelles Projekt den mit dem französischen Literaturpreis ausgezeichneten Roman "Chamelle" vor. Es lag ihr dabei sehr am Herzen, die Geschichte nicht nur in der richtigen Umgebung, sondern auch in der Originalsprache Französisch nachzustellen. Als Drehort wählte sie den kleinen ostafrikanischen Staat Djibuti, der an der Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden liegt. Ihre starke Darstellerauswahl tut ihr übriges, um der Tragödie die nötige Glaubwürdigkeit und Dramatik zu verleihen. Die Gefühle des Zuschauers wechseln von Mitleid zu Anspannung und tiefer Erschütterung. Je beschwerlicher die Reise wird, desto mehr bangt man in seinem Kinosessel mit der Familie. Der Höhepunkt wird erreicht, als das kleine Mädchen der Familie von Soldaten gezwungen wird, über ein mit Minen versehenes Feld zu laufen.
Issaka Sawadogo kommt es in seiner Rolle als Familienoberhaupt Rahne zu, vor seiner Familie keine Schwäche zu zeigen. Unermüdlich treibt er sie alle voran und klammert sich an jeden noch so kleinen Strohhalm der Hoffnung. Erst zum Ende des Films muss auch er seine Schwäche offen zeigen. So bekommt Als der Wind den Sand berührte neben seinen tragischen Aspekten noch heldenhafte Züge, die vielleicht nicht nötig gewesen wären, dem positiven Gesamteindruck aber keinesfalls schaden.